600 Forellen aus Teichen erbeutet

Fellinghausen. Regelrecht geplündert wurde eine Fischteichanlage in Fellinghausen zwischen dem 28. Oktober und dem 11.November. Nachdem der Zaun durchschnitten war, gelangten die noch unbekannten Täter an die Teichanlage. Aus zwei Fischteichen entwendeten sie fast 600 Forellen. Hinweise erbittet das Kriminalkommissariat in Kreuztal.Erndtebrück. Den Jäger verbindet eine Hassliebe zum Wildschwein. Auf der einen Seite ist das Schwarzwild ein ganzjähriges Jagdobjekt, auf der anderen Seite richtet es große Schäden in Wald, Feld und Flur an. Landwirte und Weidmänner tragen die Konsequenzen der Wildschäden. Die Jäger versuchen die Symptome zu bekämpfen, indem sie die Sauen schießen, um der herrschenden Überpopulation entgegenzuwirken.

„Oberflächlich und uneffektiv”

Norbert Happ ist diese Art von Schwarzwildhege zu oberflächlich und uneffektiv. Er versucht die Ursachen der Schwarzwildproblematik zu finden und aufzuarbeiten. Zahlreiche Weidmänner waren zum Symposium der Jägerschaft Siegerland-Wittgenstein in den Erndtebrücker Ratsstuben erschienen, um seine Antworten und Lösungen zu hören. Norbert Happ weiß, wovon er spricht. Er ist ein kompetenter Theoretiker und erfahrener Praktiker. Happ arbeitet als Revierförster und Jäger im Rheinland und unterhält seit 25 Jahren intensiven Kontakt zu einer Wildschweinrotte.

Leitbache hat in der Rotte das Sagen

Der Schwarzwildexperte appellierte an seine Weidgenossen, die Tiere „biologisch zu verstehen”. Mit Hilfe von Dias und einem Videofilm informierte er die Jägerschaft über Sozialverhalten und Lebensgewohnheiten der Wildschweine am Beispiel seiner eigenen Rotte. „Eine Wildschweinrotte unterliegt dem Matriarchat”, erklärte Happ. Das Rottenverhalten hänge vom Handeln der Leitbache ab. Sie führe die Rotte an geeignete Futterstellen. Zum Leidwesen vieler Landwirte und Jäger sucht die Bache landwirtschaftliche Flächen auf. Die Schweine suchen auf Äckern und Wiesen nach tierischem Eiweiß in Form von Würmern und Insekten. Die herkömmliche Fütterung mit Eicheln und Mais genüge den Ansprüchen der Vierbeiner nicht, Eiweiß und Kohlehydrate fehlten, so Happ. Die klassische Maismast sorge für zu optimierte Lebensbedingungen und ziehe Überpopulationen nach sich, die große Wildschäden bedingten. Ein Teufelskreis.

„Wildschweine werden gejagt wie Ratten”

Hier setzte der Lösungsvorschlag Norbert Happs ein: Er riet den Jägern, eiweißhaltiges Ablenkungsfutter zu verwenden, das den Bedürfnissen des Schwarzwildes entspreche. Er selbst habe ein solches Futter entwickelt. Zudem appellierte Happ an die Jäger, die Rotte über einen längeren Zeitraum hinweg zu beobachten, um genau beurteilen zu können, welche Tiere geschossen werden müssten. „Wildschweine werden gejagt wie Ratten”, beurteilte Norbert Happ die desolate Situation in deutschen Wäldern. Sein Rat war die Heranzucht einer Rotte, die aus mehreren „Stockwerken” bestehe. Einheitliche Trächtigkeiten der Bachen seien ein weiterer Punkt dieses Konzepts.

„Jäger sollten sich besser austauschen”

Voraussetzung einer solchen Schwarzwildhege sei der Austausch zwischen den Jägern. Happ riet daher dazu, kleine Hegegemeinschaften zu gründen, um einen besseren Austausch zu erzielen. „Bei der Hege des Jägers fängt die Hege des Wildes an,” so Happ.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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