Feuerwehr-Leitstelle muss informiert sein
Abraumverbrennungen nicht ohne Genehmigung

Die Gemeindeverwaltung Erndtebrück bittet die Bürger, sperrige Gartenabfälle am Mühlenweg am Bauhof in bereitgestellten Containern zu entsorgen.
  • Die Gemeindeverwaltung Erndtebrück bittet die Bürger, sperrige Gartenabfälle am Mühlenweg am Bauhof in bereitgestellten Containern zu entsorgen.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vc Erndtebrück. Am Mittwochabend musste die Freiwillige Feuerwehr Erndtebrück ausrücken. Ein Anwohner hatte einen Brand gemeldet. „Abbrand durch eine Privatperson. Kein Einsatz für die Feuerwehr“, so lautete da die knappe Antwort aus den Reihen des Löschzugs 1. Gemeindebrandinspektor Karl-Friedrich Müller. „Dies hatte im vergangenen Jahr zu einem Einsatz geführt, an dessen Ende auch eine Rechnung stand. Prinzipiell rückt die Feuerwehr kostenlos aus, wenn das Feuer nicht mutwillig oder grob fahrlässig gelegt wurde. Ich kann nur dazu raten, Abraumverbrennungen, auch im Garten, vorher anzumelden und die gesetzlichen Vorschriften zu beachten.“

Grundsätzlich dürfen pflanzliche Abfälle nicht verbrannt werden

Die Regelung ist in der Edergemeinde eindeutig: „Das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen ist grundsätzlich nicht zulässig. Der vorgesehene Entsorgungsweg ist die Biotonne oder für sperrige Abfälle, die nicht so weit zerkleinert werden können, dass sie in die Biotonne passen, der Grünschnittcontainer beim Bauhof“, heißt es seitens der Verwaltung. Allerdings könne gemäß Satzung über die Abfallentsorgung in der Gemeinde Erndtebrück das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen im Einzelfall durch Ausnahmegenehmigung durch die örtliche Ordnungsbehörde zugelassen werden.
Torsten Manges, Pressesprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein, bestätigte auf Anfrage, dass ein Abbrand beim örtlichen Ordnungsamt beantragt werden müsse: „Die Kollegen melden das dann an die Kreisleitstelle, die einen sogenannten Doku-Einsatz anlegt, das heißt für den geplanten Brand werden Datum, Zeitraum und Ort festgelegt. Zudem muss jemand als Ansprechpartner mobil zu erreichen sein. Denn sollte jemand ein Feuer melden, kann so nachgefragt werden.“ Die Feuerwehr rücke nur aus, wenn etwas unklar sei. Die Bad Laaspher Stadtverwaltung betonte, dass grundsätzlich das Verbrennen pflanzlicher Abfälle, die in privaten Haushalten anfallen, nicht zulässig sei. „Denn diese Abfälle unterliegen als Abfälle zur Verwertung dem Anschluss- und Benutzungszwang. Und für sie besteht eine Überlassungspflicht. Das heißt, dass diese Abfälle entweder über die Biotonne oder bei einem Entsorgungsunternehmen freier Wahl zu entsorgen sind, sofern sie nicht durch Eigenkompostierung verwertet werden. Das Verbrennen der Abfälle ist damit prinzipiell nicht gestattet.“

Keine Deponie für Grünabfälle in Bad Laasphe

Eine Deponie für Grünabfälle gebe es auf Bad Laaspher Stadtgebiet nicht mehr. Bei Vorliegen eines begründeten Einzelfalls und entsprechender Beantragung könne die Ordnungsbehörde jedoch eine Ausnahmeregelung treffen, durch die das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen ausnahmsweise zulässig sei, lautete eine weitere Information aus dem Bad Laaspher Rathaus. So beispielsweise die Sachlage im folgenden Fall: Vor zwei Wochen brannten Holzreste im Eichendorfer Tal bei Rinthe (die Siegener Zeitung berichtete). Dieser Abbrand wurde ordnungsgemäß angemeldet.
Peter Mengel, Abteilungsleiter Sicherheit und Ordnung der Stadt Bad Berleburg, ging konkret auf den „Abbrand von forstlichen Abfällen“ ein. „Wir als Kommune haben keine Möglichkeit, diese Feuer zu genehmigen. Wald und Holz NRW ist grundsätzlich für die Sicherheit und Ordnung im Wald und den Schutz des Waldes zuständig und damit auch für den Abbrand von Schlagabraum, also von forstlichen Abfällen. Hierzu hat Wald und Holz NRW als zuständige Behörde eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Allgemeinverfügung hat generell den Abbrand bis zum 1. März dieses Jahres unter Auflagen zugelassen. Teil der Auflagen ist es, die örtlichen Ordnungsbehörden und die Leitstelle des Kreises Siegen-Wittgenstein über Zeitpunkt und Lage der Verbrennung in Kenntnis zu setzen. Bei letzterer geht ja auch dann üblicherweise der mögliche Notruf ein. Aufgrund abweichender Ortsangabe des Meldenden oder weil die Lage des Feuers bei der Leitstelle mit den vorliegenden Informationen nicht genau eingrenzt werden kann, sind auch mal Alarmierungen der Feuerwehr möglich. Das ist aber die Ausnahme.“

Die Waldbrandgefahr steigt im Frühling

Eine Bitte kam dann noch von der Freiwilligen Feuerwehr in Erndtebrück. „An alle, die eine Rauchfahne sehen, kann ich die Bitte richten, es zu melden. Wir kommen jetzt im Frühjahr in eine schwierige Phase. Es gibt ganze Flächen, die trocken sind. Da muss so etwas gemeldet werden“, unterstrich Feuerwehrchef Karl-Friedrich Müller. Dazu passt auch die Meldung des Landesbetriebs Wald und Holz NRW, dass die Allgemeinverfügung, die bis zum 1. März den Abbrand ermöglichte, nicht verlängert wurde, „da bei trockener Witterung die Waldbrandgefahr steigt“.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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