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Corona-Verdacht auf der Rettungswache
Alle warten auf das Test-Ergebnis

Die Rettungswache Womelsdorf teilt sich ein Gebäude mit der Feuerwehr.

ihm/sabe Womelsdorf. Die Notfallsanitäterin, bei der ein Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, lebt im Oberbergischen Kreis. Sie hatte, wie am Dienstag bekannt wurde, Kontakt mit einem Feuerwehrmann aus Köln, der mit dem Virus infiziert ist. Nach diesem Kontakt hat sie zwei 24-Stunden-Schichten auf dem Rettungswagen in Wittgenstein absolviert, bevor sie grippeähnliche Symptome entwickelte.

Martin Born, der Leiter der Rettungswache Womelsdorf, und die Mitarbeiter der Dienstags-Schicht haben am Abend nach den Vorgaben des Gesundheitsamts die komplette Rettungswache desinfiziert und sind dann nach Hause in Quarantäne gegangen. Auch die Familienangehörigen, die im gleichen Haushalt leben, stehen vorerst unter Quarantäne. Wer zahlt bei Quarantäne?

ihm/sabe Womelsdorf. Die Notfallsanitäterin, bei der ein Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, lebt im Oberbergischen Kreis. Sie hatte, wie am Dienstag bekannt wurde, Kontakt mit einem Feuerwehrmann aus Köln, der mit dem Virus infiziert ist. Nach diesem Kontakt hat sie zwei 24-Stunden-Schichten auf dem Rettungswagen in Wittgenstein absolviert, bevor sie grippeähnliche Symptome entwickelte.

Martin Born, der Leiter der Rettungswache Womelsdorf, und die Mitarbeiter der Dienstags-Schicht haben am Abend nach den Vorgaben des Gesundheitsamts die komplette Rettungswache desinfiziert und sind dann nach Hause in Quarantäne gegangen. Auch die Familienangehörigen, die im gleichen Haushalt leben, stehen vorerst unter Quarantäne.

Wer zahlt bei Quarantäne?

Das Kreisgesundheitsamt hat am Mittwoch alle 15 Rettungswachenmitarbeiter besucht und von ihnen und den Angehörigen Speichelproben genommen. Diese Proben werden untersucht – auch dann, wenn sich der Verdacht bei der Notfallsanitäterin nicht bestätigt, sagte Kreispressesprecher Torsten Manges.

Kontakt mit Karnevalsbesucher

Die Infektionskette für die unter Coronaverdacht stehende junge Notfallsanitäterin ist relativ klar: Zwei Feuerwehrleute der Feuerwache in Köln-Weidenpesch waren auf der Karnevalsveranstaltung in Gangelt im Kreis Heinsberg, von der die große Mehrzahl der bestätigten Infektionen ausgegangen ist. Die beiden Männer wurden positiv getestet, danach schickte die Stadt Köln 21 Mitarbeiter der Wache in häusliche Quarantäne. Mit einem der beiden Infizierten, der im Oberbergischen Kreis lebt, hatte die Bedienstete der DRK-Wache in Womelsdorf persönlichen Kontakt, er stammt aus ihrem familiären Umfeld.

Im Oberbergischen Kreis werden derzeit weitere Verdachtsfälle untersucht. Eine Kindertagesstätte ist geschlossen, zwei größere Veranstaltungen wurden abgesagt. Der Landrat empfiehlt, größere Menschenansammlungen zu meiden.

Wache wieder besetzt

Die Womelsdorfer Wache war schon am Mittwoch wieder einsatzbereit. Beide Rettungswagen und auch der Krankentransportwagen waren nachmittags wieder besetzt. Vier hauptamtliche Rettungsdienstler von anderen Wachen wurden nach Erndtebrück beordert, außerdem halfen zwei Ehrenamtler aus. Die Nachtschicht übernahmen vier Personen, am Donnerstag werden sechs hauptamtliche Kräfte Dienst tun. Der Rettungsdienst im Großraum Erndtebrück ist „vollumfänglich gewährleistet“, so der Kreispressesprecher.

Torsten Manges berichtete, dass mittlerweile alle Patienten ausfindig gemacht worden seien, mit denen die Notfallsanitäterin in den beiden Schichten intensiveren Kontakt gehabt habe. Dabei spiele die Dauer des Kontakts eine nicht unerhebliche Rolle für die Ansteckungsgefahr. Bei den Patienten wurden bisher nach Angaben des Kreissprechers noch keine Proben genommen: „Das würden wir erst tun, wenn sich der Verdacht bestätigt.“

Und: „Alle Maßnahmen passieren bisher aus reiner Vorsicht, wir haben aktuell schließlich noch keinen bestätigten Fall vorliegen.“ Demnach habe man auch in gewisser Weise einen zeitlichen Vorsprung. „Wir haben die Beprobungen nicht erst abgewartet, sondern sofort reagiert und damit schon vorgearbeitet.“ Über die Quarantäne der Wache und ihrer Familienangehörigen hinaus gibt es bisher „keinen anderen Anlass“ für eine Quarantäne. Die Schließung einer Kinderarztpraxis in Bad Berleburg am Mittwochvormittag sei im Eigenbeschluss veranlasst worden und nicht durch offizielle Quarantäneempfehlung initiiert, angelegt oder erfolgt, so der Kreispressesprecher.

Feuerwehr nicht beeinträchtigt

So kann auch der Leiter der Feuerwehr Erndtebrück, Gemeindebrandinspektor Karl Friedrich Müller, vorerst Entwarnung geben. „Der Einsatz ist weiterhin möglich und gewährleistet.“ Wenngleich sich Rettungs- und Feuerwache in Womelsdorf den Standort teilen, so handelt es sich dennoch um räumlich isolierte Einrichtungen, die „komplett voneinander getrennt sind“.

Die Einsatzkräfte stünden somit nicht im direkten Kontakt zueinander. Trotzdem werde als Vorsichtsmaßnahme eingängig geprüft, ob es Schnittstellen gegeben habe.

Viele Bürger an der Corona-Hotline

Bewegung also an allen Stellen: Die Corona-Hotline des Kreises wurde breitflächig angenommen. Gestern gingen bei der Hotline 79 Anrufe aus der Bürgerschaft ein. Die Anrufer wollten vor allem wissen, was sie tun müssen, wenn sie eine Infektion befürchten oder aus einem der stark betroffenen Gebiete kommen. Einige fühlten sich krank und wollten Verhaltensmaßregeln erfahren. Sorgen machten sich auch Bürger, die auf der Rettungswache in Womelsdorf gewesen waren oder Kontakt zu der Mitarbeiterin hatten, die unter Corona-Verdacht steht.

Zwölf Mitarbeiter der Kreisverwaltung standen – neben ihren normalen Aufgaben – als Gesprächspartner der Hotline bereit. Sie beantworteten die Fragen aufgrund der ausführlichen Sachinformation, die das Robert-Koch-Institut (rki.de) ausgearbeitet hat. Die Nummer der Kreis-Hotline: (02 71) 333-11 20.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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