1931 in Erndtebrück
Als es im Pulverwald eine Badeanstalt gab

Es gab früher auch in Erndtebrück ein richtiges Freibad. Vor 80 Jahren wurde es unterhalb des Sportgeländes des TuS gebaut. Es hatte nicht lange Bestand.
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bw Erndtebrück. Endlich ist in Erndtebrück wieder das Hallenbad geöffnet, nachdem es in der Corona-Pandemie lange Zeit geschlossen war. Was nur noch wenige Menschen in der Edergemeinde wissen: Es gab früher auch ein richtiges Freibad in Erndtebrück. Vor 80 Jahren wurde es im Pulverwald gebaut, unterhalb des heutigen Sportgeländes des TuS Erndtebrück. Die Badeanstalt sei für damalige Verhältnisse sehr gut gewesen, erinnert sich ein älterer Bewohner des Ortes. Sie besaß einen Sprungturm mit ausreichender Wassertiefe. Auch die Umkleidekabinen seien gut gewesen.

Das Freibad viel den Kriegsjahren zum Opfer

Im Jahr 1931 wurde das Schwimmbad gebaut, was dem Schwimmsport im Ort einen regelrechten Aufschwung brachte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Jugendlichen das Schwimmen zumeist an den tieferen Stellen von Eder, Benfe und Elberndorf erlernt. Das fanden indes die Besitzer der jeweiligen Wiesen wenig amüsant. Das Freibad im Pulverwald bot die Chance, den Schwimmsport zu etablieren, wofür sich in dieser Zeit insbesondere der Schuldirektor Otto Peine einsetzte, wie die Jubiläumsbücher des TuS Erndtebrück berichten. Der Verein nahm das Schwimmen im Jahr des Freibad-Baus ins Programm auf.

Im Jahr 1931 wurde das Schwimmbad gebaut.
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Schwimmkurse der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) waren sehr gut besucht, Schwimmveranstaltungen der Schuljugend ernteten ein großes Interesse der Bevölkerung. Die Badeanstalt erfreute sich großer Beliebtheit in Erndtebrück, allerdings hatte das Freibad nicht allzu lange Bestand. Die Kriegsjahre und die folgende Nachkriegszeit führten zu seinem Verfall. Alle Bemühungen, das Freibad an gleicher Stelle wieder aufzubauen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Schließlich machte der Bau der Nissenhütten im Pulverwald das Vorhaben endgültig zunichte.

Sportler des TuS forderten eine Badeanstallt

Gleichwohl blieb die Frage im Raum, ob Erndtebrück ein Freibad oder ein Hallenbad bauen sollte. Darauf gab es allerdings über viele Jahre hinweg gar keine Antwort. Beim Festzug im Jahr 1956 zum Jubiläum Erndtebrücks zeigten Sportler des TuS in einer Persiflage das künftige Bad der Ortschaft – sicherlich auch, um die Forderung nach dem Bau einer neuen Badeanstalt zu untermauern. Es dauerte jedoch bis in die 1970er-Jahre und war dann letztlich unter anderem auch der Stationierung der Luftwaffe in der Hachenberg-Kaserne zu verdanken, dass die Realisierung einer Badeanstalt gelang – allerdings eben nicht mehr als Frei-, sondern als Hallenbad.

Die Kriegsjahre und die Nachkriegszeit führten zu seinem Verfall. Sämtliche Bemühungen, das Freibad an gleicher Stelle später wieder aufzubauen, waren leider nicht von Erfolg gekrönt.
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Bis dahin mussten die Schwimmer des TuS Erndtebrück auf die Hallenbäder der Umgebung ausweichen. Sie fuhren bis Siegen, Aue-Wingeshausen oder Wallau, um dort schwimmen zu können. In dem Jubiläumsbuch des TuS Erndtebrück heißt es dazu im Jahr 1970: „Trotz der schwierigen Umstände lernten etwa 780 Kinder und Erwachsene das Schwimmen.“ Und an einer anderen Stelle heißt es: „Schule und Verein werden dankbar den Zeitpunkt der Erstellung eines ortseigenen Hallenbades begrüßen, um dieser Leibesübung die ihr zustehende Pflege und Förderung geben zu können.“

Heute gibt es in Wittgenstein noch vier Freibäder: in Bad Berleburg, Bad Laasphe, Feudingen und Hesselbach. Doch die Geschichte des früheren Freibads in Erndtebrück wirft die Frage auf, ob und wo es in Wittgenstein früher weitere Badeanstalten gegeben hat, die es heute nicht mehr gibt. Wer davon berichten will, wendet sich per E-Mail an b.weyand@siegener-zeitung.de.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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