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Abtritt politischer Urgesteine in Wittgenstein (Teil 1)
Antje Laues-Oltersdorf

Einige kommunalpolitische Urgesteine treten nach der bevorstehenden Wahl ab, zu ihnen gehört auch Antje Laues-Oltersdorf, ehemals Fraktionsvorsitzende der SPD in Erndtebrück. Die SZ startet eine kleine Serie über die „Aussteiger“.
  • Einige kommunalpolitische Urgesteine treten nach der bevorstehenden Wahl ab, zu ihnen gehört auch Antje Laues-Oltersdorf, ehemals Fraktionsvorsitzende der SPD in Erndtebrück. Die SZ startet eine kleine Serie über die „Aussteiger“.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Erndtebrück. Mit dem Ergebnis der Kommunalwahl am 13. September werden sich die Räte in den Städten und Gemeinden verändern. Das liegt freilich nicht nur an steigenden oder sinkenden Stimmanteilen. In manchen Fällen scheiden auch langjährige Ratsmitglieder freiwillig aus dem höchsten politischen Gremium aus. So verlassen einige Urgesteine aus Wittgenstein  bald die kommunalpolitische Bühne – Menschen, die sich zum Teil über Jahrzehnte hinweg in der Politik vor Ort engagiert haben. Die Siegener Zeitung verabschiedet einige dieser Urgesteine in einer kleinen Serie.
Seit 1994 für die SPD im Rat der Gemeinde Erndtebrück
Antje Laues-Oltersdorf steht zwar noch auf der Reserveliste ihrer SPD, allerdings auf Platz 23.

bw Erndtebrück. Mit dem Ergebnis der Kommunalwahl am 13. September werden sich die Räte in den Städten und Gemeinden verändern. Das liegt freilich nicht nur an steigenden oder sinkenden Stimmanteilen. In manchen Fällen scheiden auch langjährige Ratsmitglieder freiwillig aus dem höchsten politischen Gremium aus. So verlassen einige Urgesteine aus Wittgenstein  bald die kommunalpolitische Bühne – Menschen, die sich zum Teil über Jahrzehnte hinweg in der Politik vor Ort engagiert haben. Die Siegener Zeitung verabschiedet einige dieser Urgesteine in einer kleinen Serie.

Seit 1994 für die SPD im Rat der Gemeinde Erndtebrück

Antje Laues-Oltersdorf steht zwar noch auf der Reserveliste ihrer SPD, allerdings auf Platz 23. Wie wahrscheinlich ihr Einzug in den Gemeinderat ist, zeigt sich allein dadurch, dass es dort nur insgesamt 22 Sitze gibt. Einen Wahlkreis hat die frühere Fraktionsvorsitzende auch nicht mehr besetzt. Ihren Rückzug hatte sie intern nach der jüngsten Kommunalwahl im Jahre 2014 angekündigt. 1994 zog Antje Laues-Oltersdorf in den Gemeinderat ein, in die SPD in Erndtebrück war sie erst fünf Jahre zuvor eingetreten. In die Politik sei sie seinerzeit reingerutscht, als sie sich in einer Elterninitiative für den Neubau des Kindergartens im Ederfeld stark gemacht hatte. „Dagegen gab es großen Widerstand, die CDU und die UWG waren damals gegen diesen Neubau, weil dafür das Ehrenmal versetzt werden musste“, erinnert sich Antje Laues-Oltersdorf. Die Elterinitiative habe jedoch viel erreicht. In der Tat: Heute würde niemand den Kindergarten missen wollen. Solchen Erfolgen standen in der späteren kommunalpolitischen Laufbahn aber auch Tiefpunkte gegenüber. Im Jahre 1999 lag die SPD in der Edergemeinde am Boden: Die CDU hatte eine absolute Mehrheit erreicht. Antje Laues-Oltersdorf übernahm ausgerechnet zu diesem schwierigen Zeitpunkt den SPD-Fraktionsvorsitz. „Wir haben unheimlich gut mit den anderen Fraktionen FDP, UWG und mit Willi Flender von den Grünen zusammengearbeitet.“ So habe die Opposition auch ihre Vorstellungen zur Ortsumgehung durchgesetzt: Die Trasse werde bis heute favorisiert. Gebaut wurde sie bislang noch nicht.

Antje Laues-Oltersdorf erinnert sich an harte Debatten im Rat Erndtebrück

Leicht sei die Wahlperiode von 1999 bis 2004 nicht gewesen – allzu oft sei von der CDU der Spruch gekommen: „Ihr könnt ja machen, was ihr wollt – wir haben doch die Mehrheit.“ 2004 dann die Wende: Die SPD setzte sich mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Karl Ludwig Völkel durch. Dass er zurück nach Erndtebrück gekommen sei, „war für uns und für die Gemeinde wirklich ein Glücksfall“, findet Antje Laues-Oltersdorf. Sie erinnert sich auch an die vielen harten Auseinandersetzungen im Rat: „Manchmal war es unter der Gürtellinie – ich will auch gar nicht abstreiten, dass das manchmal auch von meiner Seite kam. Wir haben schon heftig gegen Herrn Linten geschossen.“ In ihren „Kämpfchen“ mit dem Ex-Bürgermeister habe sie allerdings „ein dickes Fell erworben“. Wenn ihr eine Sache wichtig war, dann habe sie immer auch kräftig dafür gestritten.
Seit 2004 stellt die SPD nun den Bürgermeister in Erndtebrück, nach Karl Ludwig Völkel kam Henning Gronau. Die Fraktion sieht Antje Laues-Oltersdorf in sehr guten Händen, neue Leute seien auch jetzt wieder nachgerückt. Ein guter Zeitpunkt, aus dem Rat auszuscheiden. Als sachkundige Bürgerin stünde sie zwar noch zur Verfügung, ansonsten wolle sie in ihrer Freizeit neben ihrem sehr anstrengenden Beruf als Pädagogin nur noch Dinge machen, die sie entspannen. Dazu gehört der Rosengarten auf dem alten Friedhof im Ederfeld, „dort fällt alles von einem ab“.

Mehr Frauen für die Kommunalpolitik

Im Rat entscheiden demnächst andere. Antje Laues-Oltersdorf freut sich darüber: „Denn wenn man zu lange dabei ist, dann fehlt einem irgendwann der Blick von außen.“ Eines bedauert die Sozialdemokratin allerdings: „Dass sich so wenige Frauen in der Kommunalpolitik engagieren. Frauen stecken da eher zurück als Männer.“ Und mit Antje Laues-Oltersdorf selbst tritt jetzt eine Frau auch noch ab.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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