Astronomie für die ganze Familie

Erndtebrücker nutzten am Samstag Wolkenlücken, um den Sternenhimmel zu beobachteten

schn Erndtebrück. Seit tausenden von Jahren sind die Menschen vom nächtlichen Sternenhimmel fasziniert und haben sich zu Höchstleistungen angestachelt. Ob nun das Observatorium von Stonehenge oder die wissenschaftlichen Untersuchungen der antiken Griechen – durch alle Zeiten waren die Menschen gebannt von den Geschehnissen am Himmel. Viel geändert hat sich daran bis heute nichts. Zwar entdecken und projizieren wir heute nicht mehr unsere Götter- und Mythenwelt ans Firmament, sondern gehen streng aufgeklärt und wissenschaftlich an die Sache heran, aber der Bann ist der gleiche geblieben.

Die »Einstiegsdroge« der Sternenguckerei sind meist abendliche Spaziergänge und ein einfaches Fernglas. Damit kann man schon viele der hellen Himmelskörper beobachten, also schon recht viele Sterne und auch die Planeten. Grundvoraussetzungen sind nur ein klarer Himmel und wenig Streulicht von Ortschaften. Am besten sind Lichtungen in dichten Wäldern, außerhalb von Ortschaften, oder Bergkuppen, von denen aus man keinen Ort sehen kann. Im dünn besiedelten und waldreichen Wittgenstein sind solche Stellen leicht zu finden und so hat das Leben auf dem Land mindestens einen riesigen Vorteil gegenüber dem Stadtleben.

Wer dann eines Tages auf den Geschmack gekommen ist, der sollte sich ernsthaft mit dem Kauf eines Teleskopes beschäftigen. Für etwas mehr als 50 e gibt es ein gutes Einsteigermodell, mit dem der Blick in die unendlichen Weiten des Alls frei wird. Die Zahl der sichtbaren Sterne erhöht sich um ein Vielfaches. Die Wahl zwischen Spiegel- und Linsenteleskop ist eher Geschmacksache als Leistungswahl. Der Vorteil an Spiegelteleskopen ist das etwas größere Gesichtsfeld.

Die besonders ambitionierten Sternengucker bauen sich dann ihr Teleskop selbst, einige schleifen dann sogar den Spiegel selbst, andere kaufen ihn zu. Doch ein solcher Aufwand muss für den Einstieg gar nicht sein. Viel wichtiger ist eine fundierte Kenntnis das Sternenhimmels und seiner Sternbilder. Dafür gibt es günstige und gute Bücher oder – viel komfortabler – Computerprogramme. Am PC kann man sich nicht nur Sternenhimmel anzeigen lassen, sondern auch die Bewegung der Sterne animieren lassen. Ausdrucke helfen bei der ersten Orientierung, später wird man dann so fit, dass man die Sternbilder auch ohne Hilfe erkennt. Ganz einfach am Himmel zu finden ist der Mars, der in einem roten Licht am Himmel strahlt. Zumindest im Moment, da er auch einige Zeit gar nicht zu sehen ist.

Nachts um 2 Uhr steht der Mars derzeit genau im Süden. Zu finden ist der Planet einfach. Neben dem roten Licht muss der Beobachter nur den Weg verfolgen, den tagsüber die Sonne nimmt. Denn praktischer Weise folgen alle Planeten der Sonnenbahn, der so genannten Ekliptik. Da die Sonne besonders leicht am Himmel zu verfolgen ist, kann man auch den Mars in seiner Höhe über dem Horizont ganz leicht verfolgen. Eben so wichtig wie die Ekliptik zur Orientierung am Sternenhimmel ist der Polarstern. Da er fast genau über der Drehachse der Erde steht, macht er nur eine ganz leichte Taumelbewegung am Himmel und steht immer im Norden. Der Polarstern ist der äußerste Deichselstern des kleinen Wagens, den eigentlich jeder kennt.

Der vielleicht schönste Stern am nördlichen Firmament ist aber Sirius, der durch seine besondere Helligkeit ganz einfach zu finden ist. Wenn man das Teleskop ein wenig unscharf stellt, sieht man einen Teil der Spektralfarben im Licht des Sirius. Wer über ein Prisma am Teleskop verfügt, kann das gesamte Spektrum sehen. Für Kinder ist Sirius ein Zauberstern, durch seine vielen leuchtenden Farben. Überhaupt ist Astronomie etwas für die ganz Familie. Die Kosten halten sich in Grenzen und die Faszination ist für alle groß. Auch Kinder werden schnell Spaß daran finden. Die Vereinigung der Sternenfreunde, die größte deutsche Organisation dieser Art, findet, dass noch nicht genug Menschen in den Himmel schauen und hatte am Samstag den ersten deutschen Astronomietag ausgerufen. Am Abend hielten Helmut Krumm, Udo Blöcher und Michael Röther im Konfirmandensaal der evangelischen Kirche in Erndtebrück einen Vortrag zum Sternenhimmel in der nördlichen Hemisphäre. Dabei erfuhren die Anwesenden viel über die Sternbilder und wie sie die Jahreszeiten anzeigen. Wenn der Löwe zum ersten Mal über dem Horizont erscheint, dann geht es mit großen Schritten auf den Frühling zu. Wenn der Löwe aber aufgeht, dann verliert der Sternenhimmel aber auch an Pracht. Denn im Winter sind einige der schönsten Sternbilder am Himmel. Das bekannteste ist vielleicht der Orion, mit seinen drei hellen Gürtelsternen. Im Orion, an der Spitze des Schwertes ist ein Sternennebel zu finden, den man schon mit einem einfachen Fernglas sehen kann. Nicht weniger bekannt ist der Andromedanebel, der in ganz klaren Nächten schon mit bloßem Auge zu sehen ist.

Das neue Wissen konnten die Erndtebrücker noch in der gleichen Nacht anwenden, auf dem Gickelsberg nutzten sie die Wolkenlücken, die doch noch entstanden waren, und warfen einen Blick in den Himmel. Bereits am Nachmittag wollten die Sternenfreunde auf dem Erndtebrücker Platz der Freundschaft Sonnenbeobachtungen machen, doch wegen des bedeckten Himmels war dies nicht gelungen.

Am Abend aber waren dann doch viele Sterne zu sehen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, der findet im Internet ganz leicht die Seiten der Sternenfreunde – und ein abendlicher Spaziergang ist gut für die Gesundheit und macht Spaß.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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