Auto zerkratzt: 1000 DM Schaden

Erndtebrück. Ein Personenwagen, der am Sonntag von 14.20 bis 16.15 Uhr an der Erndtebrücker Jahnstraße abgestellt worden war, wurde nach Polizeiangaben offenbar mutwillig mit einem spitzen Gegenstand an der Fahrerseite zerkratzt. Der Schaden wird auf etwa 1000 DM geschätzt. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat Bad Berleburg unter Tel. (02751) 9090 entgegen.Erndtebrück. Den Jäger verbindet eine Hassliebe zum Wildschwein. Auf der einen Seite ist das Schwarzwild ein ganzjähriges Jagdobjekt, auf der anderen Seite richtet es große Schäden in Wald, Feld und Flur an. Landwirte und Weidmänner tragen die Konsequenzen der Wildschäden. Die Jäger versuchen die Symptome zu bekämpfen, indem sie die Sauen schießen, um der herrschenden Überpopulation entgegenzuwirken.

„Oberflächlich und uneffektiv”

Norbert Happ ist diese Art von Schwarzwildhege zu oberflächlich und uneffektiv. Er versucht die Ursachen der Schwarzwildproblematik zu finden und aufzuarbeiten. Zahlreiche Weidmänner waren zum Symposium der Jägerschaft Siegerland-Wittgenstein in den Erndtebrücker Ratsstuben erschienen, um seine Antworten und Lösungen zu hören. Norbert Happ weiß, wovon er spricht. Er ist ein kompetenter Theoretiker und erfahrener Praktiker. Happ arbeitet als Revierförster und Jäger im Rheinland und unterhält seit 25 Jahren intensiven Kontakt zu einer Wildschweinrotte.

Leitbache hat in der Rotte das Sagen

Der Schwarzwildexperte appellierte an seine Weidgenossen, die Tiere „biologisch zu verstehen”. Mit Hilfe von Dias und einem Videofilm informierte er die Jägerschaft über Sozialverhalten und Lebensgewohnheiten der Wildschweine am Beispiel seiner eigenen Rotte. „Eine Wildschweinrotte unterliegt dem Matriarchat”, erklärte Happ. Das Rottenverhalten hänge vom Handeln der Leitbache ab. Sie führe die Rotte an geeignete Futterstellen. Zum Leidwesen vieler Landwirte und Jäger sucht die Bache landwirtschaftliche Flächen auf. Die Schweine suchen auf Äckern und Wiesen nach tierischem Eiweiß in Form von Würmern und Insekten. Die herkömmliche Fütterung mit Eicheln und Mais genüge den Ansprüchen der Vierbeiner nicht, Eiweiß und Kohlehydrate fehlten, so Happ. Die klassische Maismast sorge für zu optimierte Lebensbedingungen und ziehe Überpopulationen nach sich, die große Wildschäden bedingten. Ein Teufelskreis.

„Wildschweine werden gejagt wie Ratten”

Hier setzte der Lösungsvorschlag Norbert Happs ein: Er riet den Jägern, eiweißhaltiges Ablenkungsfutter zu verwenden, das den Bedürfnissen des Schwarzwildes entspreche. Er selbst habe ein solches Futter entwickelt. Zudem appellierte Happ an die Jäger, die Rotte über einen längeren Zeitraum hinweg zu beobachten, um genau beurteilen zu können, welche Tiere geschossen werden müssten. „Wildschweine werden gejagt wie Ratten”, beurteilte Norbert Happ die desolate Situation in deutschen Wäldern. Sein Rat war die Heranzucht einer Rotte, die aus mehreren „Stockwerken” bestehe. Einheitliche Trächtigkeiten der Bachen seien ein weiterer Punkt dieses Konzepts.

„Jäger sollten sich besser austauschen”

Voraussetzung einer solchen Schwarzwildhege sei der Austausch zwischen den Jägern. Happ riet daher dazu, kleine Hegegemeinschaften zu gründen, um einen besseren Austausch zu erzielen. „Bei der Hege des Jägers fängt die Hege des Wildes an,” so Happ.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
Lokales
Unter Siegerländer Artikeln finden Besucher der SZ-Homepage derzeit zahlreiche Angebote von Siegener Händlern. Möglich macht das die Kooperation mit dem hiesigen Start-up-Unternehmen mapAds. Mit dem innovatien Digitalmarketing-Werkzeug lassen sich Angebote von Handel und Dienstleistung einfach digitalisieren und bald über viele zusätzliche Kanäle publizieren.

Start-up mapAds und Vorländer Mediengruppe
Angebote einfach digitalisieren und publizieren

sz Siegen. Die Vorländer Mediengruppe arbeitet weiter konsequent an der Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Während die Zeitungsproduktion weiter das Kerngeschäft und das wichtigste Standbein des Verlages bleiben wird, investiert Vorländer selbstbewusst und entschieden in moderne Strukturen, neue Technologien und die Digitalisierung. Mit dem Digitalen arbeiten„Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft darin liegt, nicht gegen das Digitale, sondern mit dem Digitalen zu arbeiten. Wir sehen das...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen