Bäume erhielten richtigen Schnitt

Feuerwehrmänner der drei Laaspher Züge absolvierten Holzfäller-Lehrgang

BW Zinse. Was sind eigentlich die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr? Natürlich: die Brandbekämpfung. Das ist mit Sicherheit die zentrale Arbeit, doch damit ist es noch lange nicht getan. Denn darüber hinaus gehört zum Helferdasein in der Feuerwehr doch etwas mehr. Zum Beispiel der Einsatz bei Unfällen im Rahmen der Schnelleinsatz-Gruppe gemeinsam mit dem Roten Kreuz und dem Maltheser Hilfs-Dienst. Oder das Auspumpen von Wasser aus überfluteten Kellerräumen. Nicht zuletzt auch das Aufarbeiten von Windbruch, was gerade in den vergangenen beiden Wintern in Wittgenstein überaus notwendig war. Und genau darum ging es jetzt bei einem regelrechten Holzfäller-Lehrgang, aber eben speziell für Feuerwehrmänner.

Im Elberndorftal zwischen Erndtebrück und Zinse nahmen sich Oliver Beitzel, Dirk Otto und Arndt Wolzenburg vom staatlichen Forstamt Hilchenbach der Floriansjünger aus den drei Bad Laaspher Zügen an. In zwei Teilen – ein theoretischer sowie der praktische Part – vermittelten die drei Experten die notwendigen Kenntnisse: wie muss man einen Baum, der beispielsweise auf eine Straße gestürzt ist, richtig anschneiden? Denn ein umgefallener Stamm liegt schließlich nicht ganz normal auf dem Boden, sondern hängt zumeist in der Luft oder aber über Kreuz mit anderen Bäumen. In diesem Fall hilft natürlich das Wissen aus einer privaten Holzstellerarbeit kaum. Es komme vielmehr auf die richtige Schneidetechnik an, erläuterten Oliver Beitzel, Dirk Otto und Arndt Wolzenburg. Einen umgestürzten Stamm müsse man fachgerecht schneiden. Zunächst ist es wichtig, einen gefallenen Baum richtig zu beurteilen: »Welche Seite ist die Druckseite und wo ist dementsprechend die Zugseite?« Die Lage des Baums ist entscheidend, um zu erkennen, in welche Richtung er nach dem Schnitt fallen wird. »Es ist sehr wichtig, beim Schneiden immer auf der Druckseite zu stehen, niemals auf der Zugseite.« Denn genau dorthin zieht es einen umgestürzten Baum nach dem Durchschneiden mit der Motorsäge.

Zu den goldenen Regeln gehört außerdem, mit Ruhe an diese Schneidearbeiten heranzugehen. Entscheidend sei, sich den Arbeitsraum zunächst einmal frei zu schneiden und einen sicheren Stand zu haben. Und dann sollte man auch schnell schneiden, damit sich die Motorsäge nicht im Stamm festfrisst und stecken bleibt. Von seiner Druckseite muss der Stamm angeschnitten werden, an einer Stelle mit möglichst geringer Spannung. »Wenn ein Baum in der Luft hängt, dann steht er natürlich unter großer Spannung«, erklärte Arndt Wolzenburg. Die entstehenden Probleme erkannten die Feuerwehrmänner in der Praxis. Jeder Kursteilnehmer durfte sich an einem umgestürzten Baum auslassen, auch an etwas kritischen Fällen. Dass dabei auch mal die Motorsäge stecken blieb, war natürlich kein Problem. Denn das kann im Einsatz passieren, und auf jene Probleme sollte der Kurs auch vorbereiten. Mindestens zwei Mal im Jahr stehen die Feuerwehrhelfer vor den Problemen des Windbruchs. Bisher habe man hierbei ganz »frei Schnauze« gehandelt, meinte der Laaspher Zugführer Dirk Höbener. Dieser Lehrgang für den fachgerechten Umgang mit umgestürzten Bäumen ist auch keine Vorschrift für einen Feuerwehrmann. Vielmehr machten die 24 Laaspher den Kurs ganz freiwillig, und zwar zur Minimierung des Gefahrenpotentials. Das Wissen dient zur Sicherheit der Einsatzkräfte, zum richtigen Aufarbeiten von Windbrüchen.

Das gewonnene Können bedeutet indes keinesfalls, dass es künftig nicht mehr zu Sperrungen von Straßen kommen wird. Denn auf einer Strecke, wo beispielsweise wegen der Schneelast Bäume auf den Asphalt gestürzt sind, besteht immer die Gefahr weiterer Windbrüche. Darauf machte auch Dirk Höbener aufmerksam: »Die Sperrungen sind kein böser Wille, die Gefahren sind einfach zu groß.«

Und zwar sowohl für die Einsatzkräfte, als auch für die Autofahrer. Die Straßen könnten erst dann wieder geöffnet werden, wenn diese sicher befahrbar seien. Für die Befreiung der Straßen von umgestürzten Bäumen haben die Feuerwehrmänner die notwendigen Kenntnisse ja nun verinnerlicht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen