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Problemimmobilie in Erndtebrück
Bahnhofsgebäude ist schon ein „Lost Place“

Für das Bahnhofsgebäude in Erndtebrück fehlt bislang ein neuer Besitzer. Gemeinde und BEG geben die Hoffnung nicht auf.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

bw Erndtebrück. Von „Lost Places“ ist heutzutage sehr oft die Rede, wenn es um vergessene Orte geht. Im Englischen gibt es den Begriff gar nicht, dort spricht man eher von „abandoned premises“ – also von „aufgegebenen Liegenschaften“. Die „Lost Places“ gibt es auch in Wittgenstein, etwa das ehemalige HT in Rüppershausen oder auch die frühere Gaststätte „Ederkopf“ in Benfe. Und natürlich – Achtung: Wortwitz! – nicht zu vergessen das Bahnhofsgebäude in Erndtebrück, das zusehends verfällt. Mehr als ein Jahr ist es her, dass unsere Zeitung das letzte Mal nachfragte, was mit dem überaus ortsbildprägenden Gebäude im traditionellen Eisenbahnerdorf passieren sollte.

bw Erndtebrück. Von „Lost Places“ ist heutzutage sehr oft die Rede, wenn es um vergessene Orte geht. Im Englischen gibt es den Begriff gar nicht, dort spricht man eher von „abandoned premises“ – also von „aufgegebenen Liegenschaften“. Die „Lost Places“ gibt es auch in Wittgenstein, etwa das ehemalige HT in Rüppershausen oder auch die frühere Gaststätte „Ederkopf“ in Benfe. Und natürlich – Achtung: Wortwitz! – nicht zu vergessen das Bahnhofsgebäude in Erndtebrück, das zusehends verfällt. Mehr als ein Jahr ist es her, dass unsere Zeitung das letzte Mal nachfragte, was mit dem überaus ortsbildprägenden Gebäude im traditionellen Eisenbahnerdorf passieren sollte. Damals lautete die gemeinsame Antwort von Bürgermeister Henning Gronau sowie Projektleiter Carsten Kirchhoff von der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG) in Essen: „Wir sind weiter auf der Suche nach einem geeigneten Investor für das Bahnhofsgebäude. Derzeit werden denkmalrechtliche Fragestellungen geklärt, die einem zukünftigen Investor eine größere Sicherheit bieten, welche Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für das Gebäude bestehen. Sobald hier eine finaler Sachstand vorliegt, gehen wir davon aus, dass eine deutlich größere Chance besteht ein Investitionsinteresse zu wecken.“ Das war der Sachstand im November 2019 – nun, im Januar 2021, fragte unsere Zeitung wieder nach und erhielt diesmal zwei getrennte, aber ähnliche Stellungnahmen:

Lösungsansätze ohne erfolgreichen Abschluss

Gemeinde Erndtebrück: „Seit einigen Jahren bemüht sich die Gemeindeverwaltung nun schon um die Vermarktung des Bahnhofsgebäudes. Die Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW mbH (BEG) führte nach dem Rückerwerb des Gebäudes eine intensive Investorensuche durch. Diese erfolgte in Abstimmungen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Hier gab es vielversprechende Lösungsansätze, die jedoch bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen erfolgreichen Abschluss brachten. Die Gemeindeverwaltung weiß um die Wichtigkeit des Gebäudes für die Edergemeinde und wird sich auch weiterhin um eine zukünftige Vermarktung bemühen und bleibt daher mit der BEG im stetigen Austausch.“

Carsten Kirchhoff (BEG): „Wir bemühen uns weiterhin aktiv mit der Gemeinde Erndtebrück um die Vermarktung des Bahnhofsgebäudes. Wir haben nach dem Rückerwerb des Gebäudes gemeinsam mit der Gemeinde Erndtebrück eine intensive Investorensuche durchgeführt. Diese erfolgte in Abstimmungen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Hier gab es vielversprechende Lösungsansätze in Sachen denkmalrechtlicher Rahmenbedingungen. Wir stehen mit der Gemeinde im stetigen Austausch, jedoch können wir bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen erfolgreichen Abschluss melden.“

Ortsbildprägende Immobilie

Drei Tage vor der letzten Bundestagswahl im September 2017 (um einmal zu verdeutlichen, wie viel Zeit seitdem bereits vergangen ist) hatte die Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft den überaus erfolglosen Versuch zweier Investoren aus Hilchenbach und Bad Berleburg beendet und den Verkauf an das Duo aus dem Jahr 2012 rückgängig gemacht. Es war ein überfälliger Schritt, waren doch die Bemühungen der beiden, das Bahnhofsgebäude zu sanieren, krachend gescheitert. Bei einer Begehung des Bahnhofs sagte BEG-Projektleiter Carsten Kirchhoff damals, das Gebäude sei absolut sanierungsfähig und ein Abriss deshalb kein Thema.

Das zwischen 1914 bis 1916 errichtete Bahnhofsgebäude ist durch die imposante Empfangshalle und durch die klassizistische Fassade eine ortsbildprägende Immobilie. Der Komplex verfügt im Erd- und Obergeschoss über rund 675 Quadratmeter Nutzfläche und weitere 220 Quadratmeter im Güterschuppen. Am Kaufpreis sollte es nicht scheitern, die Bahn würde die Immobilie für einen symbolischen Betrag abgeben. Für die Sanierung dürfte ein Investor aber tief in die Tasche greifen müssen.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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