Anwohner vom Hupen der Züge genervt
Bahnübergang „Auerain“ ist nicht auf der Agenda

Der Bahnübergang in Womelsdorf ist gesichert durch die Kombination von Andreaskreuz und Hupen der Züge der HLB. Vor allem Letzteres stört allerdings die Anwohner vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Foto: Björn Weyand
  • Der Bahnübergang in Womelsdorf ist gesichert durch die Kombination von Andreaskreuz und Hupen der Züge der HLB. Vor allem Letzteres stört allerdings die Anwohner vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Foto: Björn Weyand
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bw Womelsdorf. Ein halbes Jahr lang hat sich Alfred Vomhof aus Womelsdorf das Schauspiel vor seiner Haustür angeschaut, jetzt platzte ihm endgültig der Kragen. Bereits im Dezember hatte sich der Anwohner aus dem Erlenweg über den Lärm beschwert, der durch den Zugverkehr auf der Strecke von Erndtebrück nach Bad Berleburg entsteht – vor allem durch zusätzliche Früh- und Spätverbindungen (die SZ berichtete). Viele der Triebwagenführer „fahren ohne Verstand“, ärgert sich Alfred Vomhof. Und ohne Rücksicht auf die Anwohner, die mit den Pfeif- und Fahrgeräuschen vom frühen Morgen bis zum späten Abend leben müssen. „Es ist unter aller Kanone“, kritisiert Alfred Vomhof im SZ-Gespräch. Der Bahnübergang „Zum Auerain“ werde ja regelrecht freigehupt, „das macht krank“.

Der Anwohner, der nach eigenen Angaben auch für seine Nachbarn spricht, „die mit den Nerven am Ende sind“, will die Politik mit seiner Kritik wachrütteln. Dass die mit solchen neuen Angeboten den Öffentlichen Personen-Nahverkehr stärken will, kann Alfred Vomhof verstehen – nur seien die meisten Züge leer, wenn nicht gerade Schüler befördert werden. Außerdem gebe es abends alternativ einen Rufbus, der die Strecke auch abfährt. Doch die Fahrgeräusche sind letztlich die kleinere Sorge, noch viel störender sei das Hupen der Triebwagenführer. „Dabei wäre es ein Klacks, das zu verhindern, indem man den Bahnübergang endlich mit Blinksignal und Schranke sichern würde – die Kabel liegen doch“, erläutert der Womelsdorfer, der diese Sicherung noch aus einem zweiten Grund fordert: Es handele sich um keinen übersichtlichen Bahnübergang.

Tatsächlich ist dieser auch nicht gerade wenig befahren, erschließt die Straße doch eine ganze Wohnsiedlung links der Eder, wo in den vergangenen Jahren auch einige neue Häuser gebaut wurden. Somit steigt die Zahl der Fahrzeuge, die diesen Bahnübergang kreuzen. Die Deutsche Bahn hat allerdings gegenüber der Siegener Zeitung bereits klargestellt, dass es derzeit keinerlei Planungen für eine technische Sicherung des Bahnübergangs „Zum Auerain“ gebe: „Die Sicherung entspricht den Vorgaben der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung“, heißt es aus der Bahn-Regionalzentrale in Düsseldorf. Vielmehr konzentriert sich das Unternehmen derzeit wohl auf den Umbau und die damit verbundene Sicherung des Bahnübergangs „Im Grünewald“ in Erndtebrück.

Für alle Bahnübergänge auf der Bahnstrecke zwischen Kreuztal und Bad Berleburg hat der Zweckverband Personennahverkehr (ZWS) bereits im Jahre 2011 eine Vorplanung in Auftrag gegeben, in der es um die Machbarkeit von Schließungen und die Notwendigkeit von zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen gehen sollte. Die Ergebnisse liegen seit Oktober 2016 bei der DB Netz vor. Von dort gibt es aber keine Aussagen, welche Bahnübergänge angepackt werden sollen – oder ob es neben der Baumaßnahme „Im Grünewald“ überhaupt zu weiteren Projekten kommen wird. Unterm Strich bleibt insofern die Aussage, dass der Bahnübergang „Zum Auerain“ momentan jedenfalls nicht auf der Agenda steht.

ZWS-Geschäftsführer Günter Padt hat schon im Dezember gegenüber der Siegener Zeitung eines klargestellt: „Es gibt auf der gesamten Strecke zwischen Kreuztal und Bad Berleburg keinen ungesicherten Bahnübergang.“ Die Bahnübergänge seien entweder technisch oder durch die Übersicht in Verbindung mit hörbaren Signalen gesichert. Zudem stehe vor jedem Bahnübergang ein Andreaskreuz, das für Straßenverkehrsteilnehmer die Wirkung eines Stoppschildes habe. Für Alfred Vomhof ist diese Aussage allerdings wenig zufriedenstellend. Er pocht darauf, dass es ein Ende hat mit der tagtäglichen Ruhestörung.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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