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Ortschaft von Erndtebrück
Balde bereitet 500-Jähriges vor

Eine große Feier wird es schon allein wegen „Corona“ nicht geben. Aktuell laufen in der Erndtebrücker Ortschaft Balde aber die Vorbereitungen für die 500-Jahr-Feier im Jahr 2021.
  • Eine große Feier wird es schon allein wegen „Corona“ nicht geben. Aktuell laufen in der Erndtebrücker Ortschaft Balde aber die Vorbereitungen für die 500-Jahr-Feier im Jahr 2021.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Balde. Ein kleines aber feines Fleckchen Erde ist „die Balde“ – wie die Ortschaft in Wittgenstein gemeinhin genannt wird. Wobei die Aussage ja nicht ganz richtig ist, denn zur Balde gehören die Melbach, Leimstruth und die Rohrbach unbedingt dazu. Gerade einmal 300 Einwohner zählt das Dorf-Ensemble. Erst seit der kommunalen Gebietsreform in 1975 gehört Balde zur Gemeinde Erndtebrück. Davor war der Ort Berleburger Territorium, wobei – wie bei vielen Dörfern – Balde sicher weitaus älter sein dürfte.Als 1521 im Zinsregister mehrfach von einem Hermann von Balte die Rede war, da stand sozusagen das „Geburtsdatum“ von Balde fest. Die Berleburger Chroniken aber schreiben bereits anno 1510 von Balde als Wüstung. Und wenn eine Ortschaft wüst wurde, muss sie zuvor mal belebt gewesen sein.

howe Balde. Ein kleines aber feines Fleckchen Erde ist „die Balde“ – wie die Ortschaft in Wittgenstein gemeinhin genannt wird. Wobei die Aussage ja nicht ganz richtig ist, denn zur Balde gehören die Melbach, Leimstruth und die Rohrbach unbedingt dazu. Gerade einmal 300 Einwohner zählt das Dorf-Ensemble. Erst seit der kommunalen Gebietsreform in 1975 gehört Balde zur Gemeinde Erndtebrück. Davor war der Ort Berleburger Territorium, wobei – wie bei vielen Dörfern – Balde sicher weitaus älter sein dürfte.Als 1521 im Zinsregister mehrfach von einem Hermann von Balte die Rede war, da stand sozusagen das „Geburtsdatum“ von Balde fest. Die Berleburger Chroniken aber schreiben bereits anno 1510 von Balde als Wüstung. Und wenn eine Ortschaft wüst wurde, muss sie zuvor mal belebt gewesen sein. Weitere urkundliche Zeugnisse stammen aus dem Jahr 1538, da wurde der Ort in einem Atemzug mit dem Kirchspiel Weidenhausen genannt. Von einem „Hof Balte“ oder „Balth“ war die Rede. Im Berleburger Archiv liegen die dazugehörigen Akten heute noch. In den 60er und 70er Jahren des 16. Jahrhunderts fand man in den bergigen Lagen rund um Balde große Mengen Eisen. Das war der Grund, warum 1571 ein Eisenhammer gebaut wurde, im Jahr 1578 kamen auch Hammerhütten dazu. Für Balde wechselten über die Jahrhunderte die Zuständigkeiten. Seit 1781 gehörte es zur Schulzerei Berghausen, 1819 erfolgte der Wechsel in den Schulzereibezirk Dotzlar. Zur Gemeinde Balde gehörten damals Leimstruth, Melbach und Rohrbach. Noch heute sind die Ortschaften und Siedlungen eng miteinander verbunden.

"Berleburgische Höfe"

1521 – das Datum der Ersterwähnung ist eng verknüpft mit einem der wenigen „berleburgischen Höfe“, die man bis 1521 in den Registern des Archivs nachweisen kann. Es ist das Haus Bäckers, das Werner Wied in seinen Beiträgen zur Geschichte der Alt-Bauernhöfe in Balde, Melbach und Rohrbach, im Erndtebrücker Heimatbuch (Teil 2, 1977) beschreibt. Bäckers war der größte Hof in Balde, Hermann von Balt taucht zwischen 1521 und 1545 regelmäßig in den Zinsregistern auf, wobei der Hausname vom 1606 genannten Velten Becker herrührt. Wie sehr die Landwirtschaft die Ortschaft Balde prägte, – bis heute immer noch – das wird in den Aufzeichnungen der Register deutlich.
Da war der Bäckers Hof der „am höchsten taxierte“, im Güterverzeichnis gehörten Herren- und Erbwiesen, Dung- und Kornland, Raum- und Pfandacker zu ihm. Ähnliches galt für die Höfe „Häckelers“ und „Herschte“, die ebenfalls bis 1521 zurückverfolgt werden können. In der Melbach tauchte 1521 ein Henrich von Melbach als erster Besitzer des „Herjes-Hauses“ auf. Hier handelte es sich um „eines der bemerkenswertesten Bauernhäuser in Wittgenstein“, wie Werner Wied erläuterte. Es war nämlich die Hofstätte des bekannten Wittgensteiner Zimmermeisters Mannus Riedesel, der die Sassenhäuser Kapelle, die Berleburger Ludwigsburg oder das Stoltz’sche Haus in der historischen Laaspher Altstadt erbaute.
Weitere Höfe sind 1521 belegt, etwa Müllers unter der Weggabel an der alten Viehtrift oder der Hof Peters. Die alten Erinnerungen sollen übrigens im kommenden Jahr nochmal wach werden. Dann nämlich feiert die Balde ihr 500-Jähriges mit einem kleinen Fest, wie Ortsvorsteherin Reinhild Saßmannshausen im SZ-Gespräch erläuterte. 

Corona-Lage bleibt ungewiss

Weil man in Corona-Zeiten vorsichtig mit konkreten Planungen sein muss, äußerte sich Baldes Ortsvorsteherin Reinhild Saßmannshausen im SZ-Gespräch auch nur unter Vorbehalt. Wer weiß schon, wie die Pandemie-Lage in 2021 aussieht? „Es wird aber eine kleine Feier geben“, verriet Reinhild Saßmannshausen. Noch gebe es allerdings keinen festen Termin, angedacht sei der Herbst kommenden Jahres. Gerne würde man in Balde eine gemütliche Dorffeier ausrichten, ins Auge gefasst hat die Ortsvorsteherin schon mal das Leimstruther Schützengelände. Vielleicht könnte ein Rundgang mit drei Anlaufpunkten durchgeführt werden – oder eine historische Komponente mit alten Bildtafeln.
Ideen sind da, für die Umsetzung braucht es ein Helferteam. Auf jeden Fall wollen Balde, Melbach und Leimstruth das 500-Jährige gerne in der Dorfgemeinschaft feiern.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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