Was passiert mit den alten Bahnhäusern?
Bangen um historische Siedlung

Die ehemaligen Bahnhäuser an der Pulverwaldstraße in Erndtebrück stehen zum großen Teil leer. Im Erndtebrücker Gemeinderat zeigten sich Bürgermeister und die Kommunalpolitik besorgt über die Entwicklung dort.
  • Die ehemaligen Bahnhäuser an der Pulverwaldstraße in Erndtebrück stehen zum großen Teil leer. Im Erndtebrücker Gemeinderat zeigten sich Bürgermeister und die Kommunalpolitik besorgt über die Entwicklung dort.
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howe Erndtebrück. Mit seiner Anfrage legte Michael Schnell am Mittwochabend in der Sitzung des Erndtebrücker Gemeinderats den Finger in eine alte Wunde. Denn den Zustand der alten Bahnhäuser an der Pulverwaldstraße thematisierte die Kommunalpolitik schon vor Jahren. Jetzt informierte Michael Schnell den Rat während der Fragestunde für Einwohner darüber, dass in den Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft Südwestfalen „ein dermaßen hoher Leerstand“ herrsche. Die Wohnungen würden auch nicht mehr vermietet. Michael Schnell wies auf den historischen Wert der Häuser hin, die seien von Eisenbahnern aus Erndtebrück in den 1920er-Jahren aufgebaut worden.

Die Gemeinde habe hier ein Stück Geschichte, das unbedingt erhalten werden müsse. Bürgermeister Henning Gronau bezog Stellung. „Es wäre schade, wenn die Häuser in dem Zustand bleiben.“

Die Siedlung ist historisch

Eigentümerin sei die Wohnungsgenossenschaft aus Siegen. „Wir haben die schon auf die Situation aufmerksam gemacht“, seit drei oder vier Jahren unterbreite die Gemeinde Erndtebrück der Genossenschaft auch diverse Angebote. „Da muss was passieren. Ich bin der Meinung, da muss zwingend etwas passieren“, äußerte sich Henning Gronau mit Nachdruck. Die Siedlung an der Pulverwaldstraße sei für Erndtebrück „historisch“. Zuletzt habe die Gemeinde wirklich alles probiert, unterschiedliche Abteilungen seien angesprochen worden. „Die Antwort, die wir erhalten, ist immer die gleiche. Man wisse strategisch noch nicht, wie man weiter verfahre.“ Die Situation an der Pulverwaldstraße betrachte die Gemeinde mit gewisser Sorge und habe daher frühzeitig Kontakt mit dem Eigentümer gesucht. „Seit 2017 erfolgen regelmäßige Kontaktaufnahmen durch die Gemeinde.“

Keine Reaktion auf schriftliche Kontaktaufnahme

Es sei signalisiert worden, dass man die Gemeinde kontaktiere, sobald es neue Entwicklungen gebe. „Auf die letzte schriftliche Kontaktaufnahme zu Beginn des Jahres 2021 erfolgte leider keinerlei Reaktion der Genossenschaft mehr.“ Es sei sehr bedauerlich, heißt es aus dem Rathaus in Erndtebrück, dass seitens der Genossenschaft weder auf diese Unterstützungsangebote eingegangen worden sei, noch ein anderer Sachstand erkennbar sei. Nach wie vor stehe die Gemeinde für Gespräche zur Verfügung und würde eine gemeinsame Lösungsfindung begrüßen, was der Genossenschaft gegenüber mehrfach so kommuniziert worden sei. Die Siegener Zeitung berichtete zuletzt, dass die Siegener Wohnungsgenossenschaft Südwestfalen (WGS) eigentlich Anfang 2020 eine Entscheidung darüber treffen wollte, was sie mit den Mietshäusern an der Pulverwaldstraße vorhat. 74 Wohnungen betreibt die WGS in den einstigen Bahnarbeiter-Häusern am Standort Erndtebrück.

Erforderliche Instandhaltung sind geleistet worden

Geschäftsführer Manfred Jungels berichtete seinerzeit auf SZ-Anfrage, dass man zwar auf größere Investitionen in die alten Häuser in Erndtebrück in den vergangenen Jahren verzichtet habe. Die erforderlichen Instandhaltungen seien aber immer geleistet worden, so Manfred Jungels. Es sei die Frage, ob sich eine energetische Revitalisierung der Häuser noch lohne, zumal auch die Grundrisse der Wohnungen nicht zeitgemäß seien. Die Märkte hätten sich da verändert, sagte der WGS-Geschäftsführer. Gab es bislang trotz ausbleibender Modernisierungen noch keine nennenswerten Leerstände in den Häusern, sieht das aktuell nach SZ-Informationen schon anders aus.

Sollten die leerstehenden Wohnungen tatsächlich nicht mehr vermietet werden, dürfte die WGS inzwischen eine Entscheidung gegen den Weiterbetrieb der Wohneinheiten gefällt haben. Die SZ erreichte Manfred Jungels am Donnerstagnachmittag telefonisch, nachdem die Redaktion am Morgen eine Anfrage per E-Mail versandt hatte. Allerdings verwies der WGS-Chef auf den Datenschutz. Er wisse ja nicht, mit wem er es am Telefon zu tun habe. Da könne ja jeder kommen und Auskunft verlangen. Die E-Mail wolle er lesen, dafür brauche er aber Zeit. So etwas gehe nicht von heute auf morgen.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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