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Lieferengpässe bei vielen Materialien
Bauherren brauchen Geduld

Nicht nur das Holz für den Dachstuhl ist derzeit schwierig zu bekommen. Wer ein Haus baut, braucht auch Geduld, wenn er auf diverse Materialien wie OSB-Platten, Gipskartonplatten, PVC-Rohre oder Klemmfilz warten muss.
  • Nicht nur das Holz für den Dachstuhl ist derzeit schwierig zu bekommen. Wer ein Haus baut, braucht auch Geduld, wenn er auf diverse Materialien wie OSB-Platten, Gipskartonplatten, PVC-Rohre oder Klemmfilz warten muss.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

bw Wittgenstein. Wer in diesem Frühjahr ein Haus neu baut oder renoviert, der braucht reichlich Geduld. Das liegt diesmal aber weniger daran, dass das Handwerk im Prinzip durch alle Branchen hinweg die Auftragsbücher voll hat, was seit Jahren der Fall ist. Viel schwerer wiegen momentan die Lieferengpässe, die freilich beileibe nicht nur das Holz als Baustoff betreffen. Nicht nur OSB-Platten sind derzeit kaum zu bekommen und mit langen Lieferzeiten behaftet.

„Das zieht sich durch alle Sparten“, berichtet Sebastian Finger, Geschäftsführer der Rompel Baustoffe GmbH, „mittlerweile ist fast alles knapp.

bw Wittgenstein. Wer in diesem Frühjahr ein Haus neu baut oder renoviert, der braucht reichlich Geduld. Das liegt diesmal aber weniger daran, dass das Handwerk im Prinzip durch alle Branchen hinweg die Auftragsbücher voll hat, was seit Jahren der Fall ist. Viel schwerer wiegen momentan die Lieferengpässe, die freilich beileibe nicht nur das Holz als Baustoff betreffen. Nicht nur OSB-Platten sind derzeit kaum zu bekommen und mit langen Lieferzeiten behaftet.

„Das zieht sich durch alle Sparten“, berichtet Sebastian Finger, Geschäftsführer der Rompel Baustoffe GmbH, „mittlerweile ist fast alles knapp.“ Gipskartonplatten, PVC-Rohre, Klemmfilz – das alles ist entweder gar nicht oder mit langen Lieferzeiten von stellenweise acht Wochen und dann auch oft zu deutlich höheren Preisen als in den Vorjahren erhältlich. Vieles, was gewöhnlich auf Lager liegt oder zumindest kurzfristig geliefert werden kann, ist jetzt mit erheblichen Wartezeiten behaftet.

Völlig überhitzter Holzmarkt wird abkühlen

Die Nachfrage ist im Moment unheimlich hoch, der Markt völlig überhitzt. „Jeder Baustoffhändler versucht, so viel wie möglich zu bestellen“, erklärt Sebastian Finger. Denn am Ende kann nur ein Teil geliefert werden, die Mengen werden vom Hersteller zugeteilt. Heißt also: Wer wenig ordert, kriegt noch weniger. „Die Lieferanten berufen sich auf höhere Gewalt“, betont der Berleburger auf Anfrage der SZ.

Bei Rompel können aber nach wie vor auch Privatleute davon ausgehen, dass sie zumindest die gewünschten Waren auch bekommen werden. In Ballungsgebieten gebe es Baustoffhändler, die knappe Waren schon gar nicht mehr an Privatpersonen herausgeben, sondern nur an die Großkunden, wie Sebastian Finger verrät.

Allgemeine Panik im Bausektor?

Zu denen, die im Moment die erwähnte Geduld aufbringen müssen, gehört Daniel Kunze. Der Erndtebrücker saniert zurzeit mit seinem Geschäftspartner Boris Kämmerling die ersten von insgesamt neun der Kuhlmann-Häuser. Von Styropor bis hin zu Schrauben sei im Moment alles schwierig zu bekommen. Daniel Kunze sieht den Grund in einer allgemeinen Panik im Bausektor, der dazu geführt habe, dass sich die Fertighausbauer höhere Kontingente an Baustoffen gesichert haben. „Das ist quasi der Toilettenpapier-Effekt“, bringt es der Erndtebrücker auf den Punkt und erinnert an die leer gefegten Supermarkt-Regale im vergangenen Jahr, als sich viele Menschen zu Beginn der Corona-Krise massenweise mit Toilettenpapier eindeckten.

"Ich glaube, ab Sommer wird es sich entspannen."
Daniel Kunze
Unternehmer

Dass Baustoffe gerade im ersten Quartal in den vergangenen Jahren schon knapp waren, gibt Daniel Kunze zu bedenken. In diesem Jahr habe sich der Knoten aber im Gegensatz zu den Vorjahren bislang nicht gelöst. „Ich glaube, ab Sommer wird es sich entspannen“, hofft der Unternehmer, der auch mit seiner Firma Wiso Solar ein Lied von Lieferschwierigkeiten singen kann: Im Moment sind nämlich auch Photovoltaik-Module kaum zu bekommen: „Wir sind daher dankbar für jedes einzelne Modul, das wir kriegen.“ Die Nachfrage ist riesig und aktuell kaum zu bedienen.

Auch die Kosten steigen

Häuslebauer müssen aber nicht nur viel Geduld aufbringen, sondern sich auch auf höhere Kosten für den Hausbau einstellen, wie Daniel Kunze anmerkt. Ein stinknormales Einfamilienhaus dürfte heute locker 100 000 bis 150 000 Euro teurer werden als noch vor drei oder vier Jahren. Für Daniel Kunze hat der Lieferengpass eine Konsequenz: Was bei den ersten Häusern noch in Holzbauweise im obersten Geschoss errichtet worden sei, „werden wir bei den anderen Häusern wohl mauern, denn Steine sind noch zu haben“.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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