Bei Erndtebrückern funkte es erst in Siegen

Seltenes Jubiläum: Ludwig und Hedwig Althaus feiern morgen ihre diamantene Hochzeit

Erndtebrück. Seltenes Jubiläum in der Edergemeinde: Ludwig und Hedwig Althaus feiern am morgigen ersten Weihnachtsfeiertag diamantene Hochzeit. Vor 60 Jahren – am 25. Dezember 1942 – gaben sich der Erndtebrücker und die gebürtige Rückershäuserin das Ja-Wort. Pfarrer Friedrich Kressel, der spätere Superintendent, traute das Paar in der evangelischen Kirche, Amtsbürgermeister Karl Sureth unterzeichnete für die Verwaltung in seiner Eigenschaft als Standesbeamter.

Bereits 1940 hatten sich beide verlobt, »doch mit der Heirat wollten wir eigentlich bis Kriegsende warten«, erinnert sich Hedwig Althaus im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Die rüstige 85-Jährige kam noch vor ihrer Einschulung mit den Eltern nach Erndtebrück, wo der Vater das Malergeschäft Göbel eröffnete. Ludwig Althaus, jetzt 87 Jahre alt, ist Sohn eines in Frankreich vermissten Sanitätsunteroffiziers. Ludwig Althaus begann am 1. Juli 1929 beim damals noch 13 Gemeinden umfassenden Amt Erndtebrück eine Verwaltungslehre und legte später nach dem Besuch der Südwestfälischen Verwaltungsschule in Hagen die Prüfungen für den mittleren und gehobenen Verwaltungsdienst ab. Für den Erndtebrücker folgte im Winter 1935/36 die Arbeitsdienstpflicht in Wetzlar, anschließend der zweijährige Wehrdienst bei der Siegener Artillerie.

Und in der heutigen Kreisstadt sollte es letztlich funken zwischen den beiden Jubilaren, die in Erndtebrück einst Garten an Garten lebten. Ludwig Althaus an der Wabrichstraße, seine spätere Ehefrau an der Keitestraße. Sie arbeitete in einem Siegener Haushalt – beide gingen gelegentlich zusammen aus, es folgte eine feste Beziehung bis zum heutigen Tag.

Die frische Ehe wurde allerdings früh auf eine harte Probe gestellt. 1943 wurde Ludwig Althaus erneut an die Front einberufen, nach einer Verwundung am Westwall im Jahr 1941 und zwischenzeitlicher Rückkehr in die Heimat, ging es diemal an die Ostfront. Kurz nach Kriegsende versuchte der Erndtebrücker, durch Flucht der russischen Gefangenschaft zu entgehen. Tschechische Freiheitskämpfer beendeten den Versuch und übergaben den Gefangenen an die Sowjetarmee. Im September 1947 kehrte der Wittgensteiner aus einem Gefangenenlager an der Wolga in die Heimat zurück. »Das war eine ganz schwierige Zeit. Erst am 1. Mai 1946 kam die erste Postkarte meines Mannes in Erndtebrück an«, blickt Hedwig Althaus zurück. Wobei ihr Ehemann im gleichen Atemzug betont, »dass ich im Vergleich zu vielen Kameraden noch riesiges Glück hatte und dafür auch sehr dankbar bin«.

Der heute 87-Jährige erholte sich von den Kriegsstrapazen und begann am 1. April 1948 mit dem Dienst in der Erndtebrücker Amtsverwaltung. Von 1960 bis zur Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1977 fungierte Ludwig Althaus als ständiger Vertreter des Amts- und Gemeindedirektors. 30 Jahre lang arbeitete der Freund der Rassegeflügelzucht als Geschäftsführer des von ihm mit gegründeten Verkehrsvereins, große Verdienste erwarb er sich für den Verband der Heimkehrer. Für seine 40-jährige Tätigkeit als Vorsitzender wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes ernannt. Ehefrau Hedwig konzentrierte sich derweil auf das 1953/54 errichtete Zweifamilienhaus und den großen Nutz- und Blumengarten. Zu den ersten Gratulanten gehören Sohn Erhard und Enkelsohn Stephan – mit ihren Frauen – sowie nicht zuletzt die knapp zweijährige Urenkelin Lara Fabienne. Die Einsegnung findet am Freitag, 27. Dezember, ab 11.15 Uhr in einem Dankgottesdienst in der evangelischen Kirche statt. Anschließend werden die Gäste zum Gratulationsempfang in den Ratsstuben erwartet.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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