Birkefehl punktete mit Gemeinsinn, Naturschutz und Dynamik

Jury zeigte sich gestern von der Präsentation des 379-Einwohner-Dorfes beeindruckt / Kontinuierlich weiterentwickelt / Rundreise mit Traktor und Anhänger

Birkefehl. Ein Mitglied der Bewertungskommission brachte es gegenüber der Siegener Zeitung treffend auf den Punkt: »In Sachen Präsentation macht den Birkefehlern so schnell keiner etwas vor.« In der Tat, wie die zur Gemeinde Erndtebrück gehörende Ortschaft gestern erneut ihre Stärken und Vorzüge betonte, das war aller Ehren wert.

Nach der Silbermedaille beim vergangenen Landeswettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft« hatte Ortsvorsteher Klaus Krüger für den gestrigen Vormittag die Parole ausgegeben, »dass wir uns nach Möglichkeit nicht verschlechtern wollen«.

Pünktlich um 9.25 Uhr traf die Landes-Jury unter Vorsitz von Dr. Lutz Wetzlar in Birkefehl ein, wenige Minuten später startete die Rundreise an »unserem zweiten zentralen Dorfplatz«, wie es der Birkefehler Heimatfreund Willi Flender formulierte. Die Rede war von der schmucken und relativ neuen Heimatstube des örtlichen Heimatvereins, dem voll funktionsfähigen und regelmäßig genutzten Backhaus – das machte Lust auf mehr.

Mehrere Dutzend Birkefehler begleiteten die Kommission anschließend zur Dorfmitte, wo Ortsvorsteher Klaus Krüger die neue Beschilderung innerhalb des Dorfes präsentierte: dezente aber sehr übersichtliche Holz-Hinweisschilder auf Gewerbebetriebe, öffentliche Gebäude und Wanderwege. Von dort führte Lothar Lange die fleißig mitschreibenden Fachleute in das kleine aber feine Gemischtwaren-Geschäft von Else Flender, anschließend zum nagelneuen Backhaus von Christian Dellori am Viehweg.

Ein echtes Schmuckstück im Fachwerkstil. Ein von einem Traktor gezogener bestuhlter Anhänger stand schließlich bereit, um die Männer und Frauen in die Natur rund um Birkefehl zu »entführen«. Vorbei an saftigen Streuobstwiesen, extensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen und prächtig funktionierenden Biotopen ging es zum Neubaugebiet an der Eisenstraße. Der ehemalige Erndtebrücker Armin Krämer erläuterte, was die Lebensqualität in Birkefehl ausmacht: »Ich durfte mit meiner Frau erfahren, das Dorfgemeinschaft hier noch gelebt wird. Neubürger werden hier unglaublich schnell integriert.« Zudem sei es gelungen, das Neubaugebiet an den alten Ortskern anzubinden. In Kürze entstehe dort ein Bolzplatz. Nächste Station: der archäologische Lehrpfad. »Einmalig in Südwestfalen«, betonte Willi Flender, mit der Installation der neuen Informationstafeln durch die Gemeinde Erndtebrück verspreche sich Birkefehl einen Neuanfang, auch hinsichtlich einer Verknüpfung mit dem Rothaarsteig. Karl-Heinz Rath legte der Jury beeindruckende Zahlen aus dem Birkefehler Vereinsleben vor: Acht aktive Vereine – von der Dorfjugend über den Schießverein bis zum Männergesangverein – zählen 758 Mitglieder. Bei einer Einwohnerzahl von 379 eine stolze Hausnummer. »Eine Hand wäscht hier die andere«, so die logische Erklärung Klaus Krügers.

Wichtige Punkte sammelten die Birkefehler in punkto Naturschutz: Extensiv-Landwirtschaft, das kleinste FFH-Gebiet Nordrhein-Westfalens mit dem sehr seltenen Sumpfläusekraut und nicht zuletzt die Pflanzenvielfalt am idyllischen Birkelbach waren beste ökologische Argumente für eine gute Bewertung. Vorbei am erneut verbesserten Friedhofsumfeld ging es zuletzt zum neuen Prunkstück des 379-Seelen-Ortes. Der aus Bruchsteinen gefertigte Dorfbrunnen vor dem Dorfgemeinschaftshaus, das die Birkefehler erst vor wenigen Wochen zum symbolischen Preis von einem e von der Gemeinde Erndtebrück erworben hatten.

Man habe die alte Birkefehler Wasserversorgung wieder aktiviert, ließ der Ortsvorsteher die Jury wissen. Vorsitzender Dr. Lutz Wetzlar sprach in seinem Schlusswort von einem »sehr lebendigen Ort im Wittgensteiner Land« und einer »eindrucksvollen Darbietung«. Die Eigenleistungen im Dorf seien beachtlich und es sei vorbildlich, wie junge Leute an das Dorf gebunden würden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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