Caritas-Heim Erndtebrück: Bürgerversammlung geplant

Alternative Standorte: Antrag gestern knapp abgelehnt

Erndtebrück. Die Gemeinde Erndtebrück soll zum Thema Caritas-Seniorenzentrum zu einer Bürgerversammlung einladen. Dafür sprach sich der Bauausschuss in seiner gestrigen Sitzung einstimmig aus und gab die entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat. Im Rahmen der Veranstaltung sollen Anwohner und interessierte Bürger über das Vorhaben an den Ratsstuben informiert werden, das in der Edergemeinde für viel Diskussionsstoff sorgt. Knapp mit neun zu acht Stimmen abgelehnt wurde hingegen der gemeinsame Antrag von SPD, FDP, UWG und Grünen, alternative Standorte für das Projekt zu untersuchen (die Siegener Zeitung berichtete).

Zuvor hatten beide Seiten ihre Argumente pro und kontra des aktuell favorisierten Standortes ausgetauscht. UWG-Fraktionssprecher Heinrich-Wilhelm Wörster begründete den Antrag unter anderem mit der Tatsache, »dass eine Liste mit 260 Unterschriften existiert, die sich gegen das Altenzentrum an den Ratsstuben aussprechen«. Daher sei eine erhebliche Verzögerung der Baumaßnahme zu befürchten und dies könne nicht im Interesse der politischen Gremien sein. Bürgermeister Heinz-Josef Linten verwies indes auf die gültigen Ratsbeschlüsse und darauf, dass sich die Caritas eindeutig auf den Standort an der Struthstraße festgelegt habe.

Vermutungen über langwierige Prozesse mit Anwohnern seien reine Spekulation, so der Verwaltungsleiter, Widerstand gegen kommunale Bauvorhaben seien überall zu erwarten. Fritz Hoffmann, Sprecher der CDU-Mehrheitsfraktion, warf der Opposition »Miesmacherei« vor. Der Antrag habe zum Ziel gehabt, die Bevölkerung zu verunsichern. »Für uns kann es keinen neuen Standort geben«, so der Christdemokrat, der einmal mehr auf mögliche Regressforderungen des Bauträgers aufmerksam machte. FDP-Fraktionsvorsitzender Heinz-Georg Grebe warnte vor dem Ratsstuben-Standort mit Lärm intensivem Umfeld, »es handelt sich hier um ein Jahrhundertwerk, das Bestand haben muss«. Wenn sich 260 Bürger schriftlich dagegen ausgesprochen hätten, so der Freidemokrat, dann stimme etwas nicht. Die FDP wolle ein Altenzentrum mit dem Bürger und nicht gegen den Bürger bauen, so Heinz-Georg Grebe.

Annegret Grund (SPD) räumte – an die Aussage des Bürgermeisters anknüpfend – ein, dass selbstverständlich Beschlüsse des Rates vorlägen. Da sich allerdings die Rahmenbedingungen gravierend verändert hätten, müsse das Projekt neu überdacht werden. Baurecht bestehe ohnehin noch nicht, so die Sozialdemokratin. Bei Gesprächen mit Bürgern habe sie eindeutig den Eindruck gewonnen, dass das Projekt am Ratsstuben-Standort auf breite Ablehnung stoße, so Annegret Grund, »unser Ziel sollte es aber sein, ein Altenzentrum zu bauen, das der Bürger auch akzeptiert«.

Wie die Meinungen pro und kontra in der Bevölkerung gewichtet sind, darüber wird die Bürgerversammlung sicher wichtige Erkenntnisse liefern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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