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19 Arten in Wittgenstein bekannt
Christian Sebening betreibt Fledermaus-Pflegestation

Mit der Aufnahme lassen sich die Größenverhältnisse von Mensch und Tier gut dokumentieren: Dieses Braune Langohr, hier in der Pflegestation in Schameder, gehört zu den 19 gemeldeten Fledermausarten in der Region Wittgenstein.
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  • Mit der Aufnahme lassen sich die Größenverhältnisse von Mensch und Tier gut dokumentieren: Dieses Braune Langohr, hier in der Pflegestation in Schameder, gehört zu den 19 gemeldeten Fledermausarten in der Region Wittgenstein.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vc Schameder. Wie Christian Sebening und die Fledermäuse, die weithin für die Geheimnisse der Nacht stehen, zusammengekommen sind, hat der Mann aus Schameder bestens in Erinnerung: Ursprünglich wollte er mit Michael Frede von der Biologischen Station in der damaligen Fledermaus-Pflegestation von Stefan Tietjen eine Zweifarbfledermaus fotografieren. „Sofort war ich in das Tierchen verliebt und erwähnte, dass ich Fledermauspflege sicher auch könnte. Nur einen Tag später stand das komplette Inventar nebst verletzter Zweifarbfledermaus und kurzer Einweisung vor meiner Tür.“
Seit August 2008 unterstützt der Naturfreund den Arbeitskreis Fledermausschutz Siegen-Wittgenstein des Naturschutzbundes.

vc Schameder. Wie Christian Sebening und die Fledermäuse, die weithin für die Geheimnisse der Nacht stehen, zusammengekommen sind, hat der Mann aus Schameder bestens in Erinnerung: Ursprünglich wollte er mit Michael Frede von der Biologischen Station in der damaligen Fledermaus-Pflegestation von Stefan Tietjen eine Zweifarbfledermaus fotografieren. „Sofort war ich in das Tierchen verliebt und erwähnte, dass ich Fledermauspflege sicher auch könnte. Nur einen Tag später stand das komplette Inventar nebst verletzter Zweifarbfledermaus und kurzer Einweisung vor meiner Tür.“
Seit August 2008 unterstützt der Naturfreund den Arbeitskreis Fledermausschutz Siegen-Wittgenstein des Naturschutzbundes. Im SZ-Interview spricht Christian Sebening über sein Hobby – der nächste Teil im Rahmen der Weltretter-Serie.

Eine erste Hilfe ist erlaubt

Wer eine Fledermaus findet, die augenscheinlich verletzt ist – was gilt es dann zu beachten?
Fledermäuse sind als vom Aussterben bedrohte Tiere besonders geschützt und dürfen weder angeeignet, verletzt oder getötet werden. Pflegebedürftige Fledermäuse gehören unbedingt in die Obhut bevollmächtigter Experten. Trotzdem ist es Findern erlaubt, den Tieren eine erforderliche, erste Hilfe zukommen zu lassen.
Welche Notfälle gibt es?
Wenn eine verletzte oder geschwächte Fledermaus gefunden wird, ist das ein Notfall. Die Situation ist je nach Jahreszeit unterschiedlich.
Was ist zu tun?
Bergen Sie die Findlinge – immer mit Handschuhen oder Tuch – aus dem Gefahrenbereich. Heben Sie Fledermäuse niemals an den Flügeln oder Füßen auf. Greifen Sie stattdessen von oben so zu, dass die Flügel zusammengeschoben werden und Sie das Tierchen fixieren können. Dem betreffenden Tier Wasser anzubieten, ist sehr wichtig.

19 Fledermausarten in Wittgenstein

Welche Arten von Fledermäusen sind im Wittgensteiner Land heimisch und welche Art liegt Ihnen besonders am Herzen?
In Wittgenstein wurden bisher 19 Fledermausarten gemeldet. Die Kleine Hufeisennase ist spätestens seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Wittgenstein ausgestorben. Akustische Nachweise der Mückenfledermaus gelten bisher als fraglich. Die heimische Fledermausfauna beginnt größenmäßig bei unserer kleinsten Art, der Zwergfledermaus, und endet beim Großen Mausohr. Mir liegt jede Fledermaus am Herzen, insbesondere aber die Tiere, die in der Pflegestation landen und möglichst gesund wieder ausgewildert werden können.
Welche Lebensräume bevorzugen und benötigen Fledermäuse?
Fledermäuse sind nicht zuletzt aufgrund ihrer Artenvielfalt sehr vielfältig und haben sich auch bei uns an verschiedenste Lebensräume angepasst. Von März bis Ende November halten sich einige Fledermäuse in Wäldern, andere aber auch in der Nähe des Menschen, also an Häusern und Schuppen, auf. Im Winter halten sie Winterschlaf, je nach Art in Holzstapeln, Eiskellern, Stollen und Bergwerken mit gleichbleibender Temperatur und zumeist relativ hoher Luftfeuchte.

Bergwerke interessieren Tiere wie Menschen 

Unter Tage – gibt es die passenden Bergwerke in ganz Wittgenstein?
Von etwa 180 bekannten Bergwerken in unserer Region sind 60 noch begehbar und größtenteils mit Fledermaus freundlichen Stollengittern gegen unbefugtes Betreten geschützt. Allein in der Schiefergrube Hörre in Raumland finden sich wintertags bis zu neun Fledermausarten.
Welche Problematik ergibt sich bei Bergwerken, deren Position bekannt ist, für die Fledermäuse und deren Aspekt der Stollenpflege?
Leider interessieren sich nicht nur Tiere für diese Bergwerke, sondern auch Hobby-Bergbauforscher, Mineraliensammler und Geocacher. Die Mitglieder dieser drei Gruppen darf man natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, denn auch hier sind es mal wieder die schwarzen Schafe, die unverantwortlich handeln.
Würden sie sich in Siegen-Wittgenstein über mehr Hilfe bei der Versorgung von hilfsbedürftigen Fledermäusen freuen?
Der Arbeitskreis Fledermausschutz ist leider schon seit Langem chronisch unterbesetzt. Helfende Hände wären prinzipiell gern gesehen, oftmals ist eine solche Aktion mit Freiwilligen jedoch aufgrund der sehr kurzfristigen Terminierung der Einsätze leider nicht realisierbar.

Mit der Aufnahme lassen sich die Größenverhältnisse von Mensch und Tier gut dokumentieren: Dieses Braune Langohr, hier in der Pflegestation in Schameder, gehört zu den 19 gemeldeten Fledermausarten in der Region Wittgenstein.
Christian Sebening betreibt eine offizielle Fledermaus-Pflegestation im Kreis Siegen-Wittgenstein.
Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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