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Keine bestätigte Infektion
Corona bleibt der Edergemeinde bislang fern

Erndtebrück blieb bislang von einem positiven Corona-Test verschont. Dies könnte durch eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte bedingt sein.
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tika Erndtebrück. Die Welt kämpft mit dem Corona-Virus – von der Pandemie ist keine Region auf dem Globus ausgeschlossen. Das öffentliche Leben in Deutschland ist nahezu zum Erliegen gekommen, für Lockerungen ist es noch zu früh, sagen sowohl der Deutsche Ethikrat als auch Bundes- und Landesregierung – wenngleich der Ethikrat angemahnt hat, dass zumindest eine Diskussion über Lockerungen erlaubt sein muss, um nicht in einen Obrigkeitsstaat abzurutschen. Dennoch, die Anzahl der Infizierten und täglichen bestätigten Neuinfektionen ist weiterhin besorgniserregend. Im Kreis Siegen-Wittgenstein hat inzwischen jede einzelne Kommune zumeist mehrere Corona-Patienten verbucht – mit Ausnahme der Gemeinde Erndtebrück, die bislang keinen bestätigten Fall vorzuweisen hat.

tika Erndtebrück. Die Welt kämpft mit dem Corona-Virus – von der Pandemie ist keine Region auf dem Globus ausgeschlossen. Das öffentliche Leben in Deutschland ist nahezu zum Erliegen gekommen, für Lockerungen ist es noch zu früh, sagen sowohl der Deutsche Ethikrat als auch Bundes- und Landesregierung – wenngleich der Ethikrat angemahnt hat, dass zumindest eine Diskussion über Lockerungen erlaubt sein muss, um nicht in einen Obrigkeitsstaat abzurutschen. Dennoch, die Anzahl der Infizierten und täglichen bestätigten Neuinfektionen ist weiterhin besorgniserregend. Im Kreis Siegen-Wittgenstein hat inzwischen jede einzelne Kommune zumeist mehrere Corona-Patienten verbucht – mit Ausnahme der Gemeinde Erndtebrück, die bislang keinen bestätigten Fall vorzuweisen hat. Fraglich ist, warum es in der Edergemeinde bislang keinen bestätigten Fall gibt – durchaus eine positive Entwicklung. „Eine Ursache dafür gibt es nicht. Seriös kann man das nicht erklären. Klar ist, dass Erndtebrück die bevölkerungskleinste Kommune im Kreis Siegen-Wittgenstein ist. Je kleiner beobachtete Bezirke werden, desto größer ist das statistische Rauschen“, erklärte Dr. Christoph Grabe am Mittwoch auf Anfrage der Siegener Zeitung. Der Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Siegen-Wittgenstein verdeutlichte zugleich, dass es bislang auch keine signifikant hohen bestätigten Infektionszahlen im gesamten Kreisgebiet gibt – während im Kreis Olpe deutlich mehr Fälle verbucht sind.

„Die ersten Fälle hier vor Ort waren verbunden mit Rückkehrern aus Österreich und Italien. Nun kann man Vermutungen anstellen – und die sind mit lokalen Zufälligkeiten verbunden“, erklärte Dr. Christoph Grabe. Diese seien etwa dadurch definiert, ob sich Rückkehrer aus den besonders stark betroffenen Infektionsgebieten möglicherweise freiwillig in Quarantäne begeben hätten oder hernach ihren Alltag fortgeführt hätten. „Es ist Zufall, ob Infizierte nach ihrer Rückkehr ins System eingeschleust wurden oder zuhause geblieben sind. In einer solchen Gemengelage wie dieser kann man darauf keine Rückschlüsse mehr ziehen“, betonte der Leiter des Gesundheitsamtes. Zugleich betonte Dr. Christoph Grabe, dass grundsätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen sei. Viele Infizierte seien symptomfrei. „Das muss – losgelöst von aller Propaganda – auch in China der Fall gewesen sein.“ Die Anzahl der durchgeführten Tests kreisweit oder gar innerhalb einer Kommune liegen der Verwaltung indes nicht vor. Denn nicht nur der Kreis Siegen-Wittgenstein selbst testet, sondern auch andere Einrichtungen, vornehmlich Krankenhäuser. „Wir können nur die Anzahl positiver Tests angeben, Rückmeldungen über negative Tests bekommen wir nicht. Was diesen Faktor angeht, kennen wir nur unsere eigenen Tests – einen verlässlichen Überblick über alle Test können wir aber nicht geben“, konstatierte Dr. Christoph Grabe. Täglich veröffentlicht die Kreisverwaltung die Zahl der Infizierten und die der bestätigten positiven Tests eines Tages. Und dabei wahrte die Gemeinde Erndtebrück bislang stets eine weiße Weste.

„Allgemein gibt es im Kreis Siegen-Wittgenstein mehr ländliche Kommunen als städtische. Deshalb ist möglicherweise auch die Gesamtzahl vergleichsweise niedrig. In städtischen Arealen gibt es aufgrund der Bevölkerungsdichte möglicherweise mehr Kontakte als in ländlichen Gebieten“, mutmaßte Dr. Christoph Grabe. Für diese These würde sprechen, dass Erndtebrück bislang nicht von einem positiv getesteten Corona-Patienten betroffen war. Knapp 278 000 Menschen leben im Kreis Siegen-Wittgenstein, davon entfallen weniger 7000 Einwohner auf die Edergemeinde. Aber: Dass bislang kein positiver Test in der Kommune vorliegt, bedeutet nicht, dass es dort keine Infizierten gibt – die vielzitierte Dunkelziffer lässt potenziell grüßen. Dass bislang kein positiver Test in Erndtebrück vorliegt, lässt aber durchaus auch den Rückschluss zu, dass sich die Einwohner dort zumindest weitgehend an das Kontaktverbot und die erlassenen Auflagen halten. Klar ist allerdings auch: Erst wenn die Pandemie überstanden ist, ist eine valide Analyse der Ereignisse möglich.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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