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Verwaiste Wand im Einkaufszentrum Erndtebrück
Defibrillator ist weg

Der damalige Bürgermeister Karl Ludwig Völkel dankte im April 2015 Uwe Pickhan sowie Alina Wied von der Firma Bäcker, ebenso wie Norbert Mitterrutzner und Axel Theuer von der Sparkasse (v. l.) für den neuen Defibrillator.
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  • Der damalige Bürgermeister Karl Ludwig Völkel dankte im April 2015 Uwe Pickhan sowie Alina Wied von der Firma Bäcker, ebenso wie Norbert Mitterrutzner und Axel Theuer von der Sparkasse (v. l.) für den neuen Defibrillator.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Erndtebrück. „Ein kleiner Kasten rettet Leben“ – mit dieser Überschrift berichtete die Siegener Zeitung am 10. April 2015 über die Installation eines neuen Defibrillators im Service-Center der Sparkasse im Erndtebrücker Einkaufszentrum am Mühlenweg. Da die Außenstelle des größten Wittgensteiner Kreditinstituts rund um die Uhr geöffnet ist, sollte auch das im Ernstfall lebensrettende Gerät 24 Stunden zugänglich sein. Dieser Standort sei genial, freute sich Sparkassen-Direktor Axel Theuer damals. Gleichzeitig bot der Raum mit den Geldautomaten Schutz vor Missbrauch oder Vandalismus – „der Raum wird ohnehin permanent von Kameras überwacht“. Ermöglicht wurde die Anschaffung damals auch erneut mit der Hilfe von Spenden örtlicher Unternehmen.

bw Erndtebrück. „Ein kleiner Kasten rettet Leben“ – mit dieser Überschrift berichtete die Siegener Zeitung am 10. April 2015 über die Installation eines neuen Defibrillators im Service-Center der Sparkasse im Erndtebrücker Einkaufszentrum am Mühlenweg. Da die Außenstelle des größten Wittgensteiner Kreditinstituts rund um die Uhr geöffnet ist, sollte auch das im Ernstfall lebensrettende Gerät 24 Stunden zugänglich sein. Dieser Standort sei genial, freute sich Sparkassen-Direktor Axel Theuer damals. Gleichzeitig bot der Raum mit den Geldautomaten Schutz vor Missbrauch oder Vandalismus – „der Raum wird ohnehin permanent von Kameras überwacht“. Ermöglicht wurde die Anschaffung damals auch erneut mit der Hilfe von Spenden örtlicher Unternehmen. „Mit dem Defibrillator haben wir die Möglichkeit, Leben zu retten“, betonte der damalige Bürgermeister Karl Ludwig Völkel. „Trotzdem hoffe ich, dass er nie zum Einsatz kommt.“

Kernort ist flächendeckend versorgt

Relativ unscheinbar hing der Defibrillator an der Wand – ein kleiner schwarzer Kunststoff- Koffer mit einem Herz-Symbol auf der Vorderseite. Im Inneren der Kennzeichnung wölbte sich ein Blitz hervor. Das Gerät war damals das dritte seiner Art im Kernort von Erndtebrück: Bereits 2013 war die Dreifachturnhalle mit einem mobilen „elektronischen Notarzt“ ausgestattet worden. Im Jahr 2014 hatte der CDU-Gemeindeverband schließlich einen weiteren Defibrillator gestiftet. Dieser hängt seitdem in den Eder-Arkaden. Der Kernort sei damit flächendeckend versorgt, sagte Karl Ludwig Völkel. Im Notfall, setzt also bei einem Menschen der Herzschlag aus, kann mit dem Defibrillator die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrückt werden. Der Defibrillator ergänzt eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. Fehler sind bei der Verwendung eigentlich nicht möglich, weil das Gerät selbstständig erkennt, ob bei der in Not geratenen Person ein Kammerflimmern oder Kammerflattern vorliegt. Sicher und zielgerichtet sollen Anwender durch die Wiederbelebungsmaßnahme geführt werden.

Defibrillator ist weg

Und was ist draus geworden?SZ-Leserin Ute Beuter machte jetzt die Heimatzeitung auf den Umstand aufmerksam, dass der Defibrillator gar nicht mehr in der Service-Stelle der Sparkasse hängt. Auf Nachfrage berichtete Eberhard Kießler als Sprecher der Sparkasse Wittgenstein, dass der Defibrillator bereits vor einiger Zeit ohne Fremdeinwirkung aus der Halterung gefallen und dabei beschädigt worden sei. Entsprechende Videoaufnahmen hätten gezeigt, dass es nicht zu Vandalismus gekommen sei. Der Bauhof der Gemeinde habe das Gerät dann abgeholt, die Sparkasse selbst habe ja nur den Raum für das Gerät zur Verfügung gestellt.
Die Wand in der Service-Stelle ist somit verwaist. Unsere Zeitung fragte bereits am Mittwoch im Rathaus nach, was mit dem Defibrillator geschehen ist, ob das Gerät irreparabel beschädigt wurde und ob denn in absehbarer Zeit ein Ersatzgerät an gleicher Stelle installiert werden soll. Die Gemeindeverwaltung konnte diese Fragen allerdings am Donnerstag nicht beantworten.

Stromstöße ans Herz

Ein Defibrillator ist ein Gerät zur Behandlung von Herzerkrankungen, bei denen das Herz plötzlich viel zu schnell schlägt. Sobald sich die Herzfrequenz zu stark beschleunigt, gibt er einen oder mehrere Stromstöße an das Herz ab, die die Rhythmusstörung beenden. Das Herz kann danach wieder normal weiterschlagen.

Der damalige Bürgermeister Karl Ludwig Völkel dankte im April 2015 Uwe Pickhan sowie Alina Wied von der Firma Bäcker, ebenso wie Norbert Mitterrutzner und Axel Theuer von der Sparkasse (v. l.) für den neuen Defibrillator.
Die Wand, an der der Defibrillator befestigt war, ist verweist. Leider ließ die Gemeinde eine SZ-Anfrage, was mit dem Gerät passiert ist, unbeantwortet.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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