Umweltausschuss in Erndtebrück
Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen

Karl-Wilhelm Flender kritisierte, dass die gesetzlichen Vorgeben die Pumpspeicherwerke (hier in Finnentrop) unwirtschaftlich gemacht haben. Der Ausschussvorsitzende regte eine Resolution an, um die Bundes- und Landespolitik auf die Wichtigkeit von Pumpspeicherwerken hinzuweisen. Foto: SZ-Archiv
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  • Karl-Wilhelm Flender kritisierte, dass die gesetzlichen Vorgeben die Pumpspeicherwerke (hier in Finnentrop) unwirtschaftlich gemacht haben. Der Ausschussvorsitzende regte eine Resolution an, um die Bundes- und Landespolitik auf die Wichtigkeit von Pumpspeicherwerken hinzuweisen. Foto: SZ-Archiv
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bw Erndtebrück. Der Klimawandel ist längst auch in Wittgenstein angekommen, daran zweifelte am Montag im Umweltausschuss der Gemeinde Erndtebrück niemand. Der Vorsitzende Karl-Wilhelm Flender führte vor Augen, dass gerade der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit den meisten Sonnenstunden hinter uns liegt – und die Dürre trifft auch die heimische Region im zweiten Jahr in Folge. Der erfahrene Forstmann aus Birkefehl nannte die Konsequenzen schonungslos: „Wir bewegen uns aktuell auf einen Super-GAU hin. Wir werden hunderte, vielleicht tausende Hektar Wald verlieren.“ Die extreme Trockenheit trifft nicht nur die Fichte, Schäden gibt es auch an Buchen, Eichen, Birken oder Douglasien.

Die Folgen, so erläuterte Karl-Wilhelm Flender, seien noch nicht absehbar: „Wir wissen nicht, wie unser Waldreich Wittgenstein in zwei, drei oder vier Jahren aussehen wird. Eines ist sicher: Es wird sich stark verändern.“ Die große Politik befinde sich freilich immer noch auf dem Diskussionsstand der 1990er Jahre, „effektiv ist da nichts passiert“, ärgerte sich der FDP-Politiker. Dass endlich etwas geschieht, fordert die weltweite Jugendbewegung „Fridays for Future“ bereits seit geraumer Zeit. An deren Ziele angelehnt, hat sich in diesem Jahr in Bad Laasphe die Schülerinitiative „WeiterGedacht“ gegründet. Zwei Mitglieder, Jannick Büdenbender und Sophia Wydra, stellten die Gruppierung am Montag dem Umweltausschuss in Erndtebrück näher vor. „Es scheint für viele noch immer völlig normal zu sein, nach der Devise zu leben: Nach mir die Sintflut“, fand Jannick Büdenbender. Die Initiative „WeiterGedacht“ will einerseits den Finger in die Wunde legen und auf diese Klimakatastrophe aufmerksam machen. Andererseits jedoch gilt laut Jannick Büdenbender: „Wer meckert, muss bei sich selbst anfangen.“

Ziel der Initiative ist deshalb, aktiv und lokal zur Veränderung beizutragen. So haben die Schüler am Städtischen Gymnasium bereits Aktionen durchgeführt, um ihre Alterskameraden zum Umdenken zu bewegen und von Nachhaltigkeit zu überzeugen. Sie veranstalteten beispielsweise eine Kleidertauschbörse, auf ihr Betreiben hin soll an der Schule Keramik- das Plastikgeschirr ablösen. Es sind nur einige Beispiele. Inzwischen hat die Initiative schon 51 Mitglieder, für einige von ihnen geht die Schulzeit gerade zu Ende. Weitermachen wollen sie trotzdem, weitere Mitstreiter für ihre Gruppe gewinnen, wie Jannick Büdenbender ankündigt. Eine eigene Homepage sei wünschenswert, aber momentan habe die Initiative dafür kein Geld.

Aus dem Umweltausschuss gab es viel Lob für das jugendliche Engagement. „Das Thema ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen – und das ist auch gut so“, sagte etwa Ann-Kathrin Duchhardt (CDU). Für Karl-Wilhelm Flender war wichtig, an die nächsten Generationen zu denken. Er kritisierte, dass die gesetzlichen Vorgeben die Pumpspeicherwerke unwirtschaftlich gemacht haben. Diese seien der einzige kinetische Speicher etwa für Strom aus Windkraft-Anlagen. Der Ausschussvorsitzende regte eine Resolution an, um die Bundes- und Landespolitik auf die Wichtigkeit von Pumpspeicherwerken hinzuweisen.

Karl-Wilhelm Flender kritisierte, dass die gesetzlichen Vorgeben die Pumpspeicherwerke (hier in Finnentrop) unwirtschaftlich gemacht haben. Der Ausschussvorsitzende regte eine Resolution an, um die Bundes- und Landespolitik auf die Wichtigkeit von Pumpspeicherwerken hinzuweisen. Foto: SZ-Archiv
Karl-Wilhelm Flender kritisierte, dass die gesetzlichen Vorgeben die Pumpspeicherwerke unwirtschaftlich gemacht haben. Der Ausschussvorsitzende regte eine Resolution an, um die Bundes- und Landespolitik auf die Wichtigkeit von Pumpspeicherwerken hinzuweisen. Grafik: SZ-Archiv
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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