»Der Mann ist beratungsresistent«

Gewa-Insolvenz in Schameder: IG Metall erhebt Vorwürfe gegen Geschäftsführung

Schameder. Die vorläufige Insolvenz der Gewa, des 70 Mitarbeiter starken traditionsreichen Stahlbauunternehmens in Schameder, hat die Menschen in Wittgenstein geschockt. Was im Altkreis hier und da hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, nämlich dass die Zahlungsunfähigkeit unter Umständen zu verhindern gewesen wäre, bestätigt gestern Hartwig Durt von der IG Metall in Siegen: »Seit zwei Jahren war absehbar, wohin der Zug fährt. Der Geschäftsführer und dessen Vorgänger haben großen Anteil an der jetzigen Situation.«

Er habe, so Hartwig Durt, in den vergangenen Jahren bei seinen Gesprächen mit dem Geschäftsführer den Eindruck gewonnen, »dass der Mann beratungsresistent ist«. Zwar sei die aktuell schwierige Situation in der Stahlbranche hinlänglich bekannt, doch habe der Gewa-Chef sämtliche Hilfsangebote der IG Metall kategorisch abgelehnt. Der Gewerkschaftsmann wird noch deutlicher: »In der Firma sind merkwürdige Dinge passiert. Wenn ich sehe, dass ein Unternehmensberater im Unternehmen gleichzeitig als Prüfer fungiert, dann fällt mir dazu sehr wenig ein«, so Hartwig Durt.

Indes sei er sehr zuversichtlich, dass die Belegschaft eine zweite Chance bekommen werde, »denn die Leute haben sie verdient«. Lohn- und Gehaltserhöhungen habe es seit sechs Jahren nicht gegeben, Mitarbeiter seien zu nicht akzeptablen Betriebsvereinbarungen genötigt worden. Belegschaftsangehörige seien ohne Sozialplan freigesetzt worden. Der IG-Metall-Vertreter macht aus seiner Sicht deutlich, »dass es einen Neuanfang nur ohne den jetzigen Geschäftsführer geben kann«.

Die IG Metall werde in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und dem Insolvenzverwalter alles daran setzen, über eine Auffanglösung oder in Form einer Belegschaftsinitiative die Fortsetzung des Betriebes zu erreichen. »Denn wir können uns mit Sicherheit keinen weiteren massiven Arbeitsplatzabbau im Wittgensteiner Land leisten.« Heute Morgen wird die IG Metall in einer Mitarbeiterversammlung Einzelheiten bekannt geben.

Gewa-Geschäftsführer Klaus Strietzel war gestern für die SZ zu einer telefonischen Stellungnahme nicht zu erreichen, um sich zu den massiven Vorwürfen der IG Metall zu äußern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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