Gelebter Glaube in der Christus-König-Gemeinde in Erndtebrück
„Die Familie feiert!“

Gerhard Pietzonka (M.) war von 1972 bis 1983 Pfarrer der katholischen Christus-König-Gemeinde in Erndtebrück. Das Priester-Jubiläum des jetzigen Bielefelders beging man mit einer Messe und einer Feier unter Freunden im Pfarrhaus.
  • Gerhard Pietzonka (M.) war von 1972 bis 1983 Pfarrer der katholischen Christus-König-Gemeinde in Erndtebrück. Das Priester-Jubiläum des jetzigen Bielefelders beging man mit einer Messe und einer Feier unter Freunden im Pfarrhaus.
  • Foto: Sarah Benscheidt
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sabe Erndtebrück. Es war schon von Weitem nicht zu überhören: Das Lachen, das fröhliche Plaudern, das herzliche „Ach“ eines überraschenden Wiedersehens nach langer Zeit. Die dicht an dicht geparkten Autos rund um die katholische Kirche in Erndtebrück gaben den nächsten Hinweis: Hier war mächtig was los. Der ehemalige Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Erndtebrück, Gerhard Pietzonka, feierte sein Priester-Jubiläum – und zwar gemeinsam mit der Christus-König Gemeinde. Von 1972 bis 1983 stand eben diese unter der Leitung von Gerhard Pietzonka. In seiner über zehnjährigen Dienstzeit war der mittlerweile 83-Jährige auch Militär- und Schulpfarrer. „Ich war in der ganzen Region unterwegs“, so Gerhard Pietzonka.

Alles andere als verstaubt

Begangen wurde die Feierlichkeit mit einer bestens besuchten Messe, im Anschluss daran folgte ein gemütliches, freudiges, lustiges und herzliches Zusammensitzen im angeschlossenen Pfarrhaus der Kirche. Tatsächlich könnte man die Liste an umschreibenden Wörtern noch munter weiter führen – eines würde darin sicherlich nicht vorkommen: verstaubt. Was den Kirchen so manches Mal nachgesagt wird und wohl schon den ein oder anderen Austritt befähigt hat, davon war im gut gefüllten Pfarrhaus nichts zu spüren. Gemeindemitglieder, alte und gute Bekannte, Freunde – sie alle waren nach der Messe noch geblieben, viele schüttelten die Hände des ehemaligen Pastors, nicht wenigen lag ein „wissen sie noch, damals...“ auf den Lippen. Und Gerhard Pietzonka wusste. Viele Menschen kannte er beim Namen, zu nicht wenigen hatte er eine herzliche Anekdote parat. So sah sich Kirchenvorstandsmitglied Marco Olbrich bei selbstgemachten Salaten und frisch gegrillten Würstchen (die übrigens super schmeckten, wie Gerhard Pietzonka vermeldete), in seine Kindheitstage versetzt. Von Pietzonka getauft und bei der Kommunion begleitet, schmiss der ehemalige Pfarrer ein wohliges „den kenne ich noch als kleinen Stöpsel“ in den Raum.

Erinnerungen an die Zeit "im Märchen"

Mit den Damen der Runde sinnierte man zurück ins – um es mit den Worten Pietzonkas zu sagen – „Märchen“. Da glaubte der damals noch junge Pfarrer sich nämlich in den Anfängen seiner Wittgensteiner Zeit zu befinden. „Ich habe Prinz Botho die Hand geschüttelt und mit Königin Margrethe getanzt“, erinnerte er sich lachend. „Sie waren aber auch ein guter Tänzer“, erinnerten sich die Frauen dazu fast im Kollektiv. „Ja, wenn Pietzonka kam, dann war immer was los“, raunte es noch durch so manchen Gesprächskreis. „Das waren immer die wunderbarsten Stunden“, an anderer Stelle. „Er ist wirklich ein Original“, an der nächsten.

Ein fester Bestandteil der Gemeinschaft

Ja, man merkte es schnell, der ehemalige Pfarrer ist nicht nur fest in der Erinnerung der Gemeinde verankert, mehr noch, er ist immer noch ein Teil von ihr. „Wir hatten untereinander immer ein besonderes Verhältnis, deshalb ist es so schön, dass der Kontakt weiterhin noch so besteht“, fand Angelika Stöcker, Kommunionshelferin und Lektorin. So hinterlasse er nicht nur mit seiner erfrischenden und herzlichen Art Spuren, sondern auch mit angeschobenen Projekten wie den „Familienkreisen“. Damals waren es noch neun Zusammenkünfte, die Veranstaltungen initiierten, kreativ den Glauben feierten, eben die Gemeinde durch und durch mit ihren spannenden Aktivitäten prägten – heute ist davon noch einer übrig geblieben.

Starker Zusammenhalt

Ja, auch in der Erndtebrücker Gemeinde spürt man die Kirchenaustritte und die Demographie – am Mittwochabend spürte man aber etwas ganz anderes: Zusammenhalt, bei Jung und Alt. „Wie früher“, fand Gerhard Pietzonka im SZ-Gespräch. Genau das sei ihm nämlich von der Erndtebrücker Gemeinde im Gedächtnis geblieben: „Als ich her kam, war hier praktisch noch Kulturkampf“ (Gemeint ist zwischen protestantischen und katholischen Glaubenssätzen). In Erndtebrück sei in der Christus-König-Gemeinde immer ein ganz besonderer Zusammenhalt zu spüren gewesen. „Eben weil wir auch so wenige waren – es war ein intensives Zusammen-Eins-Gefühl. Wie heute. Die Familie feiert.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Volontärin) aus Bad Berleburg

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