„Die Leute werden nicht müde, uns zu besuchen“

Die Mitarbeiter der AWo-Werkstatt Wittgenstein erklärten den Besuchern beim Tag der Offenen Tür die verschiedenen Arbeiten ganz genau. Foto: akm
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akm Schameder. Am 2. Dezember 1989 war es, als die Behindertenwerkstatt der Arbeiterwohlfahrt zum ersten Mal ihre Türen für Besucher und Interessierte öffnete, um ihnen die Tätigkeiten der Werkstatt und den Umgang mit behinderten Menschen dort näher zu bringen. Eine lange Zeit ist vergangen, doch die AWo-Werkstatt in Schameder gibt es immer noch. Genauso wie den Tag der Offenen Tür, der am Samstag erneut stattfand. Rund 1000 Besucher strömten zur Behindertenwerkstatt und ließen sich von einigen der insgesamt 177 Beschäftigten ihre Tätigkeiten erklären. Neben Pommes Frites und kalten Getränken genossen die Gäste ein gutes Stück Kuchen, den die Angehörigen der Behinderten auch diesmal gestiftet hatten.

Es wurde im Werkstattladen und beim Basar gestöbert, wo man wieder zahlreiche selbstgemachte Produkte erwerben konnte. Wer lieber selbst Hand anlegen wollte, konnte sich in die Bastelecke zurückziehen. Dort wurden Landschaftsbilder mit Häusern aus Keramik hergestellt. Einrichtungsleiter Jörg-Michael Bald zeigte sich äußerst zufrieden mit der Besucher-Resonanz. „Es gibt uns schon 20 Jahre, aber trotzdem werden die Leute nicht müde, uns zu besuchen“, meinte er stolz und erklärte, was das Erfolgsgeheimnis der Werkstatt ist: „Inzwischen sind wir zu einem festen Mitglied in der sozialen und wirtschaftlichen Gesellschaft Wittgensteins geworden. Man respektiert uns und dank unserer jahrelangen Partnerschaften zu regionalen Firmen sind wir in der Lage, das Arbeitsangebot immer weiter zu entwickeln, wodurch es uns gelingt, mit den Produktionsveränderungen zu gehen. Wir passen die Arbeitsstätten an die Behinderungen an, fördern und qualifizieren unsere Mitarbeiter durch individuelle Förderpläne. Hinzu kommen arbeitsbegleitende Maßnahmen, die es den Beschäftigten ermöglichen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und die Fortschritte in ihre Arbeit einfließen zu lassen.“

Ganz besonders freute sich Bald über das große Interesse an der Werkstatt, das sich durch den Besucherandrang auch in diesem Jahr wieder abzeichnete. Man könne glauben, so der Einrichtungsleiter weiter, dass nach 20 Jahren jeder einmal die AWo-Werkstatt besucht habe. Aber dem sei nicht so. Es kämen immer wieder neue Besucher, die, erstaunt darüber, dass in der Werkstatt richtig gearbeitet wird, fasziniert durch die Räume gingen und alles genau begutachteten.

Das große Interesse und Engagement für die AWo-Werkstatt zeige nicht zuletzt auch die große Bewerberanzahl für den Zivildienst. „Wir haben vier Zivildienststellen und jede davon ist besetzt. Wir müssen dafür gar keine Werbung machen, das läuft alles über die Mundpropaganda.“ Auf die Frage, wo er die Werkstatt in den kommenden Jahren sieht, gab Bald eine äußerst positive Zukunftsprognose ab: „Ich denke, wir sind gut aufgestellt für die Zukunft. Unsere Erfolgsgeschichte wird weitergehen.“ Im kommenden Jahr wird eine weitere AWo-Werkstatt im Jägersgrund II errichtet. Sie soll 60 Arbeitsplätze mit Schwerpunkten in der Metallbearbeitung und Montage sowie im Verpackungsbereich speziell für psychisch Kranke bieten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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