Feuerwehren der Region üben für den Ernstfall
Die Waldbrandgefahr ist aktuell

Ein Übungsziel war die Zusammenarbeit von Kräften aus unterschiedlichen Einheiten – hier erfolgte eine Absprache der Feuerwehren aus Erndtebrück, Bad Berleburg und Bad Laasphe.  Fotos (3): Martin Völkel
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  • Ein Übungsziel war die Zusammenarbeit von Kräften aus unterschiedlichen Einheiten – hier erfolgte eine Absprache der Feuerwehren aus Erndtebrück, Bad Berleburg und Bad Laasphe. Fotos (3): Martin Völkel
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Bad Berleburg. Die Fernsehbilder von den Waldbränden in Brandenburg oder zuletzt in einem großen Urlaubsort in Südfrankreich, als auch viele deutsche Touristen evakuiert werden mussten, sind noch frisch. Aber das ist weit weg, oder? Mag sein. Doch wer in diesen Tagen mit offenen Augen durch die heimischen Wälder geht und sich vor Augen führt, wie selten es in den vergangenen Wochen – zumindest ergiebig – geregnet hat, der kann zu keinem anderen Ergebnis kommen: Die Waldbrandgefahr ist auch in der heimischen Region gegenwärtig und akuter denn je.

Für den Risiko-Fall vorbereiten

„Das Risiko ist nach wie vor aktuell“, sagte Forstdirektor Johannes Röhl von der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer am Samstagmorgen im Bereich des Rösper Weihers. Natürlich sei das Bewusstsein in der Bevölkerung auch durch die Berichterstattung in den Medien in den vergangenen Jahren größer geworden. Dennoch: Auch heutzutage werde noch die Zigarettenkippe achtlos aus dem Auto geworfen, so Johannes Röhl. „Das funktioniert dann so nach dem Motto: Wird schon irgendwie gut gehen.“

Über 150 Einsatzkräfte bei Großübung

Fest steht: Die Feuerwehren in der Region sind für den Fall der Fälle vorbereitet. Über 150 Einsatzkräfte beteiligten sich am Samstag an der Waldbrandübung „Hermeskopf“, die ihren Ausgangspunkt am Forsthaus Röspe hatte, Alle Wittgensteiner Wehren waren dabei, zudem die Kameraden aus dem Siegerland. Die Übung blieb bis zuletzt geheim, die Helfer sahen sich mit einer großen Herausforderung konfrontiert. „Wir wollen die Leistungsfähigkeit der Einheiten zur Gefahrenabwehr überprüfen“, sagte Thomas Tremmel, Amtsleiter Rettungswesen beim Kreis Siegen-Wittgenstein, im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Thomas Tremmel stand für das Übungsgeschehen zusammen mit Kreisbrandmeister Bernd Schneider und dem Erndtebrücker Wehrführer Karl-Friedrich Müller in der Verantwortung.

Gleich mehrere simulierte Szenarien

Das Szenario ist zwar rasch erzählt, beinhaltete aber einige Hürden für die Feuerwehrleute und alle anderen Helfer. Auslöser eines angenommenen Flächenbrandes war der aufgeheizte Katalysator eines Pkw, der aufgrund der langen Trockenheit Gras entzündet hatte. Das Auto hatte ein Waldarbeiter abgestellt. Der Mann wurde durch das Geschehen abgelenkt und bei seinen Arbeiten unter einem Baum eingeklemmt. Das Übungsgebiet nahe des Rothaarsteiges ist bei Touristen sehr beliebt, so dass für die Einsatzkräfte nicht klar war, ob möglicherweise Wanderer von den Flammen eingeschlossen waren. Dirk Höbener, stellv. Kreisbrandmeister, gab die Marschroute vor: „Erst kümmern wir uns um die Personenrettung, danach geht es mit ganzer Kraft an den Waldbrand.“ Und dies passierte mit einem so genannten Flächenangriff. Das i-Tüpfelchen der Übung: Unabhängig vom Geschehen im Wald kam es zu einem simulierten Verkehrsunfall, bei dem die Kräfte des Grundschutzes gefordert waren.
Das Szenario vereinbare gleich mehrere Übungsziele – neben der Überprüfung der Leistungsfähigkeit, wie Thomas Tremmel deutlich machte. Das unwegsame Gelände mache bei der Wasserversorgung lange Wegstrecken – von der Entnahme am Rösper Weiher – sowie einen funktionierenden Pendelverkehr erforderlich. Dies wiederum setze voraus, das Einsatzkräfte aus verschiedenen Einheiten gut zusammenarbeiteten, in diesem konkreten Fall die Waldbrandzüge.

Mit großem Ehrgeiz und nötiger Ruhe

Thomas Tremmel: „Damit verknüpft ist natürlich eine funktionierende Kommunikation, denn wir unterhalten uns ja über eine umfangreiche Einsatzfläche.“ Navigation und Koordination der Kräfte in völlig unbekanntem Gelände sei ein weiterer wichtiger Aspekt und „nicht zuletzt haben wir heute die dezentrale Versorgung der Einsatzkräfte auf der Agenda“. Das Geschehen und damit das Erreichen der Ziele wurde von Übungsbeobachtern ausgewertet. Das Ziel: In der Nachbereitung sollen alle wichtigen Erkenntnisse zusammengetragen und ausgewertet werden. Erndtebrücks Wehrführer Karl-Friedrich Müller freute sich, „dass die Kameraden mit großem Ehrgeiz, aber mit der nötigen Ruhe an die Sache herangehen“. Hier werde einiges unter Beweis gestellt, was im Rahmen der Ausbildung eingeübt worden sei. Und Henning Gronau, Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück, unterstrich als interessierter Zuschauer, „dass der Ansatz, alle Komponenten in das Übungsgeschehen einzubeziehen, hervorragend gewählt ist“. Zumal die Klimaveränderungen mit lang anhaltender Trockenheit zu ganz neuen Situationen in den Wäldern führten: „Darauf werden wir uns mehr denn je einstellen müssen.“ Forstdirektor Johannes Röhl war als Zuschauer beeindruckt vom Übungsgeschehen: „Unglaublich, was hier ehrenamtlich geleistet wird. Wir möchten diese Arbeit unterstützen, so gut wir das können.“ Es sei faszinierend, wie eingespielt die Abläufe seien.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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