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Kein Kreisel am Jägersgrund in Sicht
Dieser Posten kann getrost gestrichen werden

Die Kreuzung von Bundesstraße 62, Kreisstraße 45 in Richtung Bad Berleburg und Industriegebiet Jägersgrund ist viel befahren und es hat dort auch schon erhebliche Unfälle gegeben. Ein Kreisverkehr kommt hier trotzdem nicht so bald. Foto: Björn Weyand
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  • Die Kreuzung von Bundesstraße 62, Kreisstraße 45 in Richtung Bad Berleburg und Industriegebiet Jägersgrund ist viel befahren und es hat dort auch schon erhebliche Unfälle gegeben. Ein Kreisverkehr kommt hier trotzdem nicht so bald. Foto: Björn Weyand
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bw Schameder. Im Februar 2005 tagte in Erndtebrück der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung, Verkehr und Touristik – den gibt es mit diesen verschiedenen Themenfeldern heute ja schon längst nicht mehr. Ein Punkt auf der Tagesordnung war damals der Wunsch, einen Kreisverkehr auf der stark befahrenen Kreuzung von Bundesstraße 62, Industriegebiet Jägersgrund und Kreisstraße 45 zu schaffen. Die SZ berichtete damals wörtlich: „Für die Kreuzung bei der Tankstelle zwischen Schameder und Leimstruth habe Klaus-Jürgen Theis (Landesbetrieb Straßen NRW) gesagt, so Bürgermeister Karl Ludwig Völkel, dass diese an der Schwelle zur Unfallhäufigkeit liege. Deshalb sei es hier ebenfalls möglich, dass die Anlage eines Kreisverkehrs befürwortet werde.

bw Schameder. Im Februar 2005 tagte in Erndtebrück der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung, Verkehr und Touristik – den gibt es mit diesen verschiedenen Themenfeldern heute ja schon längst nicht mehr. Ein Punkt auf der Tagesordnung war damals der Wunsch, einen Kreisverkehr auf der stark befahrenen Kreuzung von Bundesstraße 62, Industriegebiet Jägersgrund und Kreisstraße 45 zu schaffen. Die SZ berichtete damals wörtlich: „Für die Kreuzung bei der Tankstelle zwischen Schameder und Leimstruth habe Klaus-Jürgen Theis (Landesbetrieb Straßen NRW) gesagt, so Bürgermeister Karl Ludwig Völkel, dass diese an der Schwelle zur Unfallhäufigkeit liege. Deshalb sei es hier ebenfalls möglich, dass die Anlage eines Kreisverkehrs befürwortet werde. So wollte der Ausschuss einstimmig, dass die Anlage eines Kreisverkehrs auch hier geprüft werde, und darüber hinaus die mögliche Kostenbeteiligung von Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Bund.“

Im November 2012 erneuerte die Edergemeinde nochmals die Bitte an den Landesbetrieb Straßen NRW. Schließlich verkündete im September 2013 der damalige Erndtebrücker Bürgermeister Karl Ludwig Völkel, dass es im Jahr 2014 zu einem Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr kommen werde. Das Vorhaben sei bewilligt worden, verriet Karl Ludwig Völkel im Bauausschuss der Edergemeinde. Doch im Oktober 2015 berichtete die Siegener Zeitung einmal mehr über das Thema und titelte „Kreisel in weite Ferne gerückt“. Damals verriet Eberhard Zimmerschied von Straßen NRW, dass solch ein Kreisverkehr grundsätzlich umsetzbar sei. Zwar handele es sich nicht um eine Unfallhäufungsstelle – dennoch sei es hier schon zu Unfällen gekommen. Ein Punkt, der den Bau des Kreisels rechtfertigen würde, wobei Eberhard Zimmerschied auch betonte: „Es geht auch so an der Kreuzung.“

Dennoch: Ein Kreisverkehr könnte an dieser Stelle sowohl die Sicherheit erhöhen als auch den Verkehrsfluss verbessern. Allein: Die Finanzierung ist wie so oft der Knackpunkt. Hier greift das Fernstraßengesetz. Der Bund müsste zwei Drittel der Kosten tragen, der Kreis das restliche Drittel für den Abzweig der Kreisstraße 45. Die Gemeinde wäre dagegen befreit, weil der Anteil der Fahrzeuge, die in das Industriegebiet Jägersgrund abbiegen, wohl zu vernachlässigen sei, verriet Eberhard Zimmerschied. „Es hängt am Anteil des Kreises“, meinte der Planer von Straßen NRW, der auch von Gesamtkosten in einer Größenordnung von 500.000 Euro sprach. Unterm Strich sah indes der Kreis keine Notwendigkeit für einen Kreisverkehr an dieser viel befahrenen Kreuzung. Und was ist draus geworden?

Ein Blick in den Entwurf des Erndtebrücker Haushaltsplans 2020 offenbarte, dass die Gemeindeverwaltung für die Planung des Kreisels B 62/K 45/Jägersgrund Kosten in Höhe von 50.000 Euro eingestellt hat. Ein Haushaltsposten für einen Kreisverkehr, der auf Eis liegt? Oder heißt das etwa, dass Bewegung in die Sache gekommen ist? Anlass für einen solchen Sinneswandel wären ja beispielsweise die schweren Unfälle vom 16. Oktober 2017 und vom 17. Juli 2019 – beide Male mit erheblichem Sachschaden und Verletzten. Bei anderen Unfällen blieb es bei Blechschäden.

Doch tatsächlich gibt es keine Planungen für den Bau eines Kreisels, wie die SZ auf Anfrage beim Kreis Siegen-Wittgenstein erfuhr. Aus dem Kreishaus hieß es dazu konkret: „Der Posten Planung Kreisel B 62/K 45/Jägersgrund in Höhe von 50.000 Euro ist in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand im Haushalt der Gemeinde gewesen und beruht auf einer Absprache mit Herrn Zimmerschied, wonach die Gemeinde mit den Planungsleistungen für den Bau des Kreisels in Vorleistung treten wird. Die Ausgaben werden ihr anschließend erstattet.“ Eberhard Zimmerschied ist inzwischen aus dem Dienst beim Landesbetrieb ausgeschieden.

Der Kreis hat im Haushalt 2020 keine Mittel für die Planung oder bauliche Umsetzung eines solchen Kreisels eingeplant. Es gebe dafür derzeit keine konkreten Planungen. Insofern könnte ja die Gemeindeverwaltung Erndtebrück den Posten nun auch getrost streichen.

Die Kreuzung von Bundesstraße 62, Kreisstraße 45 in Richtung Bad Berleburg und Industriegebiet Jägersgrund ist viel befahren und es hat dort auch schon erhebliche Unfälle gegeben. Ein Kreisverkehr kommt hier trotzdem nicht so bald. Foto: Björn Weyand
Der vorerst letzte besonders schwere Unfall auf der Kreuzung der B 62 und der K 45 am Industriegebiet Jägersgrund ereignete sich im Juli. Archivfoto: Timo Karl
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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