Dramatisches Ulmensterben in Erndtebrück

Kranke Bäume werden aus dem Ortsbild verschwinden / »Nichts zu machen gegen Pilzbefall«

Erndtebrück. Traurig, aber wahr: Die ortsbildprägenden Ulmen werden komplett aus Erndtebrück verschwinden. Der Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Naturschutz überzeugte sich gestern bei einer Ortsbesichtigung davon, dass die Bäume nicht mehr zu retten sind. Der Ausschussvorsitzende Willi Flender sprach von »einer dramatischen Entwicklung«. Der Ulmensplintkäfer übertrage die Sporen des Erregerpilzes Ceratocystis ulmi, die sich über die Leitungsbahnen auf den ganzen Baum ausdehnten und diesen über mehrere Jahre hinweg zum Absterben brächten. »Eine Bekämpfung ist nicht möglich«, unterstrich Willi Flender.

Das Thema sei aus mehreren Gründen auf der Tagesordnung dieses politischen Gremiums gelandet. Es gehe in zweierlei Hinsicht um die klassische Daseinsvorsorge. Zum einen, so der Vorsitzende, sollten Schadensfälle verhindert werden, zum anderen müssten Lösungen gefunden werden, wie die Ulmen zu ersetzen seien. Um Folgendes hinzuzufügen: »Absterbende und abgestorbene Bäume gerade in Ortschaften und an Straßen stellen ein erhebliches Gefährdungspotenzial dar, verantwortlich für die Verkehrssicherungspflicht ist der Eigentümer.«

Betroffen seien nach seinen Schätzungen 25 bis 30 Bäume auf Gemeindegebiet. Willi Flender schlug vor, alle Bäume in einer konzentrierten Aktion in engem zeitlichen Rahmen zu fällen. Zum einen seien durch die schwierige Fällung bei einem Großauftrag Kosten zu sparen, zum anderen könne das hochwertige Ulmenholz bei entsprechender Menge optimal für die Möbelindustrie vermarktet werden. Es sei mittlerweile dringend Handlungsbedarf geboten, »in der Nähe des Bahnhofes ist bereits Gefahr in Verzug«.

Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel unterbreitete den Vorschlag, dass die Verwaltung mit allen Eigentümern Kontakt aufnehme und das Angebot einer gemeinsamen Aktion mache, »alles andere macht keinen Sinn«. Im optimalen Fall setzten sich die betroffenen Bürger direkt mit dem Rathaus in Verbindung. Für ihn seien überdies Ersatzpflanzungen selbstverständlich, dies werde man auch den privaten Eigentümern anbieten. Mittlerweile gebe es Ulmen, die resistent seien gegen den Splintkäfer.

Die Vorgehensweise der Verwaltung stieß im Ausschuss auf Zustimmung, die Tage der alten Erndtebrücker Ulmen dürften gezählt sein.

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