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Schrottimmobilie in Benfe
Ederkopf: „Ein Einsturz ist nicht zu befürchten“

Einst war der Ederkopf in Benfe eine beliebte Gaststätte und ein renommiertes Hotel. Mehrere Versuche, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, scheiterten in den 2000er Jahren. Inzwischen ist das Gebäude stark heruntergekommen. Foto: Björn Weyand
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  • Einst war der Ederkopf in Benfe eine beliebte Gaststätte und ein renommiertes Hotel. Mehrere Versuche, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, scheiterten in den 2000er Jahren. Inzwischen ist das Gebäude stark heruntergekommen. Foto: Björn Weyand
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bw Benfe. Die jüngste SZ-Berichterstattung über Schandflecke hat jetzt in Benfe noch einmal für Gesprächsstoff gesorgt, dort befindet sich mit dem ehemaligen Hotel und Restaurant Ederkopf ein besonders heftiges Beispiel einer Schrottimmobilie. Nach unserem Bericht wandte sich Anwohnerin Andrea Meister an die Heimatzeitung und berichtete über die Sorgen in der direkten Nachbarschaft wegen dieses Schandflecks. Immer wieder sei es notwendig, Eingangstüren des Gebäudes zu verschließen oder zuzustellen, um die eigenen Haustiere wie etwa Katzen vor einem Eindringen zu bewahren. Die Frage sei indes, warum diese Türen des heruntergekommenen Gebäudes nach ein paar Tagen immer wieder geöffnet seien.

bw Benfe. Die jüngste SZ-Berichterstattung über Schandflecke hat jetzt in Benfe noch einmal für Gesprächsstoff gesorgt, dort befindet sich mit dem ehemaligen Hotel und Restaurant Ederkopf ein besonders heftiges Beispiel einer Schrottimmobilie. Nach unserem Bericht wandte sich Anwohnerin Andrea Meister an die Heimatzeitung und berichtete über die Sorgen in der direkten Nachbarschaft wegen dieses Schandflecks. Immer wieder sei es notwendig, Eingangstüren des Gebäudes zu verschließen oder zuzustellen, um die eigenen Haustiere wie etwa Katzen vor einem Eindringen zu bewahren. Die Frage sei indes, warum diese Türen des heruntergekommenen Gebäudes nach ein paar Tagen immer wieder geöffnet seien. Da liegt die Vermutung nahe, dass Unbekannte in das seit dem Jahr 2001 leer stehende Gebäude eindringen – wieso auch immer. Dass dies gefährlich ist, steht außer Frage. Anwohner versicherten, dass sie im Dunkeln Personen rund um das Gebäude huschen gesehen haben. Nicht zuletzt haben die Nachbarn die große Sorge, dass sich Schwarzschimmel im Ederkopf weit ausgebreitet hat und sich auch auf die Umgebung auswirken könnte.

Die Bauaufsicht der Siegener Kreisverwaltung stellte auf Anfrage der SZ nochmals klar, dass sie keineswegs untätig gewesen sei – ganz im Gegenteil. Nachdem das einst beliebte Restaurant ab 2001 leer stand, haben sich nach und nach Bauschäden eingestellt, die ab dem Jahr 2009 ein Einschreiten der Bauaufsichtsbehörde erforderlich gemacht haben, wie Torsten Manges als Sprecher des Kreises erläutert. Bei diesen Bauschäden handele es sich in erster Linie um abfallenden Putz, abfallende Schiefersteine sowie kaputte Fenster und Türen. Daneben gebe es im Inneren des alten Hotels eine Vielzahl unterschiedlichster Schäden. „Die Bauaufsichtsbehörde kann nur die zur Abwehr von Gefahren notwendigen Maßnahmen veranlassen, die insbesondere darin bestehen, das Gebäude so durch Zäune abzusichern, dass andere Personen nicht durch herabfallende Bauteile etc. zu Schaden kommen können, und dass für Dritte erkennbar wird, dass das Gebäude nicht betreten werden darf“, stellt Torsten Manges klar und merkt auch an: „Wer es trotzdem betritt und dabei zu Schaden kommt, ist dafür selbst verantwortlich.“ Wie bei allen Schrottimmobilien sei es den öffentlichen Dienststellen nicht möglich, ein vorsätzliches Betreten durch Unbefugte zu verhindern oder zu verfolgen. Sicherzustellen, dass Haustiere nicht in ordnungsbehördlich gesperrte Gebäude eindringen, sei keine Aufgabe der Ordnungsbehörden.

Es sei auch keine Pflicht der Bauaufsichtsbehörde, das Gebäude dauerhaft zu überwachen. Es reiche aus, so der Kreis, wenn es von Zeit zu Zeit in Augenschein genommen und dabei geprüft werde, ob die zuvor bereits veranlassten Sicherungsmaßnahmen ausreichen oder ob weitere Maßnahmen angeordnet und gegebenenfalls im Wege der Ersatzvornahme veranlasst werden müssen. Beim Ederkopf seien die letzten Maßnahmen im Jahre 2017 – auch nach einer Prüfung im Gebäude – angeordnet worden. Weil der Eigentümer nicht herangezogen werden konnte, wurden die Maßnahmen seinerzeit in Ersatzvornahme im Wege der Amtshilfe durch den Bauhof der Gemeinde Erndtebrück durchgeführt. Es handelte sich um Ergänzungen, Versetzungen oder neue Befestigungen des Sicherungszauns. Seitdem findet eine regelmäßige Prüfung statt, die in den nächsten Wochen wieder ansteht, wie Torsten Manges der SZ berichtet: „Ob eine Prüfung von außen ausreicht, oder auch ins Gebäude gegangen werden muss, kann erst vor Ort festgestellt werden.“

Hoffnung auf ein größeres Eingreifen kann der Kreis freilich nicht machen. Unter Vorbehalt der anstehenden Kontrolle sei unbedingt davon auszugehen, „dass die Substanz des Gebäudes nicht so schwer in Mitleidenschaft gezogen ist, dass in absehbarer Zeit ein Einsturz oder ähnliches, bei dem auch andere Grundstücke oder Verkehrsflächen und damit die öffentliche Sicherheit beeinträchtigt werden könnte, zu erwarten ist“. Und: Die Schimmelausbreitung im Gebäude sei vom Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein schon vor Jahren geprüft und für außerhalb des Gebäudes befindliche Personen als nicht gefährlich eingestuft worden.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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