Investition in einen Wachstumsmarkt
EEW erweitert sich um neues Werk in den USA

Die Produktion von Monopiles soll bald in den USA starten.
Die Arbeiten begannen im März, der Spatenstich soll auch bald offiziell folgen.
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  • Die Produktion von Monopiles soll bald in den USA starten.
    Die Arbeiten begannen im März, der Spatenstich soll auch bald offiziell folgen.
  • Foto: EEW (Grafik)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vc/sz Erndtebrück. Von einer momentan sehr guten Auftragslage spricht EEW-Geschäftsführer Christoph Schorge. Die Standorte in Erndtebrück und Rostock haben neue Aufträge, und ein neues Werk in den USA entsteht jetzt. „Da nehmen wir sehr viel Geld in die Hand“, betont Christoph Schorge mit Blick über den großen Teich. An der Küste von New Jersey wird ein riesiges Monopile-Werk gebaut. Monopiles sind die Fundamente von Windkraft-Anlagen.

Viele Aufträge an Land gezogen

„Die Expertise dazu haben wir. Was die Aufträge angeht, sind wir dort voll wie ein Weihnachtsbaum“, berichtet die Erndtebrücker Geschäftsführung und verweist auf Rostock, wo bereits seit 2008 ein Werk für die Herstellung von Monopile-Fundamenten für Offshore-Windkraft-Anlagen steht. Erst kürzlich konnten zwei große Aufträge mit einem Gesamtauftragsvolumen von über 300 Millionen Euro und 130 Monopiles für die Rostocker Fertigung gebucht werden. An der See wird auch das neueste Werk der EEW-Gruppe liegen. Aktuell wird eine große Fläche am Paulsboro Marine Terminal in den USA vorbereitet, um dort mehrere große Hallen errichten zu können. Die Bauarbeiten begannen im März, der offizielle Spatenstich soll bald erfolgen. Die Lage in der Nähe der Mündung des Delaware Rivers am Atlantik stellt sicher, dass Monopiles der neuesten Generation mit Durchmessern von über 10 Metern direkt vom Werk zu den Bauprojekten auf See transportiert werden können. Eine Rundnahtfertigung soll bereits 2022 an den Start gehen, die Längsnahtfertigung folgt später.

Hohe Nachfrage an Offshore-Anlagen

Zusammen mit dem langjährigen EEW-Kunden Oersted, einem dänischen Energieproduzenten, baut die neueste Tochter der EEW-Group, die EEW American Offshore Structures (AOS), das Werk auf. In der ersten Phase des neuen Werks werden circa 180 Mitarbeiter beschäftigt. Hintergrund für das neue Werk ist laut EEW der weltweite Ausbau der regenerativen Energien und die hohe Nachfrage nach Offshore-Windkraft-Anlagen auch außerhalb Europas. Asien und Amerika seien vielversprechende Wachstumsmärkte. Trotz der positiven Entwicklungen bei der Windkraft wird sich laut EEW der rückläufige Trend in der Öl- und Gasindustrie nicht aufhalten lassen. Bereits vor Corona befand sich die Stahlrohrindustrie aufgrund der schlechten Auftragslage, Unterauslastung und extremen Preisdrucks in einem Strukturwandel.

Projektlandschaft verändert sich

Durch die Pandemie hat sich die Situation erheblich verschärft. Aufträge wurden verschoben oder komplett storniert, sodass EEW die bereits pessimistisch formulierten Geschäftsziele nicht erreichen konnte. Gleichzeitig ist aufgrund einer nachhaltig veränderten Projektlandschaft davon auszugehen, dass eine konstante Auslastung wie in der Vergangenheit nicht mehr zu erzielen ist. Vor diesem Hintergrund hat sich EEW dazu entschlossen, das im Jahr 2019 entwickelte Zukunftskonzept um neue Maßnahmen zu erweitern. Christoph Schorge erklärt: „Im Zuge der Initiierung unseres Zukunftskonzepts vor zwei Jahren haben wir bereits umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Erndtebrücker Standorts zu verbessern.“
Die Pandemie habe die wirtschaftliche Lage aber nochmals erheblich verschärft, „weshalb wir insbesondere unsere Kostenstruktur weiter optimieren und Lösungen für die volatile Beschäftigungssituation finden müssen. Weitere Personalmaßnahmen sind allerdings derzeit nicht geplant“.

Langfristigen Fortbestand sichern

Christoph Schorge betont auch: „Diese aktuell sehr gegenläufigen Entwicklungen – der Aufbau eines neuen Werks in den USA auf der einen Seite und weitere Einschnitte in Erndtebrück auf der anderen Seite – sind nicht so einfach nachzuvollziehen. Wir müssen jedoch die sich ergebenden Chancen in den profitablen Wachstumsmärkten nutzen, um rückläufige Marktentwicklungen in anderen Unternehmensbereichen zu kompensieren. In Summe dient all dies dem langfristigen Fortbestand unserer gesamten Unternehmensgruppe und insbesondere dem Erhalt unseres Stammsitzes in Erndtebrück.“

Neuer Großauftrag für das Erndtebrücker EEW-Werk Das Know-how der Erndtebrücker Belegschaft von EEW ist bei einem ganz besonderen Projekt gefordert. Ein Auftrag rund um sogenannte Clad-Rohre ist eine erfreuliche Nachricht für den Standort. Schon 2018 war mit dem ersten Großprojekt der Durchbruch im Nischenmarkt gelungen. Nun konnte ein weiteres Projekt dieser Art gebucht werden. Bei Clad-Rohren handelt es sich um ein technisch anspruchsvolles Produkt, bei dem die Außenseite des Rohres aus C-Stahl und die Innenseite aus Edelstahl besteht. „Dank dieses Auftrags, der über 5000 Rohre bei einem Auftragsvolumen von mehr als 200 Millionen Euro umfasst, wird die Clad-Produktionslinie von August bis in den nächsten Sommer gut ausgelastet sein“, teilt EEW mit. Clad ist Englisch und heißt übersetzt „plattiert“. Hier wird ein C-Stahlblech beim Walzvorgang in der Hütte mit einer circa 3 Millimeter dicken Edelstahlschicht verbunden. Wenn dieses Blech bei EEW zu einem Rohr verformt wird, besteht das Rohr auf der Außenseite aus C-Stahl und auf der Innenseite aus Edelstahl.
Die Produktion von Monopiles soll bald in den USA starten.
Die Arbeiten begannen im März, der Spatenstich soll auch bald offiziell folgen.
Christoph Schorge.
Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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