Ein Erndtebrücker Junge hinterließ sichtbare Spuren

Ausstellung zu Ehren von Heiner Völkel im Rathaus

howe Erndtebrück. Das letzte Kunstwerk von Heiner Völkel ließ freilich Emotionen aufkommen. Am Ende des Rundgangs im Foyer des Erndtebrücker Rathauses hat Nam He Völkel-Song das Bild ihres 1976 verstorbenen Mannes an der Wand platziert: Zu Tränen rühren könne das Gemälde, das zuletzt unvollendet auf der Staffelei geblieben sei, formulierte Otto Marburger von der Bad Berleburger Kulturgemeinde bei der Ausstellungseröffnung am Montagabend. Indem sie das Werkzeug dem Bild aufgeklebt und für immer dem Gebrauch entzogen habe, habe es Nam He zu einer Art Epitaph für ihren Mann Heiner gemacht.

In einer tief persönlichen Rede würdigte Otto Marburger seinen einstigen Freund und politischen Weggefährten. Dass der Tod Krise und Krankheit für die Hinterbliebene bedeute, sei nur zu verständlich, dass es auch einen so völligen Neuanfang gegeben habe, gehöre wohl eher in den Bereich der Gnade und natürlich auch der Kraft des eigenen Willens. Durch Fortführung seines Werkes, so Otto Marburger, habe sie sich ihn am »Leben« erhalten, aber auch für sich die Kraft gefunden, die Kinder und sich selbst gut durchs Leben zu bringen und den eigenen künstlerischen Weg zu finden und so erfolgreich zu gehen. Kunstkenner Otto Marburger beschrieb die Malweise des Künstlers Heiner Völkel: Die Aquarelltechnik habe ihm wohl zu wenig gestalterischen Raum geboten, da seien die langsam trocknenden Ölfarben das entgegenkommendere Material gewesen. Mit dem dickschichtigen Aufbringen mittels Glasplatte habe er schließlich die für ihn passendste Technik gefunden, die Planung, Zufall und Nacharbeit in ein herausforderndes Verhältnis gebracht habe. Stellvertretender Bürgermeister Heinz-Georg Grebe würdigte Heiner Völkel als einen »echten Erndtebrücker Jungen«, der sichtbare Spuren hinterlassen habe.

Die enge Verbindung zur koreanischen Heimat seiner Frau sei deutlich zu sehen, das Spiel mit den Farben der abstrakten Bilder zeige Lebendigkeit und Energie, aber auch Ruhe und Gelassenheit. Heinz-Georg Grebe: »Wir sind stolz, dass der Erndtebrücker Heiner Völkel noch über seinen Tod hinaus durch seine eindrucksvollen Werke begeistert.« Heiner Völkel, 1928 geboren, starb im September 1976 an einem Herzinfarkt. Die Ausstellung zu Ehren von Heiner Völkel kann ab sofort zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.