»Erndtebrück braucht diesen Markt«

Bürgermeister Heinz-Josef Linten will Lidl-Projekt forcieren / Positive Jahresbilanz gezogen

Erndtebrück. Ein spektakuläres Jahr sei es aus Sicht der Gemeinde Erndtebrück nicht gewesen, meint Heinz-Josef Linten, wohl aber ein Jahr, in dem viele Dinge passiert seien. Und wer mit offenem Auge durch die Edergemeinde gehe, so der Bürgermeister, »der bekommt schon den Eindruck, dass wir auf einem sehr guten Weg sind«. Nicht ganz ohne Stolz vertritt der leitende Mitarbeiter im Rathaus im Gespräch mit der Siegener Zeitung die Auffassung, dass Rat und Verwaltung »durchaus ein positives Fazit ziehen dürfen«.

Denn vor dem Hintergrund, dass die Kommunen finanziell mit dem Rücken zur Wand stünden und das Licht am Ende des Tunnels noch nicht zu sehen sei, verfüge eine Kommune in der Größenordnung der Gemeinde Erndtebrück eben nur über eingeschränkte Möglichkeiten. Dennoch gibt sich der Bürgermeister kämpferisch: »Lamentieren hilft uns nicht weiter, wir müssen unsere Möglichkeiten ausschöpfen.« Dies scheint der kleinsten Wittgensteiner Kommune im zu Ende gehenden Jahr 2002 durchaus gelungen zu sein. Die Baumaßnahme im Bereich Mühlenweg/Bahnhof ist rechtzeitig vor dem Winter abgeschlossen, auch wenn der eigentliche Problemfall »unangestatet« mittendrin steht. Das Verhalten der DB in Sachen Bahnhof habe ihn maßlos geärgert, so der Bürgermeister, doch nach aktuellsten Informationen sei das Unternehmen zu neuen Gesprächen in Erndtebrück bereit.

Baugebiete weiter entwickeln

Ein Riesenlob hat Heinz-Josef Linten für die Mitarbeiter des Bauhofes parat. Die Kollegen hätten bei der Realisierung von neuem Trauzimmer und Bürgerbüro vorbildliche Arbeit geleitet, betont der Verwaltungschef, »ein Kraftakt, auf den wir stolz sein dürfen«. Als Bürgermeister sei er auch angetreten, um das Rathaus zu einem Dienstleistungsunternehmen zu machen und die Verbesserungen im Verwaltungsgebäude seien ein Schritt in die richtige Richtung. Zudem sei intensiv »im Verborgenen« gearbeitet worden, um die Edergemeinde voran zu bringen.

Eine gute Entwicklung sei in den Neubaugebieten Dastloch und Altenschlager Weg sowie Hinter der Kehr in Birkelbach zu verzeichnen. Heinz-Josef Linten: »Es ist wichtig, dass wir jungen Menschen Möglichkeiten zur Entfaltung bieten, damit sie der Gemeinde Erndtebrück erhalten bleiben.« Nicht zu vergessen die neue Belüftung in der Birkelbacher Mehrzweckhalle, die Konzeption für das Erndtebrücker Hallenbad, die neuen Bushaltestellen oder die enormen Investitionen am Steinseifen-Friedhof. Zum Thema gemeindeeigene Immobilien vertritt der Bürgermeister eine klare Linie: »Öffentliche Gebäude sind so zu pflegen wie das eigene Heim. Wenn wir uns das als Gemeinde nicht mehr leisten können, müssen wir uns eben von den Häusern trennen.« Dies sei im Falle der Gemeinschaftshäuser in Zinse und Birkefehl sehr gut gelungen, ähnliche Lösungen strebe die Kommune für Röspe und Womelsdorf an.

Versprechen für den SV Schameder

Auch die Verwaltung werde, so der Bürgermeister, um finanzielle Einschnitte nicht herum kommen. Eine Verwaltungsstrukturanalyse habe ergeben, dass das Rathaus mit drei Mitarbeiterin überbesetzt sei, »diese Vorgabe müssen wir umsetzen«. Zum Leuchtturmprojekt für das Jahr 2003 erklärt der Rathaus-Chef – einmal abgesehen vom Dauerthema Bahnhof – die Realisierung des Lidl-Marktes. Möglichst Anfang des Jahres solle im Rahmen einer Bürgerversammlung der Trend analysiert werden, gleichwohl ist sich Heinz-Josef Linten sicher, »dass Erndtebrück diesen Markt braucht«. Gleiches gelte für das Caritas-Seniorenheim. Mit der neuen Blockhaussauna an der Mozartstraße sieht der Bürgermeister eine sehr gute Chance, die Attraktivität des Hallenbades weiter zu steigern und das Defizit zu verringern. Außerdem werde sich die Kommune im neuen Jahr intensiv um das alte Rathaus kümmern – gerade im Hinblick auf die 750-Jahr-Feier Erndtebrücks. »Gemeinsam mit dem Heimatverein möchten wir das Gebäude zu einem Schmuckstück machen«, so die ehrgeizige Planung des Bürgermeisters. Außerdem stünde die Schaffung von weiteren Parkplätzen für den Einzelhandel im Maßnahmenkatalog, ebenso die Sanierung von Industrie- und Oststraße als Auftakt des Stufenplanes. Auch der SV Schameder darf sich auf das Wort von Heinz-Josef Linten verlassen. Die Anträger auf Landesförderung für den neuen Sportplatz seien gestellt, »dem Verein mit seiner fantastischen Jugendarbeit wollen wir natürlich helfen«.

Nicht zuletzt für die Kulturfreunde im Raum Erndtebrück hat der Bürgermeister ein echtes Bonbon in der Hinterhand. Im Rahmen einer regelmäßigen sonntaäglichen Matinee vor den Ratsstuben »können sich unsere hervorragenden Kulturträger einem großen Publikum präsentieren«, so die Idee aus dem Rathaus. So schlecht sind also die Aussichten für 2003 nicht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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