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20 Millionen Euro Defizit im vergangenen Jahrzehnt
Erndtebrück droht die Überschuldung

Erndtebrück muss für 2019 erneut ein erhebliches Defizit in Höhe von 1,374 Millionen Euro ausgleichen. Das geht mit der Senkung des Eigenkapitals einher.
  • Erndtebrück muss für 2019 erneut ein erhebliches Defizit in Höhe von 1,374 Millionen Euro ausgleichen. Das geht mit der Senkung des Eigenkapitals einher.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Erndtebrück. Die Schlussrechnung für das vergangene Jahr steht in dieser Woche für die Gemeinde Erndtebrück an. Rat und Rechnungsprüfungsausschuss werden am Mittwoch den Jahresabschluss 2019 beschließen. Mängel hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft S/W Treuhand Südwestfalen GmbH nicht festgestellt. Alarmierend sind die Zahlen allerdings sehr wohl, denn die Edergemeinde muss ein erhebliches Defizit in Höhe von 1,374 Millionen Euro ausgleichen. Insgesamt schließt das Jahr 2019 sogar mit einer leichten Verbesserung von 75 000 Euro gegenüber der Planung ab.
Das Eigenkapital wird sich in Erndtebrück weiter verringern
Viel Ausgleichsmasse hat die Gemeinde aber nicht mehr: Das Eigenkapital ist zum Jahresende auf 7,3 Millionen Euro gesunken, das sind noch 10,8 Prozent der Bilanzsumme.

bw Erndtebrück. Die Schlussrechnung für das vergangene Jahr steht in dieser Woche für die Gemeinde Erndtebrück an. Rat und Rechnungsprüfungsausschuss werden am Mittwoch den Jahresabschluss 2019 beschließen. Mängel hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft S/W Treuhand Südwestfalen GmbH nicht festgestellt. Alarmierend sind die Zahlen allerdings sehr wohl, denn die Edergemeinde muss ein erhebliches Defizit in Höhe von 1,374 Millionen Euro ausgleichen. Insgesamt schließt das Jahr 2019 sogar mit einer leichten Verbesserung von 75 000 Euro gegenüber der Planung ab.

Das Eigenkapital wird sich in Erndtebrück weiter verringern

Viel Ausgleichsmasse hat die Gemeinde aber nicht mehr: Das Eigenkapital ist zum Jahresende auf 7,3 Millionen Euro gesunken, das sind noch 10,8 Prozent der Bilanzsumme. Ende 2018 lag das Eigenkapital bei 8,7 Millionen Euro. Problematisch ist auch: Schon vor der Corona-Krise kalkulierte die Gemeindeverwaltung für das Jahr 2020 mit einem Jahresfehlbetrag von 1,47 Millionen Euro. Kurzum: Das Eigenkapital wird sich weiter verringern. Insofern stellt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in ihrem Bericht fest: „Die Ausgleichsrücklage ist aufgebraucht. In den Folgejahren wird weiteres Eigenkapital in erheblichem Umfang abgebaut und der Umfang der Liquiditätskredite wird voraussichtlich wieder ansteigen.“ Und weiter: „Ohne positive Jahresergebnisse droht der Gemeinde Erndtebrück mittelfristig die Überschuldung.“

20 Millionen Euro Miese im vergangenen Jahrzehnt

Die Prüfer schreiben der Edergemeinde auch noch Folgendes ins Stammbuch: „Die weitere Entwicklung der Finanzlage der Gemeinde unterliegt weiterhin großen Risiken.“ Diese ergeben sich aus der Corona-Pandemie sowie Unsicherheiten zur weiteren konjunkturellen Entwicklung, der weiteren Entwicklung der Flüchtlingszahlen und des Zinsniveaus. Problematisch ist die finanzielle Situation der Edergemeinde auch deshalb, weil im vergangenen Jahrzehnt nur in einem einzigen Jahr kein Minus am Jahresende stand, wie diese Aufstellung ganz deutlich zeigt:
2010: -5,187 Millionen Euro
2011: -1,535 Millionen Euro
2012: +2,051 Millionen Euro
2013: -944 000 Euro
2014: -2,964 Millionen Euro
2015: -3,651 Millionen Euro
2016: -2,620 Millionen Euro
2017: -2,495 Millionen Euro
2018: -868 000 Euro
2019: -1,374 Millionen Euro
Das macht unterm Strich im vergangenen Jahrzehnt einen Gesamtverlust in einer Höhe von 19,587 Millionen Euro. Der Schuldenstand der Gemeinde Erndtebrück aus Investitionskrediten und Kassenkrediten betrug am Ende des vergangenen Jahres insgesamt 24,990 Millionen Euro, darunter sind 13,890 Millionen Euro als Investitionskredite und 11,1 Millionen Euro als Kassenkredite. Davon entfallen auf den Kernhaushalt insgesamt 21,665 Millionen Euro – die restliche Summe sind Schulden des Wasserwerks der Edergemeinde.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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