Erndtebrück will sich um Klärschlamm selbst kümmern

Kommunale Kooperation wird eher kritisch bewertet

Erndtebrück. Mit dem Thema der Klärschlammentsorgung befasste sich der Erndtebrücker Werksausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend. Das Gremium folgte einstimmig dem Vorschlg der Verwaltung, sich der Thematik wieder eigenverantwortlich anzunehmen und aus der Kooperation mit anderen Kommunen des Kreisgebietes im Entsorgungssektor Klärschlamm auszuscheren.

Zur Vorgeschichte: Die auf den Kläranlagen in Erndtebrück, Röspe, Balde und Melbach anfallenden Klärschlämme werden in der Kerngemeinde behandelt und über eine Membranfilterpresse entwässert. Der dabei entstehende Abfall ist zu entsorgen, dies übernimmt das Gladbecker Unternehmen Mineral Plus für die Kommune, um das Material einer landwirtschaftlichen und landbaulichen Verwertung in nordhessischen bzw. südniedersächsischen Bereichen zuzuführen. Die Jahresmenge beläuft sich auf etwa 650 Tonnen, die Kosten liegen seit Jahren konstant bei 45,76 e je Tonne.

Vor dem Hintergrund, dass der Umgang mit Klärschlamm auf europäischer Ebene neu geregelt werden soll – voraussichtlich für das Jahr 2005 – regten vor knapp zwei Jahren die Entsorgungsbetriebe der Stadt Siegen (ESi) an, eine Kooperation der Siegen-Wittgensteiner Kommunen für eine thermische Verwertungsanlage von Klärschlämmen einzugehen. Ziel: die Entsorgungsmenge minimieren und Kosten einsparen. Die Edergemeinde beteiligt sich mit 2000 e an der Erstellung der Machbarkeitsstudie, wobei sich der Anteil über einen Schlüssel der zu verwertenden Tonnagezahl berechnet.

Im Erndtebrücker Rathaus bewertet man die Sache mittlerweile eher kritisch. »Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die Machbarkeitsstudie nach wie vor Schwächen aufweist und bei der weiteren Entwicklung des Projektes noch mit erheblichen Kostensteigerungen zu rechnen ist«, heißt es in der Druckvorlage. Zudem habe sich die ein oder andere Kommune bereits aus der Kooperation zurückgezogen, erläuterte Björn Fuhrmann vom Bauamt der Gemeinde. Bürgermeister Heinz-Josef Linten ergänzte, dass die ESi-Initiative vom Grundgedanken her eine gute Sache, aber es an der Zeit sei, dort auszusteigen, »wenn man sich als Gemeinde Erndtebrück nicht wiederfindet«. Zustimmung gab es aus der SPD-Fraktion, Elke Reidt: »Wenn man die neuen EU-Richtlinien noch nicht kennt, besteht leicht die Gefahr, viel Geld in den Sand zu setzen.«

Zinser Hochbehälter wird saniert

Außerdem gab der Ausschuss die Empfehlung an den Gemeinderat, der Sanierung des Hochbehälters in Zinse mit geschätzten Kosten von rund 76700 e zuzustimmen. Durch die eindringende Feuchtigkeit seien auch im Innenraum an der Decke des Behälters und den Wänden Risse entstanden, so die Verwaltung, eine weitere Verschlechterung des Behälterzustandes führe unweigerlich zu einer Beeinträchtigung der Wasserqualität.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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