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Zwei Männer liefern sich Bietergefecht
Erndtebrücker Bahnhof für 70 000 Euro versteigert

Das Mindestgebot für den Erndtebrücker Bahnhof lag bei 29 000 Euro, die Bahn dürfte dem Verkauf wohl zustimmen.
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  • Das Mindestgebot für den Erndtebrücker Bahnhof lag bei 29 000 Euro, die Bahn dürfte dem Verkauf wohl zustimmen.
  • Foto: Svenja Weber
  • hochgeladen von Julian Kaiser

howe Erndtebrück/Köln. Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten! Eine ungewöhnliche Auktion endete am Freitagmittag in Köln durchaus spektakulär. Denn ein Bieter bot im Kundenauftrag 70 000 Euro für den maroden Erndtebrücker Bahnhof und lag damit sogar überraschend weit über dem Mindestgebot von 29 000 Euro.

Betrag mehr

howe Erndtebrück/Köln. Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten! Eine ungewöhnliche Auktion endete am Freitagmittag in Köln durchaus spektakulär. Denn ein Bieter bot im Kundenauftrag 70 000 Euro für den maroden Erndtebrücker Bahnhof und lag damit sogar überraschend weit über dem Mindestgebot von 29 000 Euro.

Betrag mehr als überraschend

Hierfür hatten kurz vor Start der Immobilien Winter-Auktion im Kölner Hilton Cologne Hotel gleich mehrere Anrufer am Telefon parat gestanden, schriftlich waren überdies mehrere Gebote in Höhe des Mindesgebots eingegangen. Pikante Notiz am Rande: Vor 10 Jahren kauften zwei Privatinvestoren aus Hilchenbach und Diedenshausen den Bahnhof für einen einzigen Euro von der Deutschen Bahn, die holte sich das Objekt 5 Jahre später zurück. Dass jetzt jemand 70 000 Euro für das Gebäude bietet, dürfte mehr als überraschend sein.

"Der vereinbarte Kaufpreis bezieht sich auf Grundstücke, Gebäude und wesentliche Bestandteile."
Sarah Kölle, Auktionatorin

Via Livestream übertragen

Spannend war die Auktion, die via Livestream im Internet übertragen wurde, allemal. Die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG (WDGA) präsentierte dem Publikum 25 Immobilien aus ganz Deutschland. Darunter eben auch den Erndtebrücker Bahnhof, den die WDGA im Vorfeld als eines der „Highlights der Veranstaltung“ angepriesen hatte. Während der Auktion kristallisierten sich zunächst drei Bieter mit den Bieternummern 3, 5 und 7 als ernsthafte Interessenten heraus, wobei alle drei Männer jeweils im Kundenauftrag handelten. Nach dem Anfangsgebot von 30 000 Euro der Nummer 3 machten schließlich Nr. 5 und 7, die sich gegenseitig mehrfach überboten, das Rennen. Am Ende erhöhte der erfolgreiche Bieter mit der Nummer 7 das Gebot der 5 von 66 000 Euro nochmal um 4000 Euro und erhielt den Zuschlag. „Der vereinbarte Kaufpreis bezieht sich auf Grundstücke, Gebäude und wesentliche Bestandteile“, sagte Auktionatorin Sarah Kölle.

69 999 Euro über dem Gebot von 2012

Ob es tatsächlich zum Verkauf des Erndtebrücker Bahnhofs kommt, steht noch nicht endgültig fest. Im sogenannten Bieterauswahlverfahren muss nach Abschluss der Auktion ein Kaufvertrag zwischen Eigentümer – in diesem Falle die Deutsche Bahn – und Käufer geschlossen werden. Es darf aber mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Deutsche Bahn dem Gebot von 70 000 Euro zustimmt – immerhin sage und schreibe 69 999 Euro mehr als im Jahre 2012. Die Deutsche Bahn hatte, vielleicht als ein allerletzter Versuch, die WDGA zur Auktion der Immobilie beauftragt.

Investor entschied sich für Bau der Ederarkaden

Mit folgender Referenz: 1400 Quadratmeter Grundstück, knapp 1200 Quadratmeter Nutzfläche verteilt auf das größere Empfangsgebäude sowie die benachbarte Güterhalle. Der denkmalgeschützte Bahnhof hat weder Heizung noch funktionsfähige Sanitäranlagen. Ein Satz der Auktionatorin, der durchaus zum Schmunzeln anregte: „Im Objekt etwa vorhandenes Altmobiliar sowie Müllablagerungen werden vom Veräußerer nicht mehr entfernt.“ Empfangshalle, ehemalige Gaststätte, die weiteren Räume oder das Obergeschoss mit der einstigen Pächterwohnung müssten umfangreich saniert werden. Das hätte bekanntlich ein Erndtebrücker Unternehmer vor 20 Jahren in die Hand genommen, wenn die Deutsche Bahn nicht so leichtfertig mit dessen Konzept umgegangen wäre. Der Investor entschied sich damals für den Bau der Ederarkaden und später für das Ederzentrum.

Verkaufsversuche bislang gescheitert

Zwischendurch trat ein Interessent aus dem Bergischen Land auf, der sich zunächst in Szene setzte, Wochen später aber vom Kauf zurücktrat. In 2012 dann versuchten zwei Männer aus der Region, etwas auf die Beine zu stellen. Sie kauften den Bahnhof für einen Euro, 2017 wickelte die DB ihr Gebäude zurück ab. Seitdem scheiterte bislang jeder Versuch der Deutschen Bahn, den Bahnhof zu verkaufen.

Das Mindestgebot für den Erndtebrücker Bahnhof lag bei 29 000 Euro, die Bahn dürfte dem Verkauf wohl zustimmen.
Ein Bieter gab am Freitagmittag im Kundenauftrag ein Höchstgebot von 70 000 Euro für den Erndtebrücker Bahnhof ab.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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