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Modellanlage lädt zur Zeitreise ins Jahr 1912 ein
Erndtebrücker Eisenbahngeschichte im Kleinformat

Lutz Körnert, Kassenwart und Schriftführer des Heimatvereins, erstellte das Modell des im Jahr 1912 erbauten Erndtebrücker Wasserturms mit der 3D-Druck-Technik.
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  • Lutz Körnert, Kassenwart und Schriftführer des Heimatvereins, erstellte das Modell des im Jahr 1912 erbauten Erndtebrücker Wasserturms mit der 3D-Druck-Technik.
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ako Erndtebrück. „Der Wiedererkennungswert soll hoch sein“, sagt Lutz Körnert. Er steht in der obersten Etage des Heimatmuseums und richtet seinen Blick auf eine historische Nachbildung des „Eisenbahnerdorfs“ im Maßstab 1:87. Zu sehen sind unter anderem der alte Friedhof, die Bahnhofstraße sowie der Bahnhof aus dem Jahre 1912. An der Modellanlage, die die besondere Bedeutung der Eisenbahn in Erndtebrück thematisiert, arbeitet der Schriftführer des Heimatvereins gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden Rolf Wenzel und weiteren Mitgliedern schon seit mehreren Jahren.

Die Modellbahnanlage selbst existiert bereits seit den 1990er Jahren. Damals war sie im ehemaligen Ratssaal des Gebäudes an der Siegener Straße aufgebaut.

ako Erndtebrück. „Der Wiedererkennungswert soll hoch sein“, sagt Lutz Körnert. Er steht in der obersten Etage des Heimatmuseums und richtet seinen Blick auf eine historische Nachbildung des „Eisenbahnerdorfs“ im Maßstab 1:87. Zu sehen sind unter anderem der alte Friedhof, die Bahnhofstraße sowie der Bahnhof aus dem Jahre 1912. An der Modellanlage, die die besondere Bedeutung der Eisenbahn in Erndtebrück thematisiert, arbeitet der Schriftführer des Heimatvereins gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden Rolf Wenzel und weiteren Mitgliedern schon seit mehreren Jahren.

Die Modellbahnanlage selbst existiert bereits seit den 1990er Jahren. Damals war sie im ehemaligen Ratssaal des Gebäudes an der Siegener Straße aufgebaut. Der Heimatverein hatte das Modell von den „Eisenbahnfreunden Wittgenstein“ erworben. Die Anlage behandelte ursprünglich das Thema „Eisenbahn in Erndtebrück im Jahre 1889“. Es gab aber auch noch eine separate Anlage, die die Nachbildung des 1912 gebauten Bahnbetriebswerks umfasste.

Ehrgeiziges Ziel verwirklicht

Im Jahr 2005 musste das Modell vom Ratssaal in die oberste Etage umziehen – das Dachgeschoss war gerade von den Aktiven des Heimatvereins fertiggestellt worden: „Das grenzt schon an einem Lottogewinn, einen Raum in dieser Größe zu finden“, betont Lutz Körnert, der sich damals dem Projekt annahm. Mit dem Standortwechsel standen die Verantwortlichen auch vor der Wahl, das Projekt „Eisenbahn in Erndtebrück im Jahre 1889“ fortzusetzen oder etwas Neues zu wagen: „Wir haben uns dann dazu entschieden, die beiden vorhandenen Anlagen zusammenzufassen“, erklärt der Schriftführer. Und so war Projekt „Eisenbahn in Erndtebrück im Jahre 1912“ geboren.

Im darauffolgenden Jahr stand in Erndtebrück die große 750-Jahr-Feier vor der Tür. Die Modellbauer setzten sich deshalb ein ehrgeiziges Ziel: Zur Feier im Mai 2006 sollte die komplette Anlage funktionstüchtig sein. „Das haben wir auch geschafft. Zum Festwochenende am 20. und 21. Mai rollten die Züge von Lützel nach Erndtebrück, ebenso von Erndtebrück nach Leimstruth“, sagt Lutz Körnert, der sich noch genau an den großen Aufwand erinnert. Das erste Gebäude des Modells – das Bahnhofsgebäude von Lützel – entstand in reiner Handarbeit. Die Materialien: Pappe, Profilholz und Strukturplatten. Als Werkzeug seien lediglich ein Cuttermesser und ein Lineal verwendet worden. Es habe ein halbes Jahr gedauert, bis das Gebäude fertiggestellt wurde. Zum Glück für die Modellbauer war ein Bauplan des Gebäudes vorhanden. „Das ist aber nicht immer so“, merkt Rolf Wenzel an.
Der 2. Vorsitzende erklärt, dass die „Sache“ beim alten Bahnhofsgebäude von Erndtebrück „ganz anders“ ausgesehen habe. „Für den Bahnhof liegen – wie für viele andere Gebäude auch – keinerlei Baupläne vor, sondern nur historische Fotos.“ Allerdings existiert der Güterschuppen aus der Bauzeit noch. „Diesen haben wir entsprechend mit einem Zollstock vermessen und die Maße dann ins Verhältnis gesetzt.“ Mit Hilfe eines Computerprogramms haben die Modellbauer das Grundgerüst und das Fachwerk konstruiert. Nach einigen Zwischenschritten wurden die gewünschten Bauteile dann von einer Maschine per Lasercut (Laserschneiden) hergestellt und anschließend zusammengefügt und verklebt. „Hier steckt schon eine Menge Arbeit drin“, erklärt Rolf Wenzel.

Ein wahrer Besuchermagnet

Doch der Fleiß und die langen Nächte haben sich ausgezahlt. Die große Modellanlage, die eine Fläche von mehreren Quadratmetern einnimmt, sei ein wahrer Besuchermagnet. Das mag wohl auch daran liegen, dass sich die Liebe der Modellbauer zum Detail in jedem Gebäude, jeder Straße und jedem Naturabschnitt wiederspiegelt.

Ein Vorzeigebeispiel, bei dem der Anspruch der Aktiven, die historischen Gebäude in authentischer Miniaturform exakt nachzubilden, besonders deutlich wird, ist sicherlich der alte Erndtebrücker Wasserturm. Das Modell des im Jahr 1912 erbauten Bauwerkers hat Lutz Körnert mit der 3D-Druck-Technik erstellt: „Jeder einzelne Ziegel musste programmiert werden, daran bin ich fast verzweifelt.“ Doch das Ergebnis ist zufriedenstellend, freut sich der Schriftführer und betont: „Eine Modelleisenbahnanlage wird generell nie fertig. Immer wieder wird etwas neugestaltet oder verändert“, erklärt Lutz Körnert – und hat dabei schon die nächsten Aufgabe vor Augen: „Demnächst müssen wir die Schienen überarbeiten.“ Mit dem Projekt „Eisenbahn in Erndtebrück im Jahre 1912“ im Maßstab 1:87 bewirbt sich der Heimatverein für den Heimatpreis der Gemeinde Erndtebrück.

Autor:

Alexander Kollek

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