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Straßen NRW: keine Angaben zum Zeitplan möglich
Es geht weiter – das Warten auf den Gehweg

Schon Anfang 2018 fanden Vermessungen an der L 720 statt. Doch das Warten auf den Gehweg dauert an (Archivbild).
  • Schon Anfang 2018 fanden Vermessungen an der L 720 statt. Doch das Warten auf den Gehweg dauert an (Archivbild).
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

bw Birkelbach/Womelsdorf. Es war ein tragischer Unfall, bei dem in der Nacht zum 29. Oktober 2017 ein junger Mann auf der Landstraße 720 zwischen Birkelbach und Womelsdorf starb. Der 22-Jährige befand sich auf dem Heimweg von einer Veranstaltung in der Mehrzweckhalle, als er in einer Kurve von einem Auto erfasst wurde. Der Fußgänger erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb und jede Hilfe zu spät kam.
Unfall zog Forderung nach Gehweg nach sichDieser schreckliche Unfall löste Forderungen nach dem Bau eines Gehwegs zwischen dem Sportplatz Birkelbach und dem Ortseingang von Womelsdorf aus. Bereits im November 2017 stellte die Unfallkommission des Kreises eine Empfehlung aus, einen Gehweg entlang der L 720 zu installieren.

bw Birkelbach/Womelsdorf. Es war ein tragischer Unfall, bei dem in der Nacht zum 29. Oktober 2017 ein junger Mann auf der Landstraße 720 zwischen Birkelbach und Womelsdorf starb. Der 22-Jährige befand sich auf dem Heimweg von einer Veranstaltung in der Mehrzweckhalle, als er in einer Kurve von einem Auto erfasst wurde. Der Fußgänger erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb und jede Hilfe zu spät kam.

Unfall zog Forderung nach Gehweg nach sich

Dieser schreckliche Unfall löste Forderungen nach dem Bau eines Gehwegs zwischen dem Sportplatz Birkelbach und dem Ortseingang von Womelsdorf aus. Bereits im November 2017 stellte die Unfallkommission des Kreises eine Empfehlung aus, einen Gehweg entlang der L 720 zu installieren. „Uns alle hat der Vorfall sehr betroffen gemacht. Wir haben das Unfallgeschehen analysiert. Vor dem Hintergrund dieser Gesamtsituation macht ein solcher Gehweg absolut Sinn“, erläuterte seinerzeit Eberhard Zimmerschied, damals Abteilungsleiter für Betrieb und Verkehr des Landesbetriebs Straßenbau NRW. Und die Umsetzung schien sogar kurzfristig möglich: Die finanziellen Mittel dafür stünden grundsätzlich bereit, nach dem möglichen Ende der Planungsphase ist eine „zeitnahe Umsetzung des Baus avisiert“, hieß es.

Verhandlungen mit Eignern letztlich erfolgreich

Als Knackpunkt erwiesen sich aber die Verhandlungen über den notwendigen Erwerb von Grundstücksflächen von Privatpersonen. Die Sache zog sich hin – die für 2019 geplante Umsetzung der Maßnahme wurde verschoben. Im Januar 2020 platzte dann die „Bombe“: Bürgermeister Henning Gronau gab im Erndtebrücker Gemeinderat bekannt, dass die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern gescheitert seien und die Planungen für den Gehweg zwangsläufig eingestellt würden. Die Anlegung des Gehwegs nur in Teilbereichen der Strecke sei wenig sinnvoll, die Umsetzung im gesamten Verlauf sei aber durch den nicht zustande gekommenen Grunderwerb nicht möglich.
Im Sommer dann die Kehrtwende: Henning Gronau verriet, dass es nun doch zur Einigung gekommen sei und der Gehweg gebaut werden könne. So hatte der Landesbetrieb Straßen NRW mit einem letzten Grundstückseigentümer die Vereinbarung abgeschlossen. Die Gemeinde hatte diesen Einigungsprozess mit einer externen Moderation stark unterstützt. Nun könnte also eigentlich Schwung in die Sache kommen und die Umsetzung für den 550 Meter langen Fußweg bald gelingen.

Inzwischen neue Planungen notwendig

Über drei Jahre sind seit dem tödlichen Unfall vergangen, fertige Planungen lagen zwischenzeitlich bereits in der Schublade. Nun sind neue Planungen notwendig, sagt Julia Ollertz, zuständig für Presse-, Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit bei Straßen NRW, auf Anfrage der SZ. Weiter erklärt sie: „Tatsächlich ist es immer noch so, dass grundsätzlich Einigkeit mit den Grundstückseigentümern erreicht worden ist. Wir befinden uns gerade in dem Stadium, dass nach dieser Einigung nun noch Umplanungen stattfinden müssen, wie die Maßnahme dann später umgesetzt werden kann. Zur zeitlichen Planung können wir leider noch keine Angaben machen.“
Wer also nach der positiven Nachricht im Sommer gedacht hatte, dass jetzt rasch eine Realisierung des Gehwegs vollzogen werden könnte, der dürfte nach den Aussagen durchaus ernüchtert sein.

Kommentar: Planungszeiträume in Deutschland eindeutig zu lang In Anführungszeichen ist es ja „nur“ ein Gehweg, der entlang der L 720 von Birkelbach bis Womelsdorf gebaut werden soll. Der muss jetzt nochmals umgeplant werden. Drei Jahre sind vergangen, seitdem die Unfallkommission die Notwendigkeit eines Gehwegs in diesem Bereich festgestellt hatte. Jetzt könnte man alles auf die zähen Grundstücksverhandlungen schieben, allerdings sind die ja seit August offenbar erfolgreich abgeschlossen. Trotzdem wagt es Straßen NRW nicht einmal, eine Prognose abzugeben, wann der Gehweg gebaut werden könnte. Das Beispiel zeigt einmal mehr auf, dass grundsätzlich die Planungszeiträume für Bauprojekte an der Verkehrsinfrastruktur viel zu lang sind. Für diese Einschätzung gibt es noch ganz andere Beispiele. Die „Route 57“ etwa: Die Kette von Ortsumgehungen soll ja den Wittgensteiner Raum besser an die HTS und damit an die Autobahn anbinden. Wie lange dauern die Planungen dafür schon an? So lange, dass sie im Prinzip wieder von neu begonnen werden mussten, womit die vor vielen Jahren schon mal als gut befundene Linienführung für die Umgehung Erndtebrück noch einmal bestimmt werden muss – mal ganz abgesehen von allen anderen Stufen der Planung. Die Südumgehung in Kreuztal ist da viel weiter – vor fast drei Jahren wurde dafür der Planfeststellungsbeschluss offen gelegt. Baustart? Offen! Im Jahr 2015 hieß es mal, dass der Beginn des dreispurigen Ausbaus der B 62 zwischen Erndtebrück und Lützel vielleicht 2020 erfolgen könnte. Davon ist das Projekt heute weit entfernt. Ich mache den Planern gar keinen Vorwurf und natürlich müssen auch Natur- und Artenschutzprüfungen unbedingt erfolgen. Wenn Planungen aber derart lange dauern, dann kann im System etwas nicht stimmen. Zum einen sollte das Land wohl zusätzliche Stellen schaffen, zum anderen müsste an der einen oder anderen Stelle auch das Planverfahren mal entschlackt werden.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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