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Inspekteur der Luftwaffe besichtigt ATT
Fast 30 Mill. Euro fließen in die Hachenberg-Kaserne

Generalleutnant Ingo Gerhartz (l.) besichtigte die neuen Ausbildungsanlagen des Einsatzführungsbereichs 2 auf dem Erndtebrücker Hachenberg. Fotos: Luftwaffe/Volker Muth
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  • Generalleutnant Ingo Gerhartz (l.) besichtigte die neuen Ausbildungsanlagen des Einsatzführungsbereichs 2 auf dem Erndtebrücker Hachenberg. Fotos: Luftwaffe/Volker Muth
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika Erndtebrück. Ein Projekt dieser Größenordnung hätte die Luftwaffe unter gewöhnlichen Umständen in einem großen Rahmen vorgestellt. Stattdessen allerdings fand die offizielle Inbetriebnahme der Ausbildungs-, Trainings- und Testeinrichtung (ATT) in der Hachenberg-Kaserne in Erndtebrück am Montag im kleinen Rahmen statt – aber mit einer Besichtigung durch den Inspekteur der Luftwaffe und damit dem obersten truppendienstlichen Vorgesetzten der Teilstreitkraft Luftwaffe der Bundeswehr. Für Generalleutnant Ingo Gerhartz war es dabei der erste Truppenbesuch seit Beginn der Corona-Krise – ein Besuch allerdings, den der gebürtige Cochemer offenkundig gern abstattete.

tika Erndtebrück. Ein Projekt dieser Größenordnung hätte die Luftwaffe unter gewöhnlichen Umständen in einem großen Rahmen vorgestellt. Stattdessen allerdings fand die offizielle Inbetriebnahme der Ausbildungs-, Trainings- und Testeinrichtung (ATT) in der Hachenberg-Kaserne in Erndtebrück am Montag im kleinen Rahmen statt – aber mit einer Besichtigung durch den Inspekteur der Luftwaffe und damit dem obersten truppendienstlichen Vorgesetzten der Teilstreitkraft Luftwaffe der Bundeswehr. Für Generalleutnant Ingo Gerhartz war es dabei der erste Truppenbesuch seit Beginn der Corona-Krise – ein Besuch allerdings, den der gebürtige Cochemer offenkundig gern abstattete.

„In den vergangenen Jahren ist am Standort Erndtebrück viel gebaut worden – und es wird in den kommenden Jahren noch viel gebaut. Wir reden da über eine zweistellige Millionen-Summe“, konstatierte der 54-Jährige im Anschluss in die Besichtigung der ATT, die allerdings wegen der besonderen Vorsichtsmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand – das anschließende Pressegespräch in der Hachenberg-Kaserne wiederum fand ebenfalls im kleinsten Kreis und unter Einhaltung aller erforderlichen Hygiene- und Abstandsregelungen statt.

Tatsächlich hat die Bundeswehr rund elf Mill. Euro in die ATT investiert. Weitere 3,6 Mill. Euro fließen derzeit in den Neubau eines Sanitätsversorgungszentrums, rund 4,2 Mill. Euro in den Neubau eines weiteren Unterkunftsgebäudes und 1,8 Mill. Euro in die Sanierung der Stromversorgung. Geplant ist außerdem der Neubau des Interim Control and Reporting Centre für 2,3 Mill. Euro und eines Betreuungsgebäudes für weitere sechs Mill. Euro. Will heißen: Am Ende aller Maßnahmen sind rund 28,9 Mill. Euro in den Standort Erndtebrück geflossen.

Ein klares Bekenntnis der Luftwaffe zur Edergemeinde, das Ingo Gerhartz verbal untermauerte: „Die Investitionen zeigen, wie wichtig der Standort Erndtebrück ist. Wir bleiben am Standort, das ist in Stein gemeißelt“, erklärte der Generalleutnant. Neben den Investitionen in Infrastruktur und Technik kündigte er außerdem an, dass das Personal am gesamten Standort „noch leicht wachsen“ werde. „Hier entsteht richtig etwas“, konstatierte der Inspekteur der Luftwaffe, etwa auch mit Blick auf die neuen und modernen Unterkünfte, die entstanden sind oder sich derzeit in der Entstehungsphase befinden. Und weiter: „Es hat sich einiges getan, es muss sich aber auch noch einiges tun.“

In den Augen der Luftwaffe gilt die Hachenberg-Kaserne längst als überaus attraktiv. „Wir haben hier nicht nur eine permanente Überwachung und Kontrolle des Luftraums, sondern auch die Ausbildung vor Ort. Das ist alles sehr komprimiert und funktional – das macht den Standort attraktiv“, konstatierte Ingo Gerhartz. Zwar befinde sich die Edergemeinde nicht in einem Ballungszentrum, allerdings seien funktionierende Abläufe vor Ort sichergestellt. Exemplarisch nannte er dabei etwa die Kinderbetreuung, die innerhalb der Kommune sichergestellt sei – anders als etwa in großen Städten, wo Familien oftmals vergeblich auf einen Kita-Platz warten. Aus Sicht der Bundeswehr wiederum verfügt die Hachenberg-Kaserne über ein „hochprofessionelles Ausbildungszentrum“, erklärte der Inspekteur der Luftwaffe nach seinem Rundgang durch die ATT. „Jeder Standort muss im Umgang mit Covid-19 Lösungen finden. Es hat mich begeistert, wie dies in Erndtebrück gelungen ist. Hier hat man sich sehr viele innovative Lösungen einfallen lassen“, lobte Ingo Gerhartz, der in seiner Funktion als Luftwaffeninspekteur in Berlin-Gatow stationiert ist. Ob des entstandenen ATT selbst wusste er um das Potenzial, das die Anlage bietet. „Nicht nur die Infrastruktur ist top-modern, auch das Innenleben“, erklärte der Kampfjetpilot. Ein Pilot verfüge nur über ein kleines Cockpit, „da braucht man ein Pendant am Boden mit einem 360-Grad-Überblick, mit guter Ausbildung und der entsprechenden technischen Ausstattung. Das Zusammenspiel ist wichtig“.

Klar ist: Neben der Dauereinsatzaufgabe „Sicherheit im Luftraum“, die die Soldaten im Control- and Reporting-Centre ganzjährig und rund um die Uhr ausführen, verfügt der Einsatzführungsbereich 2 mit dem Lehr- und Verfahrenszentrum (LVZ) über die zentrale Ausbildungseinrichtung des Einsatzführungsdienstes in Deutschland. Dort findet etwa die Durchführung der lehrgangsgebundenen Ausbildung für das Einsatz- und Technikpersonal im Einsatzführungsdienst sowie für Personal anderer Bereiche und Teilstreitkräfte sowie alliierter und befreundeter Staaten statt. „Die Überlegungen gehen hin zur Multinationalität. Wir wollen Partnern der NATO sowie der NATO selbst Ausbildungsabschnitte anbieten. Ungarn beispielsweise ist bereits seit mehreren Jahren am Standort engagiert – wir haben hier einen ungarischen Offizier“, betonte Oberstleutnant Jörg Sieratzki, der den Einsatzführungsbereich 2 leitet.

Das LVZ – das organisatorische Dach der ATT – bietet außerdem den Rahmen für die Weiterentwicklung in den Bereichen Taktik, Technik und Verfahren. Hinzu kommt die Betreuung für zivilberufliche Aus- und Weiterbildung sowie die Führung des militärischen Personals an der Ausbildungseinrichtung der Deutschen Flugsicherung in Kaufbeuren. „Durch die ATT ergibt sich, dass wir noch mehr ausbilden können als bislang. Jetzt ist alles in einem Trainingszentrum untergebracht – und das ,Live-Centre’ ist vis à vis zum Trainingszentrum. Das ist natürlich besonders attraktiv“, konstatierte Ingo Gerhartz. Die Ausbildung allerdings ist durchaus anspruchsvoll. Nach einer dreimonatigen Grundausbildung spezialisieren sich die Anwärter für diverse Lizenzen auf dem neuen rund 2500 Quadratmeter großen Areal auf insgesamt vier Ebenen.

Zwischen sechs Monaten und zehn Jahren kann eine solche Ausbildung bei der Luftwaffe dauern. Nach diesen zehn Jahren steht dann die Master-Controller-Lizenz, die zur taktischen Führung des Control- and Reporting Centre etwa in Erndtebrück befähigt – dort findet die Kontrolle und Überwachung des Luftraums für das Bundesgebiet statt, gemeinsam mit einem Centre nahe Berlin. „Die zehn Jahre sind dann die Königsdisziplin – und dies macht deutlich, wie intensiv die Ausbildung ist“, wusste Jörg Sieratzki.

Generalleutnant Ingo Gerhartz (l.) besichtigte die neuen Ausbildungsanlagen des Einsatzführungsbereichs 2 auf dem Erndtebrücker Hachenberg. Fotos: Luftwaffe/Volker Muth
Ingo Gerhartz trug sich in das Gästebuch des Einsatzführungsbereichs 2 ein.
Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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