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Offen bis in den späten Abend
Friseure legten Extraschichten ein

Friseurmeisterin Diana Müller (l.) und ihr Team haben am Montag und Dienstag noch einmal bis in den späten Abend hinein Vollgas gegeben, um möglichst viele Kunden zu frisieren. Seit Mittwoch sind die Angestellten nun in Kurzarbeit.
  • Friseurmeisterin Diana Müller (l.) und ihr Team haben am Montag und Dienstag noch einmal bis in den späten Abend hinein Vollgas gegeben, um möglichst viele Kunden zu frisieren. Seit Mittwoch sind die Angestellten nun in Kurzarbeit.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

tika/bw Erndtebrück/Bad Laasphe. Für das Team von „Uschis Haarwelt“ in Erndtebrück stand nach der Entscheidung für einen harten Lockdown am Sonntagabend umgehend fest, dass es auch am Montag öffnen würde – eigentlich der Ruhetag. „Wir haben das Sonntag sehr kurzfristig entschieden und haben einige Termine von Dienstag auf Montag vorgezogen. Auf diese Weise konnten wir dann weitere Kunden annehmen“, verrät Uschi Winn-Althaus. Am Montag arbeitete die Inhaberin etwa 13 Stunden, am Dienstag sogar 15 Stunden – abends um 21.30 Uhr war für sie Feierabend, und zwar mindestens bis zum 10. Januar.
Großes Engagement gelobtAllein die Friseurmeisterin selbst hat am Dienstag noch 31 Kunden bedient, hinzu kamen die ihrer Kolleginnen. „Wir haben mit so viel Personal gearbeitet, wie möglich war.

tika/bw Erndtebrück/Bad Laasphe. Für das Team von „Uschis Haarwelt“ in Erndtebrück stand nach der Entscheidung für einen harten Lockdown am Sonntagabend umgehend fest, dass es auch am Montag öffnen würde – eigentlich der Ruhetag. „Wir haben das Sonntag sehr kurzfristig entschieden und haben einige Termine von Dienstag auf Montag vorgezogen. Auf diese Weise konnten wir dann weitere Kunden annehmen“, verrät Uschi Winn-Althaus. Am Montag arbeitete die Inhaberin etwa 13 Stunden, am Dienstag sogar 15 Stunden – abends um 21.30 Uhr war für sie Feierabend, und zwar mindestens bis zum 10. Januar.

Großes Engagement gelobt

Allein die Friseurmeisterin selbst hat am Dienstag noch 31 Kunden bedient, hinzu kamen die ihrer Kolleginnen. „Wir haben mit so viel Personal gearbeitet, wie möglich war. Wir haben vor allem viele Schnitte gemacht und weniger gefärbt oder Dauerwellen gemacht. Auf diese Weise hatten die Kunden eine kurze Verbleibzeit und wir konnten mehr bedienen als üblich“, erklärte die Erndtebrückerin.
Dabei lobte sie vor allem das große Engagement ihres Teams, das spontan und flexibel reagiert hatte: „Das ist, was ein tolles Team ausmacht. Jeder war sofort bereit zu arbeiten, länger zu arbeiten. So reagiert nicht jeder Arbeitnehmer.“ An den beiden langen Tagen seien es vor allem Käsewürfel, Weintrauben und Getränke gewesen, die sie über den Tag gebracht hätten.
Für „Uschis Haarwelt“ ging es schließlich auch noch einmal darum, vor diesem Lockdown Umsatz zu generieren, um die lange Zeit der Schließung zu überbrücken. „Die Kunden haben alle mitgespielt, jeder war happy, dass er oder sie noch drankam. Und viele Kunden haben uns kleine Präsente dafür hinterlassen, etwa eine Flasche Sekt oder ähnliches. Dann weiß man, für wen man das macht.“
Dass die beiden Tage vor der Schließung anstrengend gewesen seien und dass der harte Lockdown durchaus permanent im Hinterkopf war, verhehlte Uschi Winn-Althaus nicht: „Das geht einem nach Feierabend dann schon durch den Kopf, das muss man erstmal verarbeiten.“

"Kunden waren froh und dankbar"

Auch der Salon von Diana Müller in Bad Laasphe ist gewöhnlich montags geschlossen – aber was ist in diesen Zeiten schon normal? Noch während der Pressekonferenz in Berlin zum harten Lockdown habe sich ihr Team am Sonntag zusammengesetzt und entschieden, montags und dienstags Vollgas zu geben, verriet die Friseurmeisterin. Am Montag sei sie um 20.30 Uhr aus dem Salon raus, ihr Mann, der die Termine koordiniert, habe für die beiden Tage so viele Kunden angenommen, wie letztlich möglich war. „Alles was ging“, so fasste es Diana Müller zusammen, „alle Kunden waren froh und dankbar und die Stimmung war wirklich sehr gut.“ Ihr Terminbuch bis Heiligabend sei voll gewesen, „wir hatten gehofft, dass wir bis zum 24. Dezember offen haben dürften“. Jetzt musste sie ihre Angestellten früher in Kurzarbeit schicken. Diana Müller möchte aber diese Zeit nutzen, um mit den beiden Auszubildenden intensiv zu üben. Sie hätten nämlich Anfang des kommenden Jahres Zwischenprüfung, wenn die denn stattfinden kann. „Beide sind sehr motiviert. Wir haben ein ganz tolles Team und sehen uns als eine große Familie.“
Diana Müller hat Verständnis für den nun erneut erfolgten harten Lockdown, allerdings sei ihr Team „ein extrem gutes“ Hygienekonzept gefahren. Insofern sei die Schließung sehr bitter, zumal sie den Salon ja erst vor rund einem Jahr übernommen hatte. Die erneute Schließung nach dem Lockdown im Frühjahr ausgerechnet vor Weihnachten ist für sie – wie für viele Friseure – wirtschaftlich extrem schwierig. „Viele Kunden waren bestürzt – nicht, weil sie keinen Termin mehr bekommen können, sondern weil sie uns und unsere Lage sehr bedauern“, erzählte Diana Müller.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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