Ortsvorsteher wünscht sich mehr Gehör
Gemeinde ignoriert Rösper Anträge

Die Sicherheit an der Landesstraße 553 in Röspe ist für Ortsvorsteher Olaf Kettler immer ein wichtiges Thema. Der Gehweg ist zwar umgesetzt, nun soll aber ein Verkehrsspiegel die Sicherheit weiter verbessern.
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  • Die Sicherheit an der Landesstraße 553 in Röspe ist für Ortsvorsteher Olaf Kettler immer ein wichtiges Thema. Der Gehweg ist zwar umgesetzt, nun soll aber ein Verkehrsspiegel die Sicherheit weiter verbessern.
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bw Röspe. Im Idealfall ist ein Ortsvorsteher das Bindeglied zwischen Dorf und Rathaus – als solches fühlt sich Olaf Kettler jedoch ganz und gar nicht. „Ich wünschte, es wäre so. Aber da ist nichts mit Bindeglied“, verrät der Rösper Ortsvorsteher, der das Amt seit 2014 bekleidet. Die Gemeinde sei für ihn nur schwer zu erreichen, die Kommunikation mit den Mitarbeitern im Rathaus entsprechend schwierig. „Ich habe manchmal das Gefühl“, berichtet der 50-Jährige, „die Siedlung wollte nie nach Erndtebrück und Erndtebrück kümmert sich nicht um Röspe. Du musst dich leider als Rösper immer auf die Hinterbeine stellen und sagen: Ich bin auch noch da!“ Und viel zu oft prallen die Bitten dann einfach ab, vermutlich auch, weil es kein Budget gibt.

Bewohner sollen sich bei der Gemeinde beschweren

Ein Beispiel ist der Rüsper Weg, der mit Schlaglöchern gespickt war. Der Ortsvorsteher hatte das im Rathaus häufiger moniert, auch die Anwohner wandten sich an ihn. „Ich sagte zu den Leuten, dass sie sich bei der Gemeinde beschweren sollten. Ich hatte im Rathaus wohl nicht genug Gehör ausgelöst“, ärgert sich der UWG-Ratsherr. Inzwischen ist der Weg geflickt, doch auch die Straße „Zinsetal“, die die Gemeinde als Teil eines zertifizierten Wanderweges ins Auge gefasst habe, sei momentan desolat.

Vor Jahren wurde der Friedhof schön hergerichtet, die Außenflächen vom Bauhof und die Kapelle durch das Dorf. Nun kümmere sich die Gemeinde zu wenig darum, so Olaf Kettler.
  • Vor Jahren wurde der Friedhof schön hergerichtet, die Außenflächen vom Bauhof und die Kapelle durch das Dorf. Nun kümmere sich die Gemeinde zu wenig darum, so Olaf Kettler.
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Ein zweites Beispiel ist der Friedhof in der Siedlung: Vor Jahren sei der schön hergerichtet worden, die Außenflächen von einem Mitarbeiter des Bauhofs und die Kapelle ehrenamtlich durch Dorfbewohner – die Gemeinde habe damals immerhin die Farbe zur Verfügung gestellt. Jetzt kümmere sich die Gemeinde jedoch kaum noch um den Friedhof. Für Olaf Kettler ist das alles frustrierend – zumal die Kommunikation andersherum funktioniert, wenn die Gemeinde etwas von ihm wolle: „Verkünde mal, dass Warntag ist. Sorge dafür, Wahlhelfer zu finden. Und die Gemeinde nimmt für die Wahl natürlich das Dorfgemeinschaftshaus gerne kostenlos.“ Insgesamt würde sich Olaf Kettler einen besseren Austausch wünschen: Er habe vor Jahren eine Ortsvorsteher-Runde angeregt – die habe in sieben Jahren viermal getagt.

Mehr Verkehrssicherheit in Röspe

Kurzum: Als Ortsvorsteher in der Siedlung Röspe, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur neuen Heimat vieler Flüchtlinge wurde, muss Olaf Kettler einen ganz langen Atem haben, um ein Ziel zu erreichen. Das war etwa beim Bau des Gehwegs von der Bushaltestelle bis zum Rüsper Weg der Fall. Für den hatten sich die Rösper schon seit den 1970er Jahren stark gemacht. Erst der tragische Unfall an der Landstraße in Birkelbach, bei dem ein junger Fußgänger ums Leben kam, habe wirklich Bewegung in die Angelegenheit gebracht, konstatiert der Ortsvorsteher. Eine Ampel sorgt ebenfalls für mehr Sicherheit, wobei für Kettler ein Zebrastreifen gereicht hätte. Für noch mehr Sicherheit soll, so sein Wunsch, jetzt noch ein Verkehrsspiegel sorgen, um auch die Ausfahrt aus dem Dorf auf die Landesstraße 553 zu erleichtern. Olaf Kettler ist gespannt, wie lange es dauern mag, bis das umgesetzt wird. Einen weiteren Antrag hat er gestellt, am Dorfgemeinschaftshaus einen Wendehammer zu schaffen.

Nicht ein Corona-Fall habe es gegeben

Eine wichtige Aufgabe in der kommenden Zeit sei sicherlich, das dörfliche Leben nach dem Corona-Lockdown wieder mehr ans Laufen zu bringen. Nicht einen einzigen Fall habe es in der Ortschaft gegeben, erzählt Olaf Kettler: „Jedenfalls ist keiner bekannt.“ Die gemeinsamen Veranstaltungen im Dorf sollen wieder anlaufen, hofft der 50-Jährige. Hierzu gehört etwa das gemeinsame Frühstück, das vor Corona eingeführt worden sei und regen Anklang gefunden habe: „Das ist richtig schön gemütlich und soll auf alle Fälle wieder stattfinden, sobald es möglich ist. Wir müssen die Leute wieder an einen Tisch bringen.“

Der Grillplatz am Dorfgemeinschaftshaus wird in diesem Jahr weiter aufgewertet, dafür erhalten die Rösper einen weiteren Heimatscheck.	t
  • Der Grillplatz am Dorfgemeinschaftshaus wird in diesem Jahr weiter aufgewertet, dafür erhalten die Rösper einen weiteren Heimatscheck. t
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Olaf Kettler weiß freilich auch, dass es immer schwieriger wird, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren. So sucht etwa der Rösper Treff als Trägerverein des Dorfgemeinschaftshauses einen Kassierer – bisher leider vergeblich. Dabei könnte er oder sie direkt einen schönen Eingang verbuchen. Die Rösper erhalten nach 2019 erneut einen Heimatscheck: 2000 Euro fließen in die Herrichtung des Grillplatzes am Dorfgemeinschaftshaus.

Und noch etwas Positives hat Olaf Kettler zu vermelden: Für leer stehende Häuser in der Siedlung findet sich immer wieder und auch sehr schnell ein neuer Besitzer. „Du kriegst es manchmal gar nicht mit, dass ein Haus leer steht – schon ist es dann wieder verkauft.“

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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