Gesucht: ein Pfarrer und zudem ein Synodalvikar

Karl-Ludwig Wiesel, Bernd Härtel, Herbert Siemon, Hiltrud Afflerbach und Stefan Berk schauten auch gestern noch optimistisch in die Zukunft - trotz allem.  Foto: jg
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jg Erndtebrück. Ein wenig niedergeschlagen und doch bedingt hoffnungsfroh saßen gestern Pfarrer Stefan Berk und Synodalvikar Herbert Siemon gemeinsam mit den örtlichen Presbytern Hiltrud Afflerbach, Bernd Härtel und Karl-Ludwig Wiesel im Erndtebrücker Klöneck. Erstes Anliegen war für alle Beteiligten, zu sagen, dass man im Guten scheide. Zweites Anliegen war, dass es sogar allen Seiten leid tue.

Herbert Siemon erläuterte noch einmal seine Beweggründe, weshalb er die Edergemeinde in Richtung Siegerland verlässt. Vor allem sind es familiäre Motive, sowohl der Bruder als auch der Schwager lebten mit ihren Familien im Siegerland, seine Ehefrau arbeite dort und auch seine 86-jährige Mutter wohne in Siegen. Ansonsten war er voll des Lobes für Erndtebrück - und alle um ihn herum beim gestrigen Pressegespräch waren voll des Lobes über Herbert Siemon. Ab Anfang Februar wird er nach dreieinhalb Jahren Dienst im Kirchenkreis Wittgenstein wöchentlich 24 Stunden Religionsunterricht an der Burbacher Realschule geben. Kurzfristig war dem Siegener Kirchenkreis der eigentlich dafür vorgesehene Kandidat abhanden gekommen, zur Aufrechterhaltung des Religions-Unterrichts an der Schule sei eine schnelle Entscheidung nötig gewesen.

Für die Kirchengemeinde sieht Erndtebrücks Pfarrer und Wittgensteins Superintendent Stefan Berk folgenden Zeitplan. Zum Jahresanfang werde die 100-Prozent- Pfarrstelle des im November pensionierten Helmut Krumm nach allen Formalien durch das Landeskirchenamt freigegeben und danach ausgeschrieben. Wenn alles gut laufe, könnten die evangelischen Erndtebrücker in den Sommerferien einen neuen Pfarrer für die zweite Pfarrstelle der Kirchengemeinde bekommen. Eine direkte Konkurrenz zu den Feudingern, die ebenfalls ab Februar einen neuen Pfarrer suchen, sah Stefan Berk nicht. Zu unterschiedlich seien die Profile der beiden Gemeinden. Ansonsten ist die Erfahrung der jüngsten Pfarrstellen-Ausschreibungen eher ernüchternd. Keiner Pfarrer wollte nach Wittgenstein Auf die Stelle des Synodalvikars, ebenfalls eine 100-Prozent-Stelle könne sich jeder Pfarrer mit Beschäftigungsauftrag oder im Entsendungsdienst bewerben, nicht nur aus dem Kirchenkreis Wittgenstein. Hier haben mittlerwele fast alle Entsendungsdienstler eine eigene Pfarrstelle.

Nachdem im Sommer im Hinblick auf den Weggang von Helmut Krumm schon der Gottesdienstplan gestrafft worden war, befürchtete Stefan Berk dafür keine Engpässe. Mit Hilfe von pensionierten Kollegen und dank der sehr guten Zusammenarbeit in der Kirchenkreis-Region von Erndtebrück bis Wingeshausen, ist ihm nicht bange. Um die Kasualien - von der Trauung bis zur Beerdigung - wird sich künftig in Erndtebrück der Arfelder Pfarrer Horst Spillmann kümmern. Diese Zusage habe er gerade bekommen, sagte der Stefan Berk, deshalb sehe er inzwischen wieder etwas gelassener in die Zukunft. Ansonsten ist er halt ab Februar erst mal der einzig verbliebene Erndtebrücker Pfarrer. Und der machte gestern deutlich, es könne nicht sein, dass die Erndtebrücker allein diese Situation ausbaden müssten. Er werde als Superintendent deutlich kürzer treten, um für die Gemeinde da zu sein. Das sei auch schon mit Synodalassessorin Claudia Latzel-Binder - der Stellvertreterin des Superintendenten - und deren Stellvertreter im Amt - dem Laaspher Dieter Kuhli -abgesprochen.

Nichtsdestotrotz wird Herbert Siemon eine Lücke hinterlassen, In der Gemeinde selbst, aber auch in der Arbeit mit dem Familienzentrum im Ederfeld oder auch im Arbeitkreis für die Gemeindekonzeption. Wobei der Siegerländer die Wittgensteiner ermutigte, im Wettbewerb um neue Pfarrer nicht das Licht unter den heimischen Scheffel zu stellen. Gerade für eine junge Pfarrersfamilie sei Erndtebrück ideal, er könne sich keine Region vorstellen, wo man Kinder lieber oder besser groß ziehen könne.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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