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Möglicher Umzug der Grundschule
Gutachten soll die Standort-Frage klären

Bislang ziehen die i-Dötzchen noch in die alte Grundschule an der Erndtebrücker Schulstraße unter dem wohlwollenden Applaus ihrer Mitschüler ein. Möglicherweise wird dieses schöne Ritual künftig in der ehemaligen Hauptschule gepflegt. Archivfoto: Björn Weyand
  • Bislang ziehen die i-Dötzchen noch in die alte Grundschule an der Erndtebrücker Schulstraße unter dem wohlwollenden Applaus ihrer Mitschüler ein. Möglicherweise wird dieses schöne Ritual künftig in der ehemaligen Hauptschule gepflegt. Archivfoto: Björn Weyand
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bw Erndtebrück. Einen eigenen Punkt auf der Tagesordnung bekam der angedachte Umzug der Grund- in die ehemalige Hauptschule im Erndtebrücker Fachausschuss am Mittwochabend zwar nicht mehr; trotzdem lieferte die Verwaltung gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Schulentwicklung“. So verlas Beigeordneter Thomas Müsse eine Seite Mitteilung zum Sachstand und legte noch weitere zehn Seiten hinzu, auf denen die Ergebnisse der bisherigen Überlegungen zu dem Gebäudetausch nachzulesen sind. In der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises sei besprochen worden, ein externes Gutachten über die verschiedenen Möglichkeiten beider Standorte für eine zukunftsfähige Umgestaltung erstellen zu lassen, um auf der Basis letztlich eine Entscheidung über den Standort der Grundschule treffen zu können.

bw Erndtebrück. Einen eigenen Punkt auf der Tagesordnung bekam der angedachte Umzug der Grund- in die ehemalige Hauptschule im Erndtebrücker Fachausschuss am Mittwochabend zwar nicht mehr; trotzdem lieferte die Verwaltung gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Schulentwicklung“. So verlas Beigeordneter Thomas Müsse eine Seite Mitteilung zum Sachstand und legte noch weitere zehn Seiten hinzu, auf denen die Ergebnisse der bisherigen Überlegungen zu dem Gebäudetausch nachzulesen sind. In der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises sei besprochen worden, ein externes Gutachten über die verschiedenen Möglichkeiten beider Standorte für eine zukunftsfähige Umgestaltung erstellen zu lassen, um auf der Basis letztlich eine Entscheidung über den Standort der Grundschule treffen zu können.

Aus pädagogischer Sicht gab allerdings Grundschulleiter Thorsten Denker zu bedenken, dass sich die Rahmenbedingungen für Grundschule gegenüber der Situation vor 20, 30 oder 40 Jahren deutlich verändert haben. Und das bringe nun auch einen veränderten Raumbedarf mit sich, der im alten Grundschulgebäude, „das natürlich unzweifelhaft seinen Charme hat“, gar nicht mehr zu erfüllen sei. Thorsten Denker nannte nur ein Beispiel: Im kommenden Schuljahr werde die Zahl der Klassen von zehn auf elf steigen – damit sind alle Räume belegt. Wird die Schule auf Dauer wieder dreizügig, müssten aktuelle Fachräume zu Klassenräumen umfunktioniert werden – mit den entsprechenden Folgen für den Fachunterricht. Die Schülerzahl wird 2020/2021 von 212 auf 237 steigen, so Thorsten Denker. Weitere geburtenstarke Jahrgänge werden in den kommenden Jahren in die Grundschule nachrücken. Nicht umsonst muss in Erndtebrück ja eine neue Kindertagesstätte gebaut werden, wie unsere Zeitung exklusiv vermeldet hatte.

Nun gilt es aus Sicht Thorsten Denkers auch, die Grundschule auf die Rahmenbedingungen von heute und der Zukunft vorzubereiten, was die Schule inhaltlich auch längst getan hat. „Man kann in der Schule am Standort Schulstraße sicherlich Schule machen“, stellte deren Leiter fest, um anzumerken: „Man könnte es noch um einiges besser machen am Standort Rothaarsteig-Schule oder in einem Neubau.“ Denn es gebe neue Lerninhalte, erhöhten Bedarf an Elternberatung und an Beratung innerhalb des Kollegiums, Ganztagsschule und nicht zuletzt auch eine heterogene Schülerschaft mit differenzierten Förderbedarfen. „Mir persönlich fehlt die Fantasie für ein funktionales Schulgebäude am Standort Schulstraße“, sagte Thorsten Denker – und hob damit auch hervor, dass sich das Kollegium der Grundschule für einen Umzug stark macht. Die Frage sei aber: „Wollen wir das? Können wir das? Und was ist es uns wert?“ Er habe, die Befürchtung, am Ende werde vielleicht eine günstigere Lösung favorisiert, die aber nicht die pädagogisch sinnvollste Variante sei.

Pfarrerin Kerstin Grünert meldete sich als beratendes Mitglied des Schul- und Jugendausschusses zu Wort: Aus Erfahrung in der eigenen Kirchengemeinde wusste sie, Gebäude nicht über Inhalte zu stellen. Die Grundschule – als pädagogische Einrichtung, nicht als Gebäude – sei ein Aushängeschild für Erndtebrück.

Für die CDU-Fraktion hatte deren Vorsitzender Heinz-Josef Linten zuvor betont, dass „wir ergebnisoffen sind, aber wir wissen, dass diese Grundschule zur DNA der Gemeinde gehört“. Es gelte jetzt, Stärken und Schwächen beider Standorte zu prüfen und auch Kosten für einen Anbau oder sogar einen Neubau zu ermitteln, der sich vielleicht rechnen könne, wenn da mit erheblichen Fördermitteln zu rechnen wäre. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Heinz-Georg Grebe stellte auch fest, dass es nicht so einfach sei, eine Schule, die festgewachsen sei, umzusiedeln. Aber das Ziel müsse lauten, Kindern ein bestmögliches Arbeiten in der Schule zu schaffen. „Wir werden sorgfältig beraten und abwägen“, versicherte Heinz-Georg Grebe, der sich letztlich eine einmütige Entscheidung erhofft.

Beigeordneter Thomas Müsse stellte in der Mitteilung fest: „Eine Schule zukunftsfähig zu machen, bedeutet, Digitalisierung, Platz für Bewegungsflächen, mehr Licht, eine konsequente Schallreduktion, Inklusion und damit auch Barrierefreiheit und moderne Ausstattung in einem Gebäude zu schaffen.“ Eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Umgestaltung des alten Gebäudes an der Schulstraße sei aufgrund der mindestens zwölf unterschiedlichen Ebenen wirtschaftlich nicht darstellbar. Aber auch andere Gründe seien in die Überlegungen einbezogen worden: der Raumbedarf, die Offene Ganztagsgrundschule, integrativer Unterricht, die Nähe zur Dreifachturnhalle und zum Hallenbad und sogar die Parksituation.

Stichwort Kosten: Diese hat die Verwaltung für die drei Varianten zumindest einmal überschlagen und grob geschätzt.

• Umbau der Rothaarsteig-Schule inklusive Außenanlagen: 3,76 Mill. Euro

• Neubau einer Grundschule (vergleichbare Größe Hauptschule): 7,90 Mill. Euro

• Erweiterung der Grundschule am alten Standort Schulstraße: 6,48 Mill. Euro

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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