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TLF als Minusgeschäft
Heftige Diskussion um Feuerwehrauto in Erndtebrück

Auf das TLF ist die Feuerwehr deshalb angewiesen, da es in Erndtebrück an so manchen Stellen ja auch Probleme mit der Versorgung mit Löschwasser gibt. Das alte TLF (hier im Bild) muss aber nun noch eine Weile halten.
  • Auf das TLF ist die Feuerwehr deshalb angewiesen, da es in Erndtebrück an so manchen Stellen ja auch Probleme mit der Versorgung mit Löschwasser gibt. Das alte TLF (hier im Bild) muss aber nun noch eine Weile halten.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Erndtebrück. Die allererste Sitzung des neuen Ausschusses für Feuer-, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz hatte es am Mittwoch in Erndtebrück gleich mal in sich. Fast erwartungsgemäß entbrannte eine Diskussion um die Anschaffung bzw. eben auch um die Nicht-Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs (TLF). Desen Kauf ist eigentlich im Brandschutzbedarfsplan vorgesehen, doch die Politik hat – auch auf Drängen von Kämmerer Thomas Müsse – eine Reparatur des alten TLF (Baujahr: 1997) mehrheitlich vorgezogen. Mit der Entscheidung ist nach wie vor jedoch nicht jeder einverstanden.
Für die Reparatur der Pumpe am alten TLF und eine Wartung fielen Kosten in einer Höhe von 18.673,52 Euro an, wie Bürgermeister Henning Gronau erklärte.

bw Erndtebrück. Die allererste Sitzung des neuen Ausschusses für Feuer-, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz hatte es am Mittwoch in Erndtebrück gleich mal in sich. Fast erwartungsgemäß entbrannte eine Diskussion um die Anschaffung bzw. eben auch um die Nicht-Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs (TLF). Desen Kauf ist eigentlich im Brandschutzbedarfsplan vorgesehen, doch die Politik hat – auch auf Drängen von Kämmerer Thomas Müsse – eine Reparatur des alten TLF (Baujahr: 1997) mehrheitlich vorgezogen. Mit der Entscheidung ist nach wie vor jedoch nicht jeder einverstanden.
Für die Reparatur der Pumpe am alten TLF und eine Wartung fielen Kosten in einer Höhe von 18.673,52 Euro an, wie Bürgermeister Henning Gronau erklärte. Das Fahrzeug ist seit Mitte März nun auch wieder einsatzbereit.

Neues Feuerwehrauto in Erndtebrück sollte 300.000 Euro kosten

„Um es einmal einzuordnen: Das Fahrzeug wurde über die Reparatur hinaus aufgewertet“, betonte Heinrich Hoffmann, früherer Löschzugführer sowie nun sachkundiger Bürger der CDU. Ebenfalls für die CDU sitzt Uwe Weinhold jetzt im Ausschuss – und setzte gleich mal eine Duftmarke: Bei einem Fahrzeug, das schon 24 Jahre alt ist, habe er so seine Bedenken. „Wir müssen doch im Sinne der Bevölkerung dafür sorgen, dass die Feuerwehr immer auf dem besten technischen Stand ist. Brände können jeden Tag und zu jeder Sekunde passieren“, betonte er.

Tim Saßmannshausen (SPD) erinnerte daran, dass seine Fraktion sich für die Anschaffung ausgesprochen hatte. Immerhin hatte die Gemeinde Erndtebrück ein gutes Angebot vorliegen, das Fahrzeug sollte nur rund 300.000 Euro kosten. „Wer weiß, was uns nächstes Jahr mit dem alten Fahrzeug noch an Reparaturen blühen wird?“

"So ein gutes Angebot kriegen wir nicht wieder"

Eine vergebene Chance sah auch Karl Ludwig Völkel (SPD): „So ein gutes Angebot kriegen wir so schnell nicht wieder. An dieser Stelle zu verschieben, halte ich für den größten Fehler. Dadurch ist ein finanzieller Schaden für die Gemeinde entstanden“, ärgerte sich der frühere Bürgermeister. Sein Nachfolger Henning Gronau versuchte zu beschwichtigen, verwies jedoch auch auf drohende lange Lieferzeiten, die nun in den kommenden Jahren die Neuanschaffung des TLF begleiten könnten. Der zeitliche Vorlauf sei groß. Er würde es daher begrüßen, wenn im Zuge der nächsten Haushaltsplanungen erneut über die Thematik gesprochen werde. Die Verwaltung werde frühzeitig den Markt beobachten.

Thomas Müsse verteidigt sein Veto gegen neues TLF

Der Beigeordnete Thomas Müsse verteidigte sein Veto für den Kauf des neuen TLF: „Nach Aussage der Fachfirmen ist es in einem guten Zustand. Das Fahrzeug ist nicht so schlecht, wie es hier geredet wird. Es wird uns nicht jeden Moment zusammenbrechen.“ Karl Ludwig Völkel entgegnete darauf, dass bei einem 24 Jahre alten Fahrzeug immer die Gefahr bestünde, dass es dauerhaft ausfalle: „Ich sage daher, wir haben ein Minusgeschäft gemacht, da ein vergleichbares Fahrzeug nun teurer wird.“

Guido Schneider (FDP) bat derweil darum, die Thematik in der nächsten Sitzung wieder auf die Tagesordnung zu nehmen, so dass sich auch die Wehrführung, die am Mittwochabend aus terminlichen Gründen bei der Sitzung nicht anwesend war, dazu äußern könne. Es sei aber gut, dass das alte Fahrzeug für so geringe Kosten jetzt wieder einsatzfähig sei. Jetzt gebe es auch die Möglichkeit, perspektivisch zu planen.
Ähnlich sah es Steffen Haschke (CDU), der die bereits umfangreich geführten Diskussionen hinter dem Pflug wähnte. Letztlich müsse der Haushalt die Anschaffung auch darstellen. „Wir sollten zielgerichtet nach vorne schauen. Dass hier ein Handlungsbedarf besteht, ist anerkannt.“

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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