Bauwerk in Schameder
Heimatfreunde sanieren Glockenturm

Die Heimatfreunde in Schameder um Bernhard Motl (l.) und Carsten Dreisbach haben den alten Glockenturm wieder aufgebaut und sogar eine Glocke beschafft.
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  • Die Heimatfreunde in Schameder um Bernhard Motl (l.) und Carsten Dreisbach haben den alten Glockenturm wieder aufgebaut und sogar eine Glocke beschafft.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Schameder. Eine richtige Kirche hat Schameder nicht, lediglich eine Kapelle am Friedhof. Eine Schule gibt es im Dorf auch seit Jahrzehnten nicht mehr. Trotzdem verfügt die Ortschaft jetzt über zwei Glocken. Die eine ist die frühere Schulglocke, sie läutet in der Kapelle. Die andere hängt dagegen jetzt in dem Glockenturm, der einst bei der Schule stand. Den wiederum hatten einige fleißige Helfer des Heimatvereins wieder aufgearbeitet, wobei Bernhard Motl verrät, dass vom ursprünglichen Bauwerk eigentlich nicht mehr viel übriggeblieben ist.

Glocken in Schameder eine Geschichte für sich

Schameder und seine Glocken – das ist schon eine Geschichte für sich. 1902 wurde die Dorfschule eröffnet, die einen kleinen Glockenturm besaß. Die Bronzeglocke gehörte allerdings zu den 70 000 Glocken, die im Ersten Weltkrieg für die Rüstung eingeschmolzen wurden. 1918 spendete jedoch Heinrich Radenbach eine neue Stahlgussglocke, die nach einer baulichen Erweiterung der Dorfschule ab 1927 in einem kleinen, freistehenden Glockenturm hing. Jeden Morgen läutete die Glocke zum Schulbeginn, sie alarmierte die Feuerwehr und rief die Menschen zum Gottesdienst oder begleitete einen Trauerzug bei einer Beerdigung mit dem letzten Geläut.

Der Turm früher.

Bernhard Motl, früher Vorsitzender des Heimatvereins, hat unter dem Geläut der alten Glocke hier noch die Volksschule besucht. Als der Schullehrer Wilhelm Bald am 9. November 1968 verstarb, wurde kurz darauf auch die Schule geschlossen. Damit hatte die Glocke zumindest an diesem Ort ihren Zweck verloren und wurde eingelagert. 1972 zog sie indes in die neu gebaute Friedhofskapelle um, wo sie bis heute gute Dienste leistet und mit ihrem Klang die älteren Dorfbewohner an früher erinnert.

Heimatfreunde entdecken Glockenturm in Schameder wieder

Der Turm an der alten Schule war hingegen fortan verwaist und fristete ein echtes Schattendasein – bis ihn die örtlichen Heimatfreunde wiederentdeckten. Sie beschlossen, den Glockenstuhl zu restaurieren. Nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten, bei dem quasi ein neuer Turm als Nachbau des alten entstanden ist, hat das Bauwerk nun seinen Platz in Sichtweite zu der alten Schule am Heimathäuschen gefunden. „Wir hatten den Turm wieder aufgebaut, ohne eigentlich zunächst die Absicht zu haben, eine Glocke einzubauen“, erinnert sich Bernhard Motl. Aber ein Glockenturm ohne Geläut – das war nicht passend. Im Internet wurde er schließlich fündig und fand eine Bronzeglocke bei einem Münchener.

Wie alt diese ist und wo sie einst geläutet hat, ist unbekannt. Doch gewiss ist, dass sie jetzt in Schameder hängt. Dies haben zahlreiche Spender möglich gemacht, wie Bernhard Motl anmerkt. Auch den Wiederaufbau des knapp 100 Jahre alten Glockenturms begleiteten Betriebe und Handwerker. Mit ihnen gemeinsam wollen die Heimatfreunde auch liebend gerne ein großes Fest zur Einweihung der Glocke feiern. Im Moment ist das jedoch aus den allseits bekannten Gründen nicht möglich. Aber aufgehoben sei nicht aufgeschoben, stellt der 1. Vorsitzende Carsten Dreisbach fest.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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