SZ

Abtritt politischer Urgesteine in Wittgenstein (Teil 6)
Heinrich-Wilhelm Wörster

Für Heinrich-Wilhelm Wörster (Bildmitte) gehörte der Betriebsausschuss – hier bei einer Ortsbesichtigung vor einiger Zeit – zu seinen Steckenpferden. Der Erndtebrücker zieht sich nach mehr als 30 Jahren aus der Kommunalpolitik zurück.
  • Für Heinrich-Wilhelm Wörster (Bildmitte) gehörte der Betriebsausschuss – hier bei einer Ortsbesichtigung vor einiger Zeit – zu seinen Steckenpferden. Der Erndtebrücker zieht sich nach mehr als 30 Jahren aus der Kommunalpolitik zurück.
  • Foto: Björn Weyand (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Erndtebrück. Seinen Abschied aus der Erndtebrücker Kommunalpolitik hatte Heinrich-Wilhelm Wörster zwar schon mal für dieses Jahr ins Auge gefasst. Gesundheitliche Sorgen nahmen dem 70-Jährigen aber die Entscheidung, ob er doch noch einmal für den Gemeinderat kandidieren sollte, leider ab. Das habe letztlich den Ausschlag gegeben, jetzt aufzuhören, sagt er im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Natürlich werde er die Arbeit im Rat und in den Ausschüssen vermissen, gesteht Heinrich-Wilhelm Wörster, schließlich sei die Kommunalpolitik für ihn schon eine sehr große Leidenschaft gewesen.

bw Erndtebrück. Seinen Abschied aus der Erndtebrücker Kommunalpolitik hatte Heinrich-Wilhelm Wörster zwar schon mal für dieses Jahr ins Auge gefasst. Gesundheitliche Sorgen nahmen dem 70-Jährigen aber die Entscheidung, ob er doch noch einmal für den Gemeinderat kandidieren sollte, leider ab. Das habe letztlich den Ausschlag gegeben, jetzt aufzuhören, sagt er im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Natürlich werde er die Arbeit im Rat und in den Ausschüssen vermissen, gesteht Heinrich-Wilhelm Wörster, schließlich sei die Kommunalpolitik für ihn schon eine sehr große Leidenschaft gewesen.

UWG Erndtebrück schaffte sofort starke 11,9 Prozent

Die begann Mitte der 1980er-Jahre, zunächst fungierte der Erndtebrücker für die CDU ab 1984 als sachkundiger Bürger im Betriebsausschuss, zwei Jahre später auch im Bauausschuss. Aber so richtig wohl war ihm in der Partei nicht. Vor der Kommunalwahl 1989 gründete Heinrich-Wilhelm Wörster zusammen mit Edgar Dietrich und fünf anderen Mitstreitern im März die Unabhängige Wählergemeinschaft. Die UWG schaffte aus dem Stand starke 11,9 Prozent und zog mit drei Vertretern in den Erndtebrücker Rat ein; einer von ihnen war Heinrich-Wilhelm Wörster, der 1990 auch den Fraktionsvorsitz übernahm.
„11,9 Prozent – das war schon was. Wir haben uns bei den Wahlen danach immer wieder etwas gesteigert“, erinnert sich das UWG-Urgestein. Viele Kämpfe wurden im Rat ausgetragen. Heinrich-Wilhelm Wörster denkt dabei etwa an die Absetzung von Gemeindedirektor Rolf Wilkes. „Mit ihm gab es nur Zirkus, er war viel zu eigensinnig“, meint Wörster rückblickend. Nicht so einfach sei es auch gewesen, als die CDU ab 1999 eine absolute Mehrheit hatte. Das Altenheim habe die UWG an dem Standort nicht haben wollen – nicht nur hier mussten sich die Unabhängigen einer Mehrheit beugen. Im Jahre 2004 kam der Wechsel, Karl Ludwig Völkel wurde Bürgermeister. Menschlich sei es danach einfacher gewesen im Rat, in der Sache „haben wir weiter gestritten“. Feste Koalitionen ging zwar die UWG nicht ein – die Zusammenarbeit mit SPD und FDP sei aber meist gut gewesen, meint Heinrich-Wilhelm Wörster.

Kommunalpolitik geht nicht als Hobby

Ihm war vor allem in seiner Anfangszeit im Gemeinderat wichtig, sich in die Materie einzuarbeiten. Anfang der 1990er-Jahre reiste der Erndtebrücker dafür quer durch die Bundesrepublik, um an kommunalpolitischen Seminaren teilzunehmen, ausgerichtet von der Konrad-Adenauer-Stiftung oder der Hanns-Seidel-Stiftung. Heinrich-Wilhelm Wörster bildete sich dabei in Sachen Haushaltsrecht, Bauleitplanung oder Wirtschaftsförderung weiter, um fit zu sein für die Arbeit im Gemeinderat. Genau das rät er auch allen, die neu in das politische Gremium einziehen: „Man kann Kommunalpolitik nicht als Hobby betreiben.“ Dazu sei schon notwendig, sich in die Themen einzuarbeiten. Die Jüngeren müssten sich da schon anstrengen.
Das hat Heinrich-Wilhelm Wörster gemacht, den Haushaltsplan hat er jedes Jahr „zerpflückt“, wie er es nennt. Den Finger in die Wunde hat er immer wieder gelegt, das tut er noch immer: Dass die Gemeinde für eine Fahrzeuggarage in der Womelsdorfer Rettungswache jährlich 20 000 Euro Miete zahlt, ist für ihn immer eine der „dollsten Hämmer, die gelaufen sind“. Sorgen bereiten ihm die hohen Kassenkredite der Gemeinde und die hohen Gebühren. Sicherlich werde es schwierig sein, einen echten Sparhaushalt aufzustellen.

Heinrich-Wilhelm Wörster steht weiter mit Rat und Tat zur Seite

Darauf drängen müssen demnächst andere. „Irgendwann muss es auch mal einen neuen Impuls geben“, weiß Heinrich-Wilhelm Wörster. Wenn jemand fragt, werde er mit Ratschlägen zur Verfügung stehen. Auch an den UWG-Sitzungen will er weiterhin teilnehmen, er werde auch politisch interessiert bleiben. Langweilig werde ihm ohne die Sitzungen allerdings nicht, betont der 70-Jährige. Er habe ein großes Grundstück um sein Haus in der Bärenbach, um das er sich, sofern es denn die Gesundheit zulässt, auch selbst kümmern möchte.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen