Helmrich: Diakonie nicht an Altenheim interessiert

»Keine Wertung zur Erndtebrücker Standortfrage abgegeben«

Erndtebrück. Über die denkwürdige Erndtebrücker Ratssitzung am Donnerstagabend, an der sich nach dem Fernbleiben der Opposition nur die CDU-Fraktion aktiv beteiligte, wird sicher noch zu sprechen sein. Fakt ist jedoch, dass die Christdemokraten mit dem Beschluss für den Durchführungsvertrag sowie den vorhabenbezogenen Bebauungsplan »Seniorenzentrum« das Projekt einen wesentlichen Schritt voran brachten – vier Tage vor Ablauf des von der Firma Buderus-Klute gesetzten Ultimatums (die SZ berichtete mehrfach).

Hatte Buderus-Klute in der Vergangenheit wiederholt erklärt, »ein Altenheim bauen zu wollen«, so lässt die Frage nach dem Betreiber weiterhin Raum für Spekulationen. Denn: Noch liegt der Vorstandsbeschluss der Caritas Siegen-Wittgenstein nicht vor. Das Diakonische Werk steht als möglicher Betreiber nicht zur Verfügung. »Das Diakonische Werk in Wittgenstein hatte in der Vergangenheit nicht die Absicht, ein Altenheim in Erndtebrück zu betreiben, und wird dies auch in Zukunft nicht haben«, sagte Geschäftsführer Ulf Helmrich gestern der Siegener Zeitung. Dies sei nicht die Aufgabe der Diakonie vor Ort.

In diesem Zusammenhang stellte Helmrich eine Aussage von Erndtebrücks Bürgermeister Heinz-Josef Linten aus der besagten Ratssitzung klar. Der Bürgermeister hatte erklärt, dass Helmrich und sein Geschäftsführer-Kollege Thomas Dörr den Ratsstuben-Standort gegenüber der Alternative an der Siegener Straße favorisiert hätten. Ulf Helmrich dazu: »Das ist die Interpretation des Bürgermeisters. Wir haben mit Sicherheit keine Wertung abgegeben. Das steht uns überhaupt nicht zu.« Allerdings könne er aus Sicht von Heinz-Josef Linten verstehen, wie die Standortwahl zustande gekommen sei.

Opposition kritisiert die CDU-Fraktion

Derweil formulierte die Erndtebrücker Opposition aus SPD, FDP, UWG und Grünen klare Vorstellungen für »die zukünftige Ratsarbeit«. Die Ratsarbeit zum Wohle der Gemeinde müsse wieder auf Sachinformation, die zu Sachentscheidungen führten, basieren, »und nicht auf Ultimaten und Drohungen«. Man erwarte von der CDU-Fraktion, dass sie sich andere Argumente zumindest anhöre und die Besorgnis um das Wohl der Gemeinde ernst nehme. »In den letzten Sitzungen kam es wiederholt vor, dass wir für unsere Ausführungen ausgelacht und verhöhnt wurden. Das ist in unseren Augen ein unerträglicher Umgangsstil«, heißt es in einer Pressererklärung, die am Donnerstag vor der Ratssitzung verteilt wurde. In diesem Zusammenhang war gar von einer »Missachtung des Kommunalparlamentes« die Rede, die »erschreckend« sei.

Nicht zuletzt solle sich der Bürgermeister auf seine Funktion als »Bürgermeister für alle Erndtebrücker« besinnen. Während der Verwaltungsleiter die Opposition schon aus geringfügigen Anlässen tadele oder sogar offiziell rüge, lasse er bei »seiner« CDU »selbst die größten Unverschämtheiten« durchgehen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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