Herzhaft und deftig – Rösper feierten jetzt ihr Schlachtfest

Erlös wird in die weitere Renovierung der Schule investiert

schn Röspe. Die kleine Ortschaft Röspe wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Die fürstliche Familie in Bad Berleburg stellte Land zur Verfügung, damit sich Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten, zumeist Landwirte, eine neue Existenz aufbauen konnten. Wie so viele Vertriebene in Wittgenstein kamen auch die meisten neuen Rösper aus Schlesien. Kein Wunder also, dass es seit vielen Jahren ein schlesisches Schachtfest in dem Ort gibt.

Als die Dorfschule Ende der 50er Jahre gebaut wurde, stellte sich das neue Gebäude bald als Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Lebens zur Verfügung. Der Klassenraum der einklassigen Schule wurde am Abend für gemütliche Abende oder Filmvorführungen genutzt. Nach wenigen Jahren wurde der Schulbetrieb schon wieder eingestellt und die Kinder mussten in Birkelbach die Schulbank drücken. Das Rösper Gebäude wurde zum Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert. Als dann auch die Gaststätte Hahn ihre Türen schloss, wurde in der Schule für den Schankbetrieb aufgerüstet. Im Keller baute die Freizeitgemeinschaft Röspe einen Schankraum mit Theke und Sitzgelegenheiten. Im Lehrerzimmer wurde eine Küche eingebaut und es wurde Geschirr und Besteck angeschafft.

Schon in diesen ersten Jahren Röspes entstand das Schlachtfest. Wilhelm Wittke und Karl Achte fertigten als Metzger Spezialitäten aus der alten Heimat, wie Wellfleisch und Wellwurst. Als die beiden sich körperlich nicht mehr in der Lage sahen, die harte Arbeit zu machen, übernahm Michael Schmidt das Handwerk. Leber- und Blutwürste, Schmalz und Mett, Kotelett und Braten, alles herzhaft und deftig, so kommen die Produkte daher, die der Metzger für den vergangenen Samstag produzierte. Keine großen Unterschiede zu den heimischen Wurstwaren möchte man meinen, denn auch die Wittgensteiner haben es über die Jahrhunderte deftig und herzhaft gehalten.

Doch bei den Gewürzen merkt man doch den Unterschied. Oft sind die Würste üppiger und mit anderen Geschmäckern gewürzt. Überhaupt setzt die Küche in den Gebieten rechts der Oder auf mehr Gewürze. Das Schlachtfest ist dann ganz traditionell der Höhepunkt, wenn die frischen Würste aus der Wurstküche kommen und die Gäste sich die deftigen Speisen schmecken lassen. Den Erlös aus dem Fest vom vergangenen Samstag stecken die Rösper in ihre Schule. Dort haben sie zuletzt eine neue Isolierung angebracht, Fenster ausgetauscht und die Heizung erneuert. Auch die Küche ist komplett renoviert und ausgetauscht worden (Siegener Zeitung berichtete). Ein finanzieller Kraftakt, für den die Dorfgemeinschaft auch jetzt noch jeden e gebrauchen kann.

Seit dem Bau der Schule haben die Rösper immer wieder selbst Hand angelegt, um ihre Schule zu erhalten, berichtete Walter Kettler. Und das wird wohl auch in den nächsten Jahren noch so bleiben, damit es auch weiter ein Schlachtfest in Röspe geben kann.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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