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Energieberatungsbüro sieht Potenzial
Idee für Photovoltaik auf der Altdeponie Schameder

In einer Markterkundung hat ein Energieberatungsbüro ein großes Umsetzungs- und Wirtschaftlichkeitspotenzial für den Betrieb einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage auf der ehemaligen Müllkippe in Schameder festgestellt. Eine Machbarkeitsstudie soll dafür konkretes und belastbares Zahlenmaterial liefern – allerdings ist das Vergabeverfahren dafür bisher noch nicht angelaufen.
  • In einer Markterkundung hat ein Energieberatungsbüro ein großes Umsetzungs- und Wirtschaftlichkeitspotenzial für den Betrieb einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage auf der ehemaligen Müllkippe in Schameder festgestellt. Eine Machbarkeitsstudie soll dafür konkretes und belastbares Zahlenmaterial liefern – allerdings ist das Vergabeverfahren dafür bisher noch nicht angelaufen.
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bw Schameder. In der Dorfchronik von Schameder, die bald ein Jahr nach dem großen Jubiläum erscheinen soll, erhält die einstige Müllkippe, die bis zum 31. Dezember 1987 zwischen Erndtebrück und Schameder betrieben wurde, ein eigenes Kapitel. „Müllkippe – NEIN niemals“ ist dessen Titel. Am Jahresende 1987 wurde die Wittgensteiner Mülldeponie, auf der Siedlungsabfälle aus Haushalten abgelagert wurden, stillgelegt. Nach Einstellung des Abfallbetriebs wurde eine Oberflächenabdeckung und eine Rekultivierungsschicht auf die Fläche aufgebracht. Die Altdeponie in Schameder unterliegt – wie alle anderen Deponien auch – einem Monitoring-Programm. So werden von einem Umweltlabor im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein regelmäßige Untersuchungen von Sickerwasser sowie Grundwasser durchgeführt.

bw Schameder. In der Dorfchronik von Schameder, die bald ein Jahr nach dem großen Jubiläum erscheinen soll, erhält die einstige Müllkippe, die bis zum 31. Dezember 1987 zwischen Erndtebrück und Schameder betrieben wurde, ein eigenes Kapitel. „Müllkippe – NEIN niemals“ ist dessen Titel. Am Jahresende 1987 wurde die Wittgensteiner Mülldeponie, auf der Siedlungsabfälle aus Haushalten abgelagert wurden, stillgelegt. Nach Einstellung des Abfallbetriebs wurde eine Oberflächenabdeckung und eine Rekultivierungsschicht auf die Fläche aufgebracht. Die Altdeponie in Schameder unterliegt – wie alle anderen Deponien auch – einem Monitoring-Programm. So werden von einem Umweltlabor im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein regelmäßige Untersuchungen von Sickerwasser sowie Grundwasser durchgeführt. Diese Prüfung findet mehrmals jährlich statt. Auffälligkeiten hat es dabei nie gegeben. Das auf dem früheren Deponiegelände anfallende Sickerwasser wird zudem in einem zentralen Schachtbauwerk am Deponiefuß gesammelt und in einer geschlossenen Sickerwasserleitung zur Kläranlage an der Hauptmühle in Erntebrück befördert. Die Kläranlage reinigt das Sickerwasser.

Seit geraumer Zeit beschäftigt sich der Kreis Siegen-Wittgenstein mit der Frage, wie das Gelände in Zukunft eigentlich genutzt werden könnte. Der Kreis hatte das knapp sieben Hektar große Areal von der Waldgenossenschaft erworben, da sich die Fläche nicht mehr für eine forstwirtschaftliche Nutzung eignet. Der Kreis vermutete bereits 2018, „dass das verwendete Bodenmaterial für eine andere Form der Vegetation nicht optimal geeignet ist“. Heißt: Dort wächst etwas, aber Bäume haben es offenbar schwer auf dem Untergrund. Beschlossen hat der Kreistag deshalb, das Gelände der ehemaligen Abfalldeponie als Standort für die Installation und den Betrieb einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage durch ein Energieberatungsbüro untersuchen zu lassen. Landrat Andreas Müller hat jedoch bereits klargestellt, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein nicht den Betrieb der Photovoltaik-Anlage übernehmen werde.

In Abhängigkeit vom Untersuchungsergebnis soll, wenn die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit festgestellt ist, freilich auch eine konkrete Umsetzungsplanung beauftragt werden. Die benötigten finanziellen Mittel stehen im Kreishaushalt für dieses Jahr zur Verfügung, allerdings ist das Vergabeverfahren für die Untersuchung durch ein Beratungsbüro noch gar nicht gelaufen, wie der Kreis auf SZ-Anfrage berichtet Es solle aber zeitnah eingeleitet werden. Pressesprecherin Jana Schröder konstatiert: „Aktuell können wir noch keinen konkreten Zeitpunkt benennen, zu dem belastbare Ergebnisse vorliegen werden.“ Die Untersuchung soll übrigens auch eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit unter Ausnutzung der angebotenen Förderprogramme und Möglichkeiten der Zusammenarbeit beinhalten.

Eine Markterkundung hatte ein vielversprechendes Ergebnis gebracht: Ein daran beteiligtes Energieberatungsbüro sah für den Standort ein großes Umsetzungs- und Wirtschaftlichkeitspotenzial in Verbindung mit einer Stromnutzung durch in der näheren Umgebung liegende Verbraucher – als Beispiele werden die Kläranlage der Gemeinde Erndtebrück oder auch der Gewerbestandort am Steimel genannt. In der Machbarkeitsstudie sollen unter anderem diese Punkte nun untersucht werden:
• Detailaufmaß der Flächen unter der Berücksichtigung eventueller Bebauung bzw. Verschattung;
• Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsprognosen inklusive der Simulation und der Optimierung der Solarerträge hinsichtlich Lage, Ausrichtung und Neigung;
• Ermittlung der Kosten der geplanten Photovoltaik-Anlage (mit Bodengutachten, Standsicherheitsnachweisen etc.).

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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