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Martin-Luther-Straße Erndtebrück
Investoren kritisieren Bürgermeister Henning Gronau scharf

Das beinahe fertig sanierte Mehrfamilienhaus Martin-Luther-Straße 1 in Erndtebrück schaute sich SPD-Bundestagskandidatin Luiza Licina-Bode (vorne) mit ihren drei Genossen Meik Gebhardt, Tim Saßmannshausen und Michael Rothenpieler sowie den beiden Investoren Daniel Kunze und Boris Kämmerling (v. l.) an.
  • Das beinahe fertig sanierte Mehrfamilienhaus Martin-Luther-Straße 1 in Erndtebrück schaute sich SPD-Bundestagskandidatin Luiza Licina-Bode (vorne) mit ihren drei Genossen Meik Gebhardt, Tim Saßmannshausen und Michael Rothenpieler sowie den beiden Investoren Daniel Kunze und Boris Kämmerling (v. l.) an.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Erndtebrück. Neun Häuser mit 54 Wohnungen – Daniel Kunze und Boris Kämmerling haben sich ein Mammutprojekt ans Bein gebunden. Das Duo saniert einen Teil der alten Kuhlmann-Häuser in Erndtebrück, am 1. September sollen in der Martin-Luther-Straße 1 die ersten Mieter einziehen. Danach geht es sukzessive weiter: Das Interesse an den Wohnungen ist groß – und der Bedarf in der Edergemeinde ebenfalls.
Nach einem Tag der offenen Tür vor einigen Wochen, als sich potenzielle Mieter die ersten Wohnungen anschauten (die SZ berichtete), empfingen die beiden Investoren am Freitag eine Delegation der heimischen SPD mit der Bundestagskandidatin Luiza Licina-Bode an der Spitze.
Martin-Luther-Straße 1 in Erndtebrück bald bezugsfertig
Sie zeigte sich begeistert: „Solche Projekte liebe ich.

bw Erndtebrück. Neun Häuser mit 54 Wohnungen – Daniel Kunze und Boris Kämmerling haben sich ein Mammutprojekt ans Bein gebunden. Das Duo saniert einen Teil der alten Kuhlmann-Häuser in Erndtebrück, am 1. September sollen in der Martin-Luther-Straße 1 die ersten Mieter einziehen. Danach geht es sukzessive weiter: Das Interesse an den Wohnungen ist groß – und der Bedarf in der Edergemeinde ebenfalls.
Nach einem Tag der offenen Tür vor einigen Wochen, als sich potenzielle Mieter die ersten Wohnungen anschauten (die SZ berichtete), empfingen die beiden Investoren am Freitag eine Delegation der heimischen SPD mit der Bundestagskandidatin Luiza Licina-Bode an der Spitze.

Martin-Luther-Straße 1 in Erndtebrück bald bezugsfertig

Sie zeigte sich begeistert: „Solche Projekte liebe ich. Hier wird nachhaltig neuer Wohnraum geschaffen.“ Denn energetisch kommen alle Häuser nach der umfangreichen Modernisierung einem Neubau gleich und für die beiden Investoren, die auch eine Firma für Photovoltaik-Anlagen betreiben, ist es natürlich Pflicht, dass auf den neuen Flachdächern auch der Sonnenstrom produziert wird. Boris Kämmerling brachte auch den besonderen Anspruch auf den Punkt: „Wir wollen zeigen, dass man aus einem Haus aus dem Jahr 1965 ein Gebäude auf einem KfW-55-Standard machen kann.“ Letztlich sei es eine Schande gewesen, dass hier so viele Häuser – und damit so viel ungenutzter Wohnraum – über die Jahre hinweg vor sich hin gerottet seien.

Investoren üben scharfe Kritik an Bürgermeister Henning Gronau

Also hieß es: Altes Dach runter, die alte Heizung raus, neues Dach drauf und alles energetisch optimiert. Geheizt wird entweder mit Pellets oder über die Luft-Wärme-Pumpe. Die ebenerdigen Wohnungen sind barrierearm, in das erste Haus zieht daher auch ganz bewusst eine Familie mit einem Kind im Rollstuhl ein. Genau an der Stelle setzte Daniel Kunze mit Kritik an der Gemeinde und an Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau an: Es sei bereits seit acht Monaten bekannt, dass ein Kind im Rollstuhl einziehen werde. Und seit Monaten bitten Kunze und Kämmerling um einen Gesprächstermin im Rathaus, um eine Lösung für den maroden Gehweg und für die Schlaglochpiste in der Ulrich-von-Hutten-Straße zu finden. Die Investoren würden sich auch einbringen, aber leider gebe es keine Reaktion vom Bürgermeister, was auch einen weiteren Geldgeber sehr verwundere. „Wir investieren hier gut 9 Millionen Euro und dann kommt aus dem Rathaus keine Antwort“, berichtete Daniel Kunze verärgert, „da kann man verstehen, dass man sich als Investor irgendwie verprellt fühlt. Wie kann das sein?“

SPD-Politiker sehen Probleme in der Kommunikation

Da werde lieber die Aufmerksamkeit auf das KoDorf gelegt, fügte Daniel Kunze hinzu, dabei sei diese Investition in die Kuhlmann-Häuser sicherlich bodenständiger. „Ich würde mir mehr konstante Unterstützung wünschen, nicht nur vor einer Wahl“, meinte Daniel Kunze vielsagend.
Die SPD-Ratsmitglieder mit Fraktionschef Tim Saßmannshausen an der Spitze sicherten den beiden Investoren zu, diese Kritik mitzunehmen – offenkundig gebe es hier ein Kommunikationsproblem. Für die Modernisierung der Immobilien hatten die Sozialdemokraten viel Lob übrig: „Da muss man ja schon positiv einen an der Murmel haben, um ein solches Projekt anzugehen“, sagte Meik Gebhardt, „da können wir nur den Hut vor ziehen.“ Insofern versprachen die Sozialdemokraten ihre Hilfe, Lösungen für den maroden Gehweg zu finden.

Einen anderen Aspekt, den die Bundestagskandidatin Luiza Licina-Bode im Falle ihrer Wahl mit nach Berlin nehmen werde, ist die Frage, inwiefern der Bau von Photovoltaik-Anlagen noch mehr gefördert werden müsse und ob Vermieter, die Sonnenstrom auf Dächern produzieren, diesen an ihre Vermieter abgeben dürften. Die SPD-Politikerin sah in der Photovoltaik „große Chancen“: Es gebe viel zu viele Dächer, die bisher ungenutzt seien, sowohl öffentliche als auch private oder gewerbliche. „Investoren brauchen aber Verlässlichkeit. Dafür müssen wir Lösungen finden“, erklärte die SPD-Bundestagskandidatin. Photovoltaik-Anlagen hätten keine Akzeptanzprobleme wie etwa Windkraft-Anlagen.

Ein weiteres Thema, das bei der Besichtigung des kernsanierten Hauses zur Sprache kam, war die schlechte Finanzlage der Kommunen. Die müsse verbessert werden, so Luiza Licina-Bode. Dem stimmte auch Daniel Kunze zu, denn ein Henning Gronau könne ja auch nichts für leere Kassen.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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