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Roger-Drapie-Straße in Erndtebrück
Ja zum Wendehammer – aber ohne Pflanzinseln

Am Ende des Neubaugebietes, von der Grimbachstraße aus gesehen, soll in der Erndtebrücker Roger-Drapie-Straße eine Sackgasse mit Wendehammer entstehen. Dafür muss auch ein Teil des letzten verfügbaren Bauplatzes „geopfert“ werden. Foto: Björn Weyand
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  • Am Ende des Neubaugebietes, von der Grimbachstraße aus gesehen, soll in der Erndtebrücker Roger-Drapie-Straße eine Sackgasse mit Wendehammer entstehen. Dafür muss auch ein Teil des letzten verfügbaren Bauplatzes „geopfert“ werden. Foto: Björn Weyand
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bw Erndtebrück. Das Ziel ist zwar klar: Beim endgültigen Ausbau der Roger-Drapie-Straße wollen alle Beteiligten – die Gemeinde und die Anwohner – eine Verkehrsberuhigung erreichen. Wie das allerdings gelingen soll, darüber gehen die Meinungen inzwischen auseinander. Lange Zeit hatte die Verwaltung die Pflanzinseln wohl mehr oder weniger als alternativlos dargestellt. Mit dem Wendehammer, den die Gemeinde nun als weitere Variante ins Spiel gebracht hatte, sind die Pflanzinseln aus der Sicht der großen Mehrheit der Anlieger überflüssig geworden....

bw Erndtebrück. Das Ziel ist zwar klar: Beim endgültigen Ausbau der Roger-Drapie-Straße wollen alle Beteiligten – die Gemeinde und die Anwohner – eine Verkehrsberuhigung erreichen. Wie das allerdings gelingen soll, darüber gehen die Meinungen inzwischen auseinander. Lange Zeit hatte die Verwaltung die Pflanzinseln wohl mehr oder weniger als alternativlos dargestellt. Mit dem Wendehammer, den die Gemeinde nun als weitere Variante ins Spiel gebracht hatte, sind die Pflanzinseln aus der Sicht der großen Mehrheit der Anlieger überflüssig geworden. Nach der jüngsten Berichterstattung unserer Zeitung hat sich eine Initiative in der Straße im Erndtebrücker Neubaugebiet gebildet: Ein Großteil der Anlieger spricht sich mit einer Unterschriftenliste für den Wendehammer aus – und gegen die geplanten sieben Fahrbahneinengungen mithilfe von Pflanzbeeten.

Ihre Bedenken haben die Anlieger auch den Vorsitzenden der vier Ratsfraktionen kundgetan. Die Politik soll in der Sitzung des Bauausschusses eine Variante für den Endausbau der Straße beschließen. Frühzeitig hatte die Gemeindeverwaltung auf eine Anwohnerbeteiligung gesetzt, bereits Anfang des Jahres fand eine Versammlung statt, in der die Gemeinde ihre Planungen vorstellte: 6,25 Meter Gesamtbreite mit einem Gehweg (1,50 Meter), einer Entwässerungsrinne (0,50 Meter), einer Fahrbahn von 4,25 Meter Breite – und den erwähnten sieben Pflanzbeeten.

Stefan und Ingrid Schmidt können sich noch gut an die Vorstellung erinnern. Eine Spielstraße, so habe es die Gemeinde seinerzeit dargestellt, sei nur mit den Pflanzinseln möglich. „Wir haben das dann auch akzeptiert, aber viele waren davon nicht so begeistert“, berichten sie im SZ-Gespräch. Im Sinne der rund 20 Kinder, die an dieser Straße wohnen, stimmten letztlich alle zu. „Was mich sauer macht: Es hat letztlich nie die Möglichkeit bestanden, hier eine Spielstraße einzurichten“, sagt Ingrid Schmidt. Damit bezieht sie sich auf die Aussage von Kreis-Sprecher Torsten Manges in der SZ: „Die Einrichtung einer Spielstraße ist an viele Voraussetzungen geknüpft – eine davon ist, dass die Verkehrsfläche einheitlich gestaltet werden muss. Es darf also keinen Gehweg mit Randsteinen geben. Da aber das Konzept der Gemeinde Erndtebrück einen Gehweg vorsieht, kann dort keine Spielstraße eingerichtet werden. Nach unseren Informationen ist ein Rückbau durch die Gemeinde nicht gewollt, so dass eine Spielstraße oder ein verkehrsberuhigter Bereich nicht in Frage kommen.“

Die Anlieger gingen hingegen von ganz anderen Voraussetzungen aus, schließlich habe die Gemeinde suggeriert, dass es eine Spielstraße auch nur mit Pflanzinseln geben könne. Durch die Wendehammer-Variante hat sich die Situation aus Sicht einer Mehrheit der Anwohner geändert: Sie fordern nun einen Verzicht auf die Pflanzinseln, für die es ohne einen Durchgangsverkehr keine Notwendigkeit mehr gebe. Stefan Schmidt wollte indes nicht verhehlen, dass es auch wenige Anlieger gebe, die immer noch für die Pflanzinseln seien, doch die große Mehrheit ist dagegen. Zumal in diesen Bäume gepflanzt werden sollen, die fünf bis sechs Meter hoch werden können. Hier befürchten Anwohner eine Verschattung für Photovoltaik-Anlagen. Natürlich spielt hier eine Rolle, dass die Pflanzinseln an manchen Stellen die Ein- und Ausfahrt zu und von den Häusern erschweren dürften. Kritik üben die Anwohner außerdem am zeitlichen Ablauf durch die Gemeinde: Am 20. Mai sei – mit einem undeutlich formulierten Schreiben – erst die ergänzende Variante mit einem Wendehammer vorgestellt worden. Eine Rückmeldung sei bis zum 28. Mai gefordert gewesen. So sei ein maximaler Diskussionsbedarf entstanden, heißt es aus der Nachbarschaft. Doch erst der SZ-Bericht am Dienstag habe den Anwohnern vor Augen geführt, dass die Gemeindeverwaltung ja eine Sackgassen-Lösung mit Pflanzinseln vorschlägt.

Um eine möglichst flexible Lösung bitten die Anwohner zudem beim Abbinden der Straße: Radfahrer und Fußgänger sollten hier barrierefrei durchkommen, daher sei die Einbringung eines Hochbords auch nicht ratsam. Es sei darüber hinaus sicherlich eine Überlegung wert, die Straße erst dann abzubinden, wenn hier kein Baustellenverkehr mehr besteht. Bis dahin mache eine Sackgasse wohl eher wenig Sinn.

Am Ende des Neubaugebietes, von der Grimbachstraße aus gesehen, soll in der Erndtebrücker Roger-Drapie-Straße eine Sackgasse mit Wendehammer entstehen. Dafür muss auch ein Teil des letzten verfügbaren Bauplatzes „geopfert“ werden. Foto: Björn Weyand
Die Gemeindeverwaltung schlägt für den Endausbau der Roger-Drapie-Straße eine Sackgassen-Lösung inklusive Pflanzinseln vor. Eine Mehrheit der Anwohner hält aber die Beete damit für überflüssig. Foto: Archiv
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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