Kein Kuss ist glitschiger

Auge in Auge mit dem Froschkönig: Ralf Kiekhöfer vom Kindertheater Töfte aus Melle ließ gestern Vormittag im evangelischen Jugendheim Erndtebrück so richtig die Puppen tanzen. Foto: vg
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vg Erndtebrück. Das hätten sich die zahlreichen Mädchen und Jungen wohl auch nicht träumen lassen, was ihnen da gestern im evangelischen Jugendheim Erndtebrück plötzlich geboten wurde.

Dabei hatte die Geschichte rund um den „Froschkönig“ vom Kindertheater Töfte aus Melle so harmlos angefangen: Ralf Kiekhöfer findet beim Aufräumen seines Dachbodens so manches Schätzchen aus der Vergangenheit wieder. Plötzlich aber wird er auf eine Hand aufmerksam, die halb aus einem Korb heraus hängt. Ralf zieht die Hand langsam aus dem Korb - und zieht und zieht - bis plötzlich ein langer Arm, samt Körper und rundem Kopf mit herausgefallen sind. „Da ist er ja: der König“, freut sich der Mann. „Wie lange ist das jetzt her, dass ich mit dieser Figur gespielt habe.“

Schon kramt Ralf Kiekhöfer in den übrigen Kisten nach und findet neben zahlreichen Requisiten und Kulissen-Teilen auch noch die Figur der Königstochter mit Schleier und goldener Kugel. Dann aber öffnet der Puppenspieler eine ganz besondere Kiste und hält plötzlich den Froschkönig in den Händen. Und ehe es sich alle Beteiligten versehen, haben die märchenhaften Puppen plötzlich das ganze Geschehen im Griff.

Das junge Publikum hatte gestern Vormittag jedenfalls seinen Spaß, denn Ralf Kiekhöfer vermochte es, gekonnt in die einzelnen Charaktere der bekannten Geschichte zu schlüpfen und den Puppen im lebendigen Spiel neues Leben einzuhauchen. Die großen, ausdrucksstarken Figuren mit den Klappmündern und die auf jedes Detail abgestimmte Kulisse verfehlten dabei ihre Wirkung nicht.

So staunten die Mädchen und Jungen nicht schlecht, als der „alte König“ wieder zu quickfidelem Leben erwachte, sich auf die Schultern von Ralf Kiekhöfer schwang und sich durch sein königliches Reich - und die „Schlucht des Todes“ tragen ließ oder sie schmunzelten über die junge, „wunderschöne Königstochter“ und ihre lustige Begegnung mit dem äußerst „launischen Froschkönig.“Das märchenhafte Stück lebte dabei vor allem von den ständig eingestreuten spaßigen Zwiegesprächen, die der Froschkönig mit Ralf Kiekhöfer wechselte. „Ihr müsst wissen“, verriet der Puppenspieler schließlich seinem Publikum, „zwischen dem Frosch und mir endet so etwas grundsätzlich immer im Streit.“ Die Kinder lachten.Ein aufgewühltes Bett, eine äußert glitschiger Kuss, jede Menge spaßige Missverständnisse und Turbulenzen machten das Stück schließlich perfekt. Am Ende entließ das Kindertheater Töfte seine Zuschauer mit der Gewissheit, dass die Geschichte rund den „Froschkönig“ doch noch so manche wunderbare Überraschung bereit hält.Die beiden gestrigen Vorstellungen in Erndtebrück erlebten schließlich die Mädchen und Jungen vom Kindergarten Martin-Luther-Straße, vom Familienzentrum Ederfeldstraße, vom Erndtebrücker Kindergarten „Pfiffikus“, vom AWo-Kindergarten Benfe und vom AWo-Familienzentrum Hilchenbach. Die Veranstaltung wurde von der Kulturinitiative Erndtebrück in Zusammenarbeit mit dem Gebürder-Busch-Kreis Hilchenbach durchgeführt.

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