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Probleme für Kläranlagen
Keine geeignete Alternative zum Toilettenpapier

In der Kläranlage in Erndtebrück treten seit knapp zwei Wochen vermehrt Störfälle an verschiedenen Anlagenteilen wie beispielsweise der Rechenanlage sowie diversen Pumpen über den gesamten Tagesverlauf auf. Foto: Björn Weyand
  • In der Kläranlage in Erndtebrück treten seit knapp zwei Wochen vermehrt Störfälle an verschiedenen Anlagenteilen wie beispielsweise der Rechenanlage sowie diversen Pumpen über den gesamten Tagesverlauf auf. Foto: Björn Weyand
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bw Wittgenstein. Die Regale sind leer, wieder einmal ist das Toilettenpapier ausverkauft. In der aktuellen Corona-Krise ist es vor allem das Klopapier, das die Menschen wohl aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus hamstern. Die Knappheit sorgt allerdings für ein Problem: Wer leer ausgeht in den Super- und Drogeriemärkten, muss sich für das kleine und das große Geschäft eine andere Lösung einfallen lassen. Manche Menschen behelfen sich verstärkt mit anderen Tüchern oder mit alten Stofffetzen – und stellen so die Klärwerke vor gewaltige Probleme, denn Desinfektionstücher, Servietten, Kosmetik- und Küchentücher, Windeln oder Stoffreste können Rohre und Kanäle verstopfen.

bw Wittgenstein. Die Regale sind leer, wieder einmal ist das Toilettenpapier ausverkauft. In der aktuellen Corona-Krise ist es vor allem das Klopapier, das die Menschen wohl aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus hamstern. Die Knappheit sorgt allerdings für ein Problem: Wer leer ausgeht in den Super- und Drogeriemärkten, muss sich für das kleine und das große Geschäft eine andere Lösung einfallen lassen. Manche Menschen behelfen sich verstärkt mit anderen Tüchern oder mit alten Stofffetzen – und stellen so die Klärwerke vor gewaltige Probleme, denn Desinfektionstücher, Servietten, Kosmetik- und Küchentücher, Windeln oder Stoffreste können Rohre und Kanäle verstopfen.

Manche Klärwerke in Deutschland berichten von einer intensiven Zunahme an Feuchttüchern, die über die WCs im Kanalnetz landen. Das ist problematisch, weil Feuchttücher aus synthetischen oder natürlichen Textilfasern bestehen – sie sind wegen ihres Materials und ihrer reißfesten Struktur unkaputtbar. Toilettenpapier ist so beschaffen, dass es im Wasser schnell zerfasert und sich danach auflöst. Küchenrollen und Taschentücher sind im nassen Zustand deutlich fester, sie überstehen daher sogar einen Waschgang in der Waschmaschine. „Papiertaschentücher, Küchenrollen und Vliestücher sind aus unserer Sicht kein geeigneter Ersatz für Toilettenpapier“, lautet aus diesem Grund das Fazit des Umweltbundesamtes.

Haben die Klärwerke der drei Wittgensteiner Kommunen aber auch schon Probleme mit solchen Stoffen im Abwasser? Göran Müller, Geschäftsführer des für Bad Laasphe zuständigen Abwasserverbandes, winkt ab. Ein solches Problem „ist bei uns noch nicht aufgetreten“. Bislang habe zumindest der Abwasserverband Perfgebiet-Bad Laasphe keinerlei Auswirkungen des Corona-Virus´ festgestellt. Ganz ähnlich lautet auch die Reaktion von Achim Vorbau, Betriebsleiter der Bad Berleburger Stadtwerke: Momentan gebe es keine größeren Probleme in den Kläranlagen. Er weist jedoch darauf hin, dass etwa Feuchttücher grundsätzlich schlecht im Abwasser seien.

Probleme genau dieser Art hat dagegen die Kläranlage in Erndtebrück. Hier treten seit knapp zwei Wochen vermehrt Störfälle an verschiedenen Anlagenteilen wie beispielsweise der Rechenanlage sowie diversen Pumpen über den gesamten Tagesverlauf auf, die in aufwendiger Handarbeit beseitigt werden müssen. Der Grund dafür lag ausnahmslos in einer Entfernung von Vliestüchern, die im Haushalt als Einmalreinigungstücher oder auch zur Desinfektion verwendet werden und hier nicht über den Restmüll, sondern über die Kanalisation entsorgt werden. Die Gemeindeverwaltung richtet daher einen Appell an alle Bürger, dass gerade diese Materialien über den Restmüll entsorgt werden. Dies sei sehr wichtig, um einen störungsfreien Betrieb der Abwasserentsorgung zu erleichtern, erläutert die Verwaltung auf Anfrage der Siegener Zeitung weiter.

Taschentücher, Küchenrolle und Vliestücher dürfen laut dem Umweltbundesamt nicht in die Toilette geworfen werden. Das hat neben der Gefahr einer Verstopfung der Rohre noch einen weiteren Grund: Bei der Herstellung von Küchenrollen und Taschentüchern werden sogenannte Nassfestmittel genutzt. Die bestehen zum Teil aus Polyamid-Epichlorhydrinharzen, die nur schwer biologisch abbaubar sind. Ins Abwassersystem sollten diese nach Möglichkeit nicht gelangen, wenn es vermeidbar sei, so das Umweltbundesamt.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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